Rücktauschaktionen in Zeiten von Corona
Kulanz der Händler entscheidet

Münster -

Warenumtausch in Zeiten von Corona ist gar nicht so einfach. Darauf weist die Verbraucherzentrale hin. Nach dem Ende des Lockdowns dürfte es manche Überraschung geben.

Montag, 04.01.2021, 10:12 Uhr aktualisiert: 04.01.2021, 16:22 Uhr
So manches Weihnachtsgeschenk würden Verbraucher gerne zum Umtausch zurück zum Laden bringen. Geht aber nicht wegen des Lockdowns. Was also tun?
So manches Weihnachtsgeschenk würden Verbraucher gerne zum Umtausch zurück zum Laden bringen. Geht aber nicht wegen des Lockdowns. Was also tun? Foto: pd

Das soll vorkommen: Das begehrte Smartphone versagt seinen multimedialen Dienst, der kabellose Bluetooth-Kopfhörer wird gleich doppelt ausgepackt, der Super-High-Tech-Hometrainer war exakt das falsche Fitness-Ankurbelungsexemplar. SOS-Päckchen mit Schlips, Oberhemd und Socken erfreuen manches Männerherz ebenfalls nicht immer.

„Was ausgepackt auf dem Gabentisch nicht gefällt, kann jedoch nicht immer umgetauscht werden. Zumindest im Laden kommt es darauf an, ob der Händler gnädig gestimmt ist“, erklärt die Verbraucherzentrale in einer Pressemitteilung: „Da Geschäfte aufgrund des Corona-Lockdowns derzeit geschlossen sein werden, müssen sich Kunden darauf einstellen, dass sie Warengeschenke nach Ende des Lockdowns nicht immer problemlos umtauschen können.“

Rund um Reklamation und Umtausch unliebsamer Gaben nach dem Weihnachtsfest hat die Verbraucherzentrale NRW zur Orientierung einige Tipps. Trifft beispielsweise das Geschenk partout nicht den Geschmack oder lag es gleich zweimal unter dem Weihnachtsbaum, haben Käufer keineswegs automatisch ein Recht, das Präsent umzutauschen. Vielmehr sind sie auf die Kulanz des Händlers angewiesen.

Wer sich nicht schon beim Kauf schriftlich hat zusichern lassen, dass das Geschenk umgetauscht werden kann, der hat schlechte Karten, wenn der Händler die Ware nicht zurücknehmen will, bloß, weil sie nicht gefällt.

Wenn die gekaufte Ware nicht in Ordnung ist, also die Spielekonsole streikt oder der Reißverschluss an der Ski-Jacke klemmt, haben Käufer klare Rechte gegenüber dem Verkäufer. Denn beim Kauf besteht zwei Jahre lang die Möglichkeit, Ansprüche wegen eines Mangels beim Händler geltend zu machen.

Bevor der Kunde jedoch den Kaufpreis der fehlerhaften Ware zurückerhält oder mindern kann, muss er dem Händler die Möglichkeit geben, zu reparieren oder mangelfreien Ersatz zu liefern. Kommt es wegen des Mangels zum Streit, muss der Händler innerhalb der ersten sechs Monate nach dem Kauf nachweisen, dass die Ware einwandfrei war, als sie über die Ladentheke ging. Auch das ist Musik für Kundenohren: Bei schlecht verständlichen oder fehlerhaften Montage- oder Bedienungsanleitungen haftet der Verkäufer.

Wer mit einem Gutschein beschenkt wurde, muss darauf achten, wann die Einlösefrist endet. Wenn nichts anderes vereinbart wurde, gilt die gesetzliche Verjährungsfrist von drei Jahren Wurde das Präsent im Internet gekauft, ist die Rückgabe einfacher. Fast jeder im Internet geschlossene Vertrag kann innerhalb von 14 Tagen widerrufen werden. Widerrufen und die Ware zurückschicken kann man auch, wenn einem der Artikel nicht gefällt. Wichtig ist aber, dass die Widerrufsfrist an den Weihnachtsfeiertagen noch nicht abgelaufen ist.

Weitere Informationen zum Kaufrecht im Handel:

 

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