Sternsingeraktion
Münsters Pfarreien erproben Alternativen

Münster -

Am Jahresanfang ziehen die Sternsinger los – außer bei Corona. In diesem Jahr haben sich Münsters Pfarreien kontaktlose Alternativen überlegt.

Dienstag, 05.01.2021, 08:00 Uhr
In manchen Pfarreien werden Sternsinger-Segenstüten in die Briefkästen geworfen.
In manchen Pfarreien werden Sternsinger-Segenstüten in die Briefkästen geworfen. Foto: Martina Gloge

Bei Hans-Dieter Sauer , Pastoralreferent der Pfarrei St. Petronilla, klingelte am Neujahrstag das Telefon. Junge Leute aus der Gemeinde waren dran, die seit Jahren die Sternsinger begleiten: „Wann treffen wir uns?“

Hans-Dieter Sauer ist gerührt: Die Sternsinger sind eine Institution, allein in St. Petronilla machen jedes Jahr 100 Kinder mit. Dass sie wegen Corona nicht von Haus zu Haus ziehen können, scheint kaum vorstellbar. Und doch ist es leider so: In traditioneller Form findet das Sternsingen in diesem Jahr leider nicht statt – viele Kinder in Münster sind deshalb traurig.

„Sternsingen mit Corona“

Aber es findet statt: Kindermissionswerk und Jugendbund BDKJ setzen nach wochenlanger Beratung auf kontaktloses „Sternsingen mit Corona“, wie Saskia Tietz vom BDKJ berichtet. Seit Beginn des Herbst-Lockdowns gab es mehrere digitale Vorbereitungsrunden mit guten Ideen – die kurz vor Weihnachten noch einmal angepasst werden mussten.

Fest steht: Fast jede der elf münsterischen Pfarreien beteiligt sich rund um den Dreikönigstag (6. Januar) auf die eine oder andere Weise daran. Was nicht geht: persönliche Begegnung, Gesang, Sternsingerkleidung. Was geht: Segen und Spende in jeder Form, die auf direkten Kontakt verzichten kann.

Umschläge, Aufkleber, Haltestellen

Die Pfarrei St. Nikolaus beispielsweise setzt auf „Sternsinger-Haltestellen“ in ihren vier Kirchen. Dort gibt es neben Informationen zum diesjährigen Jahresmotto „Kindern Halt geben“ auch gesegnete Kreide für den handschriftlichen Haussegen „C+M+B“, wie Pastoralreferentin Karin Lücke sagt. Ansonsten werden Postkarten verteilt, von denen sich ein Segensaufkleber abziehen lässt.

Sternsingeraktion der Pfarrei Liebfrauen-Überwasser: Segenstüten

Sternsingeraktion der Pfarrei Liebfrauen-Überwasser: Segenstüten Foto: Monika Wedig

In der Pfarrei Liebfrauen-Überwasser liegen Segens­tüten aus, berichtet Pastoralassistentin Monika Wedig. 700 davon sind schon vergriffen. Sie enthalten Informationen über das Spenden-Projekt, einen Segensspruch, gelbe Kreide für gemalte Sterne – und Überweisungsträger. Schließlich geht es auch um finanzielle Hilfe für Kinder: „Ich wünsche mir, dass diese Aktion Kindern das Gefühl gibt, Teil einerSolidargemeinschaft zu sein“, betont Stadtdechant Jörg Hagemann.

In St. Petronilla soll übrigens am 23. und 24. Januar ein Lautsprecherwagen durch die Straßen fahren und auf die Aktion aufmerksam machen – wenn der Lockdown es zulässt. Es bleibt noch etwas Zeit: Die Sternsingeraktion wird offiziell erst am 2. Februar beendet.

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