RTL-Show erstmals für Homosexuelle
Münsteraner will sich bei „Take Me Out“ zum perfekten Date buzzern

Münster -

Ein Single stellt sich dem Urteil von 30 potenziellen Dates, von denen er schließlich eines auswählen kann. Das ist das Konzept der TV-Datingshow „Take Me Out“. Jetzt sendet RTL unter dem Namen „Boys Boys Boys“ ein Special - erstmals mit homosexuellen Männern. Am Buzzer dabei ist auch ein 34-Jähriger aus Münster.

Dienstag, 05.01.2021, 17:30 Uhr aktualisiert: 05.01.2021, 17:52 Uhr
RTL-Show erstmals für Homosexuelle : Münsteraner will sich bei „Take Me Out“ zum perfekten Date buzzern
In der TV-Show "BoysBoysBoys", die am 9. Januar auf RTL gesendet wird, sucht auch ein Münsteraner die große Liebe. Foto: TVNOW / Frank Dicks

„Ich hab die Sendung im heterosexuellen Format immer schon gerne geguckt und dann aus Spaß gesagt, wenn es das mal für Homosexuelle gibt, mache ich mit“, sagt André Dierker . Nur wenige Wochen später habe er dann auf Instagram die Ankündigung von RTL gesehen, dass der Sender in der Datingshow „Take Me Out“ tatsächlich ein Special für homosexuelle Single-Männer macht. Die „Boys Boys Boys“-Folge wird am Samstag (9. Januar) um 23 Uhr ausgestrahlt - und André Dierker ist dabei.

„Ich wollte lieber derjenige sein, der entscheidet“

„Ich habe mir gedacht, nicht, dass mir meine Freunde das nachher vorwerfen“, sagt der 34-Jährige und lacht. So richtig geglaubt, dass er wirklich als Kandidat ausgewählt würde, hatte er nicht. Doch dann ging alles ganz schnell. „Wegen Corona gab es kein Livecasting. Wir mussten vorab kurze Bewerbungsvideos und Videos zu unserer Person einschicken. Dann gab es noch ein Video-Interview.“ Und dann relativ schnell auch die Zusage. Im Bewerbungsprozess habe man auch auswählen können, ob man „Aufzug- oder Buzzerkandidat“ sein möchte. Dierker entschied sich bewusst für Letzteres. Das Konzept: Einer der Single-Männer kommt per Aufzug ins Studio und stellt sich dann 30 anderen Kandidaten - den Buzzerkandidaten - die entscheiden können, ob sie ihn näher kennenlernen möchten oder nicht. Wenn nicht, wird gebuzzert. Unter den verbleibenden Kandidaten kann sich der Single dann seinen Datepartner aussuchen. „Ich wollte an dieser Stelle lieber derjenige sein, der entscheidet, anstatt der, über den gerichtet wird. Das passiert uns im Leben schon oft genug“, sagt Dierker.

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Der Münsteraner André Dierker tritt in der RTL-Show „Take Me Out“ auf. Foto: privat

Der 34-Jährige ist selbstständig, betreibt einen Onlineshop für Heimtextilien. Daher ist er beruflich ziemlich eingespannt, wie er sagt: „Deshalb war ich sehr froh, dass am Wochenende gedreht wurde und nicht so viel Zeit für die Produktion benötigt wurde.“

Mehr Akzeptanz schaffen und die große Liebe finden

Zu der Teilnahme bewogen habe ihn nicht nur, dass er die Sendung selbst gerne sieht und „neugierig auf dieses unterhaltsame Projekt“ war. Er erhoffe sich auch, dass Sendungen wie dieses Special mehr Akzeptanz für Homosexuelle schaffen. André Dierker: „Es freut mich sehr, dass ein so wichtiger Sender und eine so große Produktion es sich auf die Fahne geschrieben haben, für mehr Diversität einzustehen.“ Es könne ja nicht sein, dass die Gesellschaft verzerrt abgebildet werde. „Und natürlich möchte ich etwas für mein persönliches Liebesglück tun. Das fällt einem nicht in den Schoss, da muss man Steine ins Rollen bringen und vielleicht auch mal ungewöhnliche Wege gehen.“

Gerade in Corona-Zeiten hätten es Alleinstehende schwer, meint Dierker: „Wenn man alleine nach Hause kommt und nicht mehr am gesellschaftlichen, am kulturellen Leben teilnehmen kann, ist das gerade für Singles schon eine große Belastung.“ Und Dating im Lockdown? „Fällt zumindest in meinem Fall flach.“ Immerhin könne man Kontakte knüpfen, Dates planen und vieles digital machen. Oder eben an einer TV-Show teilnehmen. Denn - soviel sei verraten: „Ein Paar ist in der Show zusammengekommen und zwei Kandidaten haben sich danach gefunden.“

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