Physiker der WWU und der Universität Frankfurt begleiten Modellbau
„Alice“ entsteht aus Lego

Münster -

Am „Cern“ wird erforscht, wie sich unser Universum entwickelt hat. Was läge da näher, als den komplexesten Detektor der Wissenschaftler einfach aus Lego nachzubauen? Junge Leute können gerne mitmachen . . .

Montag, 11.01.2021, 09:00 Uhr aktualisiert: 11.01.2021, 09:59 Uhr
Jugendliche ab 16 Jahren und Studierende der ersten Semester können in einem Online-Workshop den Teilchendetektor „Alice“ mit Legosteinen nachbauen.
Jugendliche ab 16 Jahren und Studierende der ersten Semester können in einem Online-Workshop den Teilchendetektor „Alice“ mit Legosteinen nachbauen. Foto: Julien Ordan /CERN/WWU

An der Teilchenbeschleunigeranlage „Cern“ in Genf gehen Wissenschaftler aus der ganzen Welt grundlegenden Fragen der Physik nach: Was ist Materie? Wie hat sich das Universum entwickelt?

Dazu lassen die Forscher laut Pressemitteilung der Universität Atomkerne mit hohen Geschwindigkeiten aufeinanderprallen und zerlegen sie in ihre elementaren Bestandteile. Vermessen werden diese Materie-Bausteine mithilfe großer Teilchendetektoren. Der sogenannte „Alice“-Detektor misst die Teilchen, die bei der Kollision von Blei-Ionen entstehen – 900 Millionen Teilchen pro Sekunde. Eines der Forschungsziele ist es, den Zustand von Materie kurz nach dem Urknall verstehen zu lernen.

Online mit Lego nachbauen

Wie der 26 Meter lange und 16 Meter hohe „Alice“-Detektor funktioniert, können Physikinteressierte Schülerinnen und Schüler jetzt in einem Online-Kurs erfahren, indem sie den Detektor nachbauen, maßstäblich und mit Lego-Bausteinen. Das deutsche Netzwerk der „Alice“-Kollaboration am „Cern“ lädt Jugendliche ab 16 Jahren und Studierende der ersten Semester dazu ein.

Die Teilnehmenden entwerfen vom 18. Januar (Montag) an zunächst das Modell mit Konstruktionsprogrammen, im Juni soll der Lego-Detektor voraussichtlich in Frankfurt zusammengebaut werden. Mitmachen können junge Interessierte aus ganz Deutschland, da die Veranstaltungen online angeboten werden.

Wissenschaftler stehen jungen Leute zur Seite

Ähnliche Detektor-Nachbauten gab es in der Vergangenheit bereits für zwei weitere große „Cern“-Detektoren; das Modell für „Alice“ sollen die Teilnehmenden jetzt gemeinsam entwickeln und dabei lernen, wie mit dem Detektor Forschungsfragen beantwortet werden können.

Unterstützt werden sie dabei von Physikern der WWU Münster, der Goethe-Universität Frankfurt und weiteren Forschenden aus dem deutschen Netzwerk, die Wissen über Teilchenphysik und das „Alice“-Experiment, über Detektortechnologie und die Zusammenarbeit in einer Forschungskollaboration vermitteln. Außerdem stehen sie für Fragen zu Studium und Beruf zur Verfügung. 

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