Getränkedosen beim LKA eingetroffen
Mordprozess wird verlängert

Münster -

Im Mordprozess wegen zu lautem Telefonieren wurden am Freitag mehrere Polizisten als Zeugen gehört. Dabei ging es auch um aktuelle erst in dieser Woche durchgeführte Ermittlungen. Zudem gab es neue Informationen zu den Getränkedosen, die womöglich ausschlaggebend für die Beurteilung des Prozesses sind.

Freitag, 15.01.2021, 17:00 Uhr aktualisiert: 15.01.2021, 19:31 Uhr
Ein 62 Jahre alter Roxeler muss sich vor dem Landgericht Münster wegen Mordes verantworten.
Ein 62 Jahre alter Roxeler muss sich vor dem Landgericht Münster wegen Mordes verantworten. Foto: Gunnar A. Pier

Im Prozess gegen einen 62-jährigen Roxeler vor dem Landgericht Münster , der im Mai des vergangenen Jahres einen 33-jährigen Münsteraner wegen eines zu lauten Telefonats erstochen haben soll, wurden am Freitag mehrere Polizisten als Zeugen gehört, von denen einer im Fokus stand.

Dieser war bereits im Laufe des Prozesses vernommen worden – er hatte unter anderem die Aussage der Lebensgefährtin des Verstorbenen aufgenommen. Nun berichtete er jedoch von einem Ermittlungsvorgang aus dieser Woche, in welchem er sowie der ermittelnde Staatsanwalt Entfernungs- und Akustikmessungen rund um den Tatort in Roxel durchgeführt hatten. Diese sind relevant, weil sie Ausschluss darüber geben sollen, ob die Aussagen von bereits als Zeugen geladenen Nachbarn plausibel sind. Einen Antrag der Verteidigung, die Ergebnisse der Ermittlung als Beweismittel nicht zuzulassen, lehnte die Kammer ab.

Dosen werden vom LKA analysiert

Ergänzend übergab der Anwalt der Nebenklage ein Tagebuch der Lebensgefährtin des Verstorbenen. Darin hatte sie auf Hinweis eben jenes Polizisten vor der offiziellen Vernehmung ihre Eindrücke der Tatnacht geschildert und dabei mehrfach erwähnt, wie kalt und zurückhaltend der Angeklagte und seine Frau gewesen seien.

Zudem kündigte die Vorsitzende Richterin an, dass der Prozess mutmaßlich verlängert werde. Eine Analyse mehrere Getränkedosen, die aktuell von Experten des LKA in Düsseldorf durchgeführt wird, soll Erkenntnisse darüber geben, ob einer der Beteiligten über die Dosen am Tatort gestolpert ist. Dies werde jedoch bis Ende Januar dauern.

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