Kooperationsprojekt von Uni und Bezirksregierung
Studenten helfen Lehrern im Lockdown

Münster -

Der Distanzunterricht ist auch im zweiten Lockdown für viele Lehrer noch ungewohntes Terrain. Im vergangenen Frühjahr unterstützten Lehramtsstudenten der Uni die Schulen, um Lernrückstände bei den Kindern zu vermeiden. Derzeit wird eine Neuauflage dieser Kooperation geprüft.

Sonntag, 17.01.2021, 17:00 Uhr
Distanzunterricht ist nicht für Kinder und deren Eltern eine Herausforderung. Auch für Lehrer ergibt sich einiges an ungewohnter Mehrarbeit. Lehramtsstudenten der WWU könnten wie im vergangenen Frühjahr helfen.
Distanzunterricht ist nicht für Kinder und deren Eltern eine Herausforderung. Auch für Lehrer ergibt sich einiges an ungewohnter Mehrarbeit. Lehramtsstudenten der WWU könnten wie im vergangenen Frühjahr helfen. Foto: Rolf Vennenbernd

Die Schulen sind im Distanzunterricht – viel, oft ungewohnte Arbeit für die Lehrerinnen und Lehrer. An der Universität absolvieren rund 10 000 Studierende ein Lehramtsstudium – womöglich eine Ressource zur Unterstützung der Schulen in der Pandemie?

„Das sind die angehenden Lehrkräfte schon jetzt“, sagt der geschäftsführende Direktor des Zentrums für Lehrerbildung der Universität Münster , das die praktisch-didaktische Ausbildung der Lehramtsstudierenden organisiert. 500 his 600 Studierende seien jeweils in den Schulen im Praxissemester – auch jetzt in der Pandemie. Dazu gehöre, dass die Studierenden auch beim Distanzunterricht helfen.

Just zum Zeitpunkt, da die Schulen wieder in den Fernunterrichtsmodus versetzt wurden, ist ein Kooperationsprojekt der Bezirksregierung und des Zentrums für Lehrerbildung ausgelaufen, dessen Fortsetzung sich Martin Jungwirth sehr wünscht.

Pünktlich zum zweiten Lockdown ausgelaufen

In der ersten Phase der Pandemie unterstützten beimsogenannten AIS-Projekt rund 100 Studierende der WWU die Lehrkräfte an Schulen in sozialen Brennpunkten im ganzen Regierungsbezirk, berichtet Jungwirth. „Unsere Studierenden betreutenjeweils Kleingruppen von Schülerinnen und Schülern, um Lernrückstände zu vermeiden.“

Die Studierenden hatten im Rahmen des zwei Mal verlängerten Projekts Arbeitsverträge. Es gebe Gespräche mit der Bezirksregierung über eine Neuauflage, sagt Jungwirth – aber noch keine Entscheidung, wie auch die Bezirksregierung offiziell bestätigt. „Wir prüfen gerade, ob das Projekt noch einmal wieder aufgenommen werden kann“, so ein Sprecher.

Verschärfte Kontaktbeschränkungen in NRW

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  • Ein Haushalt plus eine weitere Person. So lautet die Regel bei den verschärften Kontaktbeschränkungen zum Schutz vor Corona, die ab Montag auch in Nordrhein-Westfalen greifen. Keine Regel ohne Ausnahme - diese Erfahrung gilt aber auch hier.

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  • Wo gelten die verschärften Kontaktbeschränkungen?

    Das Regelwerk, die Corona-Schutzverordnung des Landes, bezieht sich mit den verschärften Kontaktbeschränkungen auf den öffentlichen Raum. Also beispielsweise auf Straßen, Plätze, Parks und Spielplätze. Nur in einem Punkt greift es bereits in den privaten Bereich der eigenen vier Wände ein: Die Verordnung untersagt generell Partys und ähnliche Feiern. Die Landesregierung empfiehlt, sich an die Regeln auch im privaten Bereich zu halten und soziale Kontakte auf das wirklich Nötigste zu beschränken. Ein Verbot über Partys und ähnliche Feiern hinausgeht wäre in der Praxis aus ihrer Sicht nicht kontrollierbar.

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  • Wie viele Personen können sich genau treffen?

    Treffen im öffentlichen Raum sind laut der Verordnung nur zwischen den Angehörigen eines Haushaltes und einer weiteren Person zulässig. Diese Person darf von „zu betreuenden Kindern aus ihrem Hausstand“ begleitet werden. Damit sind kleinere Kinder gemeint. Also: Eine Mutter oder ein Vater darf mit den Kindern, die Betreuung benötigen, eine andere Familie (Haushalt) in der Öffentlichkeit treffen. Anderes Beispiel: Zwei Mütter können sich mit ihren jeweiligen Kindern auf dem Spielplatz treffen, wenn die Kinder betreut werden müssen. Das können natürlich auch zwei Väter mit ihren kleinen Kindern sein. 

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  • Warum ist diese Ausnahme wichtig und wie alt darf das Kind sein?

    Kinder sind nicht mehr in der Kita und Schüler sind nicht mehr in der Schule. Sie können sich dort nicht mehr mit ihren Freunden treffen. Kinder und insbesondere Einzelkinder, bräuchten aber den Kontakt zu Gleichaltrigen, unterstreicht der Städtetag. Darunter sind nach dem Verständnis des kommunalen Spitzenverbandes alle Kids im Alter unter 14 Jahren, aber auch Ältere mit besonderem Betreuungsbedarf zu fassen. Es gibt keine starre Altersgrenze, erklärt zu dieser Frage das Gesundheitsministerium. Das entscheidende Kriterium sei der Betreuungsbedarf. Für Jugendliche dürfte das in der Regel nicht mehr der Fall sein. Es gehe bei der Erweiterung auch darum, dass Eltern mit kleineren Kindern von Kontakten nicht völlig ausgeschlossen sind.

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  • Wo und wann gilt die umstrittene 15-Kilometer-Regel?

    In der ab Montag geltenden neuen Corona-Schutzverordnung des Landes ist diese Beschränkung nicht enthalten. Es gibt keinen Automatismus, dass die Regel ab einem bestimmten Wert greift. Vielmehr soll sie Teil der zusätzlichen Maßnahmen sein, zu denen kreisfreie Städte und Kreise bei mehr als 200 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen in Absprache mit dem Landes-Gesundheitsministerium greifen können. Von den 53 kreisfreien Städten und Kreisen in NRW hat bisher keine Region angekündigt, dieses Mittel anwenden zu wollen. Allerdings sind zusätzliche Maßnahmen wieder in mehr Großstädten und Kreisen ein Thema, weil die Infektionszahlen nach niedrigen Meldungen während der Feiertage vielerorts inzwischen wieder gestiegen sind.

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  • Was spricht gegen die 15-Kilometer Regel?

    Die Kommunen haben Zweifel, ob und wie eine solche massive Einschränkung im Leben der Bürger rechtssicher durchgesetzt werden könnte. Die Gerichte hatten in der Vergangenheit in einer Reihe von Entscheidungen einige Anti-Corona-Maßnahmen kassiert. Der Städtetag meint, diese Möglichkeit helfe praktisch nicht weiter. Viele Fragen sind für die Kommunen auch noch unklar: Was zählt zu den triftigen Gründen für eine Ausnahme? Wo beginnt eigentlich der Radius 15 Kilometer - schon an der eigenen Wohnung oder erst der Stadtgrenze? Laut Gesundheitsministerium geht es aber nur um eine mögliche Begrenzung von Freizeitaktivitäten auf das Umfeld des Wohnortes.

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