Erinnerung an den 18. Januar 1871
Die Reichsgründung im Briefmarkenformat

Münster -

Als Briefe noch eine größere Bedeutung hatten als in der heutigen digitalen Zeit, wurde im Grunde jedem wichtigen Ereignis eine eigene Briefmarke gewidmet. Das Exemplar zur Reichsgründung 1871, auf den Tag genau heute vor 150 Jahren, ist allerdings ein reichlich verspätetes. Und der Hauptdarsteller ist auch ein anderer, wie zwei münsterische Sammler wissen.

Montag, 18.01.2021, 08:00 Uhr
Diese seltene Marke erschien 1900 in Erinnerung an die Reichsgründung 1871
Diese seltene Marke erschien 1900 in Erinnerung an die Reichsgründung 1871 Foto: pd

Ein historisches Datum jährt sich am heutigen Montag zum 150. Mal: Am 18. Januar 1871 wurde der preußische König Wilhelm I. im französischen Versailles zum deutschen Kaiser proklamiert. Eine Briefmarke aus diesem Anlass erschien allerdings erst 29 Jahre später – am 14. Dezember 1900. In der Kollektion der münsterischen Sammler Gerd-Peter Bragulla und Rolf Janssen befindet sich je ein Exemplar.

„Ein Reich, ein Volk, ein Gott“

„Ein Reich, ein Volk, ein Gott“ steht auf der Marke, darüber befindet sich allerdings nicht die Szene der Proklamation von Wilhelm I., sondern eine Darstellung der Reichsgründungsfeier mit Wilhelm II. im Berliner Schloss nach einem Gemälde von William Pape – dennoch war sie ausdrücklich dem Gedenken an die Reichsgründung 1871 gewidmet. Die Marke hatte einen Wert von fünf Mark – für ihre Zeit extrem teuer.

„Unschwer ist die zentrale Figur zu erkennen, Wilhelm II.“, berichtet Rolf Janssen, Vorsitzender des Briefmarkensammlervereins Münster. Der Entwurf stammte, so erzählt er, aus der Reichsdruckerei, und nicht – wie üblich – von einem bekannten Grafiker. Janssen nimmt an, dass der Entwurf von „höchster Stelle“ stammte.

Die Reichsgründungsszene am 18. Januar 1871 sei hingegen nie auf einer Briefmarke verewigt worden.

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