Kindesmissbrauch
Angeklagter äußert sich zu Vorwürfen

Münster -

Erspart diese Einlassung dem kindlichen Opfer eine Aussage vor Gericht? Ein 50-jähriger Mann aus Hannover hat sich vor dem Landgericht in Münster zu Vorwürfen des schweren sexuellen Missbrauchs an Kindern geäußert.

Montag, 18.01.2021, 19:00 Uhr
Ein 50-jähriger Mann aus Hannover muss sich wegen schweren sexuellen Missbrauchs an Kindern vor Gericht verantworten.
Ein 50-jähriger Mann aus Hannover muss sich wegen schweren sexuellen Missbrauchs an Kindern vor Gericht verantworten. Foto: dpa

Er redete, fast den ganzen Verhandlungstag lang: Der 50-jährige Mann aus Hannover, der sich im Rahmen der Ermittlungen zum Missbrauchskomplex Münster wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs vor dem Landgericht verantworten muss, ließ sich am Montag umfassend zur Sache ein, wie es es aus Gerichtskreisen heißt. Wie in vergleichbaren Fällen fand die Aussage von Michael H. mit Blick auf Details aus der Intimsphäre des kindlichen Opfers unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Dem Hannoveraner wird vorgeworfen, im Jahr 2019 in drei Fällen einen inzwischen elf Jahre alten Jungen sexuell missbraucht zu haben. Dabei soll es sich um das Hauptopfer im Rahmen des in Münster aufgedeckten Missbrauchskomplexes um den IT-Techniker Adrian V. handeln. Letzterer soll den Sohn seiner Lebensgefährtin zahlreichen Männern bundesweit zu schlimmsten Missbrauchstaten angeboten und zur Verfügung gestellt haben.

Ursprünglich war in diesem Prozess auch Adrian V. mitangeklagt. Doch das Verfahren gegen ihn in dieser Sache wurde vorläufig eingestellt – auch mit Blick auf das laufende Mammutverfahren gegen den 27-Jährigen, das 32 Taten zum Gegenstand hat. Unklar ist derweil, ob nach der Aussage von Michael H. das Opfer am nächsten Verhandlungstag noch aussagen muss.

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