Kämmerin bei der Wirtschaftsinitiative
Hilfen der Stadt für die Wirtschaft

Münster -

Die Stadt hat in diesem Jahr Corona-bedingte Belastungen in Höhe von knapp 55 Millionen Euro. Wie die gestemmt werden sollen und welche Hilfe die schwer gebeutelte Wirtschaft zu erwarten hat, darüber sprach Münsters Kämmerin mit der Wirtschaftsinitiative Münster (WIN).

Freitag, 22.01.2021, 17:10 Uhr
Christine Zeller ist Kämmerin der Stadt Münster
Christine Zeller ist Kämmerin der Stadt Münster Foto: OLIVER WERNER (Archivbild

Die Kosten der Coronakrise sind enorm. Münsters Kämmerin Christine Zeller geht von Belastungen von knapp 55 Millionen Euro in diesem Jahr im städtischen Haushalt aus. Sie zeigte sich bei einer Online-Veranstaltung auf Einladung der Wirtschaftsinitiative Münster (WIN) am Donnerstagabend dennoch „vorsichtig optimistisch“. Sie gehe davon aus, dass es noch etwas Puffer im Budget gebe, um dies zu stemmen – vor allem angesichts der Ausgleichsmaßnahmen von Bund und Land. Zudem konnte die Kämmerin den Unternehmen die Sorge um geplante Steuererhöhungen nehmen.

Sie glaube beispielsweise nicht, dass es ein vorrangiges Ziel sei, die Gewerbesteuer zu erhöhen, die in den vergangenen Jahren ein gutes Niveau erreicht habe. „Zudem werden wir nicht die Grundsteuerreform nutzen, um durch die Hintertür die Summe der Grundsteuern zu erhöhen.“

Beim Wunsch nach einer Beschleunigung von Bauanträgen nahm Zeller den Unternehmern in der Videokonferenz allerdings allzu große Hoffnungen auf Besserung. „Wir haben noch keine elektronische Bauakte.“

Gewerbesteuereinbruch von 20 Millionen Euro

Mit großem Interesse und kritischen Nachfragen wurden die Ausführungen der Kämmerin zu den finanziellen Auswirkungen der Pandemie auf den städtischen Haushalt begleitet. So wurde bezweifelt, dass die Gewerbesteuereinnahmen bereits 2023 wieder das Niveau wie vor der Pandemie erreichen können. In diesem Jahr, so hatte Zeller ausgeführt, werde ein Einbruch bei der Gewerbesteuer in Höhe von 20 Millionen Euro erwartet.

Um die finanziell schwierige Situation der Wirtschaft abzufedern, biete die Stadt unter anderem großzügige Gewerbesteuerstundungen, die Abschaffung der Tanzsteuer und die Stundung von Sondernutzungsgebühren für Flächen in der Außengastronomie.

Sorge um ausreichend Büroflächen

Die Unternehmer der WIN treibt zudem die Sorge um ausreichend Büroflächen um. Derzeit werde der Wohnungsbau angesichts der wachsenden Einwohnerzahl präferiert. Bürowelten, so war man sich einig, werden sich nach der Pandemie verändern, Videokonferenzen weiterhin einen Stellenwert haben und manche Dienstreise überflüssig machen.

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