Verschärfte Maskenpflicht ab Montag
Apotheker und Händler fürchten keine Masken-Engpässe

Münster -

Ab Montag gilt die verschärfte Maskenpflicht. Apotheker und Einzelhändler rechnen nicht damit, dass es zu einem Engpass kommen wird. Die Nachfrage sei jedoch schon stark gestiegen.

Freitag, 22.01.2021, 20:00 Uhr
Die Apotheker Jan Paul Harbecke und Lena Kipp von der Jahreszeitenapotheke zeigen FFP2-Masken und OP-Maske
Die Apotheker Jan Paul Harbecke und Lena Kipp von der Jahreszeitenapotheke zeigen FFP2-Masken und OP-Maske Foto: Oliver Werner

Ab Montag gilt in Münster eine verschärfte Maskenpflicht. In Bussen und Bahnen, in Arztpraxen, im Supermarkt und in Gottesdiensten dürfen dann keine Alltags-, sondern nur noch medizinische Masken, also OP- oder FFP2-Masken, getragen werden.

Die gute Nachricht: Wer vor Montag noch eine Maske benötigt, hat gute Chancen, auch eine zu bekommen, denn Engpässe gibt es in Münster aktuell nicht, berichten Drogeriemitarbeiter, Apotheker und Einzelhändler übereinstimmend. „Wir haben genug medizinische Masken, und wir haben auch gut bevorratet“, sagt Angelika Plassmann von den Hohenzollern-Apotheken. Jan Paul Harbecke von der Jahreszeiten-Apotheke ergänzt: „Engpässe drohen nicht. Der Nachschub aus Asien ist groß genug“.

Zeitweise ausverkauft

Dennoch sei spätestens seit den Bund-Länder-Gesprächen am Dienstag eine stark erhöhte Nachfrage gerade nach FFP2-Masken spürbar. „Der Ansturm ist da, wir sind konstant am Nachbestellen“, erläutert Benjamin Allgaier von Omega Electronics. Täglich bekomme er neue FFP2-Masken rein, dennoch seien sie zwischenzeitlich ausverkauft gewesen – obwohl Omega Electronics aktuell geschlossen ist. „Wir verkaufen die in Kooperation mit den Leezen Heroes“ – einem Fahrradlieferdienst, über den die bestellten Masken oft noch am selben Tag ausgeliefert werden.

Was man über FFP2- und OP-Masken wissen sollte

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  • Alltagsmasken sollen laut einem Bund-Länder-Beschluss künftig bundesweit in vielen Bereichen tabu sein: Bus und Bahn fahren oder Einkaufen gehen: Das soll künftig nur noch mit einer medizinischen Maske, also einer OP-Maske möglich sein. 

    Die wichtigsten Infos über FFP2-Masken im Überblick. 

    Foto: Tobias Hase/dpa
  • Medizinische Masken, vereinfacht OP-Masken genannt, kommen normalerweise in Krankenhäusern und Arztpraxen zum Einsatz.

    Die mehrschichtigen meist grünen oder blauen Masken bestehen aus speziellen Kunststoffen, müssen der Norm EN 14683:2019 entsprechen und tragen ein CE-Zeichen.

    Sie schützen vor allem andere Menschen vor den Tröpfchen, die man beim Sprechen, Lachen oder Husten ausscheidet. Der Eigenschutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus ist bei den Masken begrenzt, wird aber besser, je enger die Maske anliegt.

    Foto: Christoph Soeder/ dpa
  • Können OP-Masken mehrmals verwendet werden?

    Das BfArM schreibt mit Blick auf OP-Masken: Das seien Einwegprodukte, die man regelmäßig wechseln und nach der Verwendung entsorgen sollte. Spätestens, wenn sie durchfeuchtet sind.

    Foto: dpa
  • Haben die OP-Masken Masken wirklich Vorteile gegenüber Alltagsmasken?

    Ja - und das liegt an ihrer Struktur. "In den OP-Masken sind spezielle Vliese verarbeitet. Das sind in aller Regel nicht-gewebte Stoffe, auch Nonwovens genannt, wo die Fasern wild durcheinander liegen", erklärt Frank Drewnick vom Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz. Sie haben damit in aller Regel nicht so große Poren, durch welche die Partikel sonst durchkommen könnten.

    "Außerdem sind die Fasern elektrostatisch geladen und scheiden kleine Partikel dadurch noch mal effektiver ab."

    Foto: dpa/The News & Observer/AP | Robert Willett
  • Was ist der Unterschied zwischen medizinischen (OP-) und FFP2-Masken?

    FFP2-Masken sind partikelfiltrierende Halbmasken. Die Bezeichnung FFP stammt aus dem Englischen (Filtering Face Piece). Ursprünglich sind sie insbesondere aus dem Handwerk bekannt. Die Arbeiter schützen sich damit dagegen, Staub oder andere giftige Stoffe einzuatmen. 

    Die allgegenwärtigen FFP2-Masken müssen mindestens 94 Prozent der Testaerosole abfangen, erläutert das BfArM. Sie schützen also nicht nur andere Menschen, sondern bieten auch für den Träger einen sehr guten, aber keinen hundertprozentigen Schutz vor einer Ansteckung.

    FFP-Masken werden in drei Kategorien eingeteilt - 1 bis 3. Die unterschiedliche Bezeichnung geht darauf zurück, wie viele Aerosole die Masken filtern können.

    Foto: Hendrik Schmidt/dpa
  • Warum sind FFP2-Masken besser als Alltagsmasken?

    Der Unterschied liegt insbesondere darin, ob die Masken eher andere Menschen oder auch die Maskenträger schützen. Bei korrekt sitzenden FFP2-Masken würden beide Seiten vor Partikeln, Tröpfchen und Aerosolen geschützt, erklärt das BfArM.

    Wie die Gesellschaft für Aerosolforschung erläutert, halten einfache Mund-Nasen-Bedeckungen kleinere Partikel nicht so gut ab. Daher seien sie für den Selbstschutz nicht geeignet.

    Für die einfachen Mund-Nasen-Bedeckung - im Sprachgebrauch meist Alltagsmaske genannt - gibt keine Norm und keine wissenschaftlich nachgewiesene Schutzfunktion. Dennoch gehen Experten davon aus, dass auch diese Masken einen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie leisten.

    Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
  • Wo bekommt man FFP2-Masken her?

    Sie werden in Drogerien, Apotheken oder online verkauft. Menschen über 60 Jahren, Risikoschwangere oder chronisch Kranke erhalten derzeit eine bestimmte Anzahl FFP2-Masken günstiger in der Apotheke. Die gesetzlichen Krankenkassen verschicken dafür Gutscheine : Für einen Sechserpack muss man dann nur zwei Euro zuzahlen.

    Experten raten, zunächst einmal nur eine Packung FFP2-Masken auszuprobieren. Im Unterschied zu einfachen Stoffmasken liegen diese wesentlich fester an. Manchmal werden sie als unangenehm empfunden. Beim Kauf sollte man auf das CE-Kennzeichen und eine vierstellige Nummer achten, die Rückschlüsse auf das Prüf-Institut zulässt.

    Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa
  • Worauf sollte ich beim Kauf von FFP2-Masken sonst noch achten?

    Partikelfiltrierende Halbmasken (FFP2/FFP3/KN95) sind für den Einsatz im Gesundheitsbereich zertifiziert und müssen mindestens 95 Prozent der Aerosole abfangen. Wer entsprechende Masken kaufen will, sollte auf der Verpackung auf die Kombination aus CE-Zeichen und vier Zahlen achten, rät der Tüv Nord.

    Erfüllen die Masken die Kriterien der entsprechenden Prüfnorm, bekommt die Verpackung ein CE-Kennzeichen sowie eine vierstellige Nummer. Dies lässt Rückschlüsse auf das Prüf-Institut zu.

    Foto: Friso Gentsch/dpa
  • FFP2, N95 oder KN95?

    Wenig Unterschied macht es dem Präsidenten der Gesellschaft für Aerosolforschung, Christof Asbach, zufolge, ob die Atemschutzmasken aus den Klassen FFP2, N95 oder KN95 sind. «Das ist ein ähnlicher Standard.» Entscheidend sei die Qualität der Masken. Immer noch gebe es nicht ausreichend geprüfte Masken auf dem Markt, die jedoch - fälschlicherweise - als solche ausgezeichnet seien.

    «Man sollte nicht so sehr auf den Preis achten, sondern auf eine vertrauenswürdige Quelle», riet der Experte. Anders als im Frühjahr gibt es nach seiner Einschätzung aber keinen derartigen Engpass mehr an FFP2-Masken.

    Foto: Sven Hoppe/dpa
  • Besser mit oder ohne Ventil?

    FFP2-Masken gibt es mit und ohne Ventil. Haben sie ein Ventil, wird die ausgeatmete Luft nicht so gut gefiltert. Somit ist der Schutz für andere Menschen gering - entsprechend erfüllen die Masken dann nicht wirklich ihren Zweck, der ja auch daran liegt, andere Menschen vor einer möglichen Ansteckung zu schützen.

    Foto: Christin Klose/dpa
  • Wie lange dürfen FFP2-Masken getragen werden?

    Während die Mund-Nasen-Bedeckungen aus Stoff gewaschen und wiederverwendet werden können, sind FFP2-Masken laut dem BfArM vom Hersteller als Einmalprodukte vorgesehen.

    Doch das kann ins Geld gehen, sofern man täglich auf diese Masken angewiesen ist - besonders Haushalte mit wenig Einkommen stellt das womöglich vor Probleme. Das wirft die nächste Frage auf.

    Foto: Christin Klose/dpa-tmn
  • Lassen sich die FFP2-Masken nicht doch aufbereiten?

    Forscher der Fachhochschule (FH) Münster und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster schreiben indes, dass sich FFP2-Masken bis zu fünf Mal aufbereiten lassen : Je nach Beschaffenheit der Maske bei 80 Grad Ober- und Unterhitze für eine Stunde im Ofen, oder indem man sie eine Woche lang an einem Haken im Raum trocknen lässt. Aus verschiedenen Gründen nicht geeignet zur Wiederaufbereitung seien Kochtopf, Mikrowelle, Waschmaschine, Spülmaschine und UV-Lampe. Hier finden Sie eine Infobroschüre zu dem Thema

    Foto: Till Simon Nagel/dpa-tmn
  • Worauf muss ich beim Tragen einer FFP2-Maske achten?

    Wie der Präsident der Gesellschaft für Aerosolforschung, Christof Asbach, erläutert, biete eine FFP2-Maske nur dann den versprochenen Schutz, wenn sie eng anliege. Je nach Gesichtsform treffe das nicht bei jedem Modell zu. Luft - und damit auch eventuell Viren - ströme dann an den Seiten der Maske vorbei, erklärte Asbach.

    «Wenn die nicht sauber abschließt, ist sie nicht wirksamer als eine einfache Maske.» Ein besonderes Problem hätten zudem Bartträger. Es gebe in der Industrie sehr teure Alternativen mit Rundum-Visieren, sichereren Hepafiltern und Luftpumpen. Das sei aber nicht für den Alltagsgebrauch gedacht. «Im Grunde bleibt eigentlich nur die Möglichkeit, sich zu rasieren.»

    Foto: Sven Hoppe/dpa
  • Bin ich mit einer FFP2-Maske sicher?

    Experten warnen vor falschen Vorstellungen bezüglich der Sicherheit von FFP2-Masken . Diese böten selbst dann keinen hundertprozentigen Schutz, wenn sie perfekt getragen würden.

    Die Masken müssten den Anforderungen zufolge 94 Prozent der Partikel filtern - damit gingen immer noch 6 Prozent durch. 

    Foto: Sven Hoppe/dpa
  • Wo bekomme ich weitere Infos?

    Aktuelle Infos rund um das Thema Coronavirus finden Sie in unserem Special und unserem regionalen Coronavirus-Newsticker. 

    Foto: Jasper Jacobs/BELGA/dpa
  • Foto: dpa

Auch Mitarbeiter von DM und Rossmann berichten, dass FFP2-Masken zeitweise ausverkauft gewesen seien, doch Nachlieferungen kämen mehrmals wöchentlich und OP-Masken seien meistens vorhanden. Plassmann wird konkreter: In ihren drei Apotheken seien „alleine im Januar 7000 bis 8000 FFP2-Masken verkauft worden“.

FFP2-Masken können wiederverwendet werden

Darin sind jene, die per Coupon vergünstigt an Risikopatienten ausgegeben wurden, noch nicht einmal enthalten. „Coupons sind aktuell ein riesen Thema. Die Nachfrage ist groß, auch wenn es viele gibt, die trotz einer Berechtigung noch keine bekommen haben“, berichtet Jan Paul Harbecke. Preislich liegen einzelne OP-Masken in Münster zwischen 50 Cent und einem Euro, FFP2-Masken zwischen 2,50 Euro und drei Euro. „Noch sehe ich keinen Preisanstieg bei den Zulieferern“, sagt Plassmann.

Wer sparen möchte, kann FFP2-Masken, eigentlich Einmalprodukte, laut Wissenschaftlern der Fachhochschule Münster wiederverwenden, nachdem sie entweder bei 80 Grad eine Stunde im Ofen getrocknet oder sieben Tage bei Raumluft gelüftet wurden.

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