Hochschulkooperationen nach dem Brexit
Austausch und Kooperation gehen vorerst weiter

Münster -

Was bedeutet der Brexit eigentlich für Münsters Hochschulen? Das Austausch-Programm Erasmus leidet unter dem Brexit. Doch nicht alle Kooperationen mit britischen Hochschulen sind so stark betroffen.

Montag, 25.01.2021, 09:00 Uhr
Die Kooperationen mit Hochschulen in Großbritannien laufen auch nach dem vollzogenen Brexit vorerst weiter.
Die Kooperationen mit Hochschulen in Großbritannien laufen auch nach dem vollzogenen Brexit vorerst weiter. Foto: dpa

Das internationale EU-Studierendenaustausch-Programm Erasmus hat seit knapp einem Jahr noch mit ärgeren Hindernissen als dem jetzt vollzogenen Brexit zu kämpfen. Wegen der Pandemie sind viele der vereinbarten Auslandsstudienaufenthalte ohnehin ausgefallen.

 48 münsterische Studierende der Universität wollen oder besser wollten noch in diesem Jahr im Rahmen des Erasmus-Programms an einer britischen Hochschule für ein oder zwei Semester studieren. Bei 22 sei schon klar, dass sie den Aufenthalt nicht antreten, heißt es von der WWU . Auf null ist derzeit die Zahl der Erasmus-Gäste aus Großbritannien an der WWU gesunken, ergänzt Uni-Sprecher Norbert Robers .

Ungewisse Zukunft für Erasmus-Programme

Dabei ist der Erasmus-Austausch mit Großbritannien jetzt bis Ende März 2023 verlängert worden, wie das International Office der WWU den Fachbereichen mitteilte. Diese vereinbaren mit Hochschulinstituten im Ausland Partnerschaften. Das Englische Seminar unterhält für das Erasmus-Programm Partnerschaften mit den Universitäten in Sheffield und Northampton – wie es damit über die jetzt gesetzte Frist weitergehen kann, sei noch ungewiss.

Studiengebühren, die in britischen Hochschulen ganz erheblich ausfallen, könnten für deutsche oder Studierende aus anderen EU-Ländern nun den Aufenthalt im UK von vornherein stark erschweren.

Entwarnung für Forschungsprojekte

Großbritannien hat für einheimische Studierende, die einen Auslandsaufenthalt planen, ein neues Programm aufgelegt, für Deutsche, die es nach Großbritannien zieht, bietet der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) etwa das Stipendien-Programm „Promos“ an.

Für die vielfältigen kooperativen Forschungsprojekte mit britischer Beteiligung gebe es vorerst Entwarnung, erklärt WWU-Sprecher Robers. Sie liefen bis zum vereinbarten Ende weiter. Im EU-finanzierten großen Forschungsprogramm „Horizon“ ist es Briten sogar weiterhin möglich, prinzipiell teilzunehmen. Bei den Horizon-Projekten muss nur eine der beteiligten Hochschulen aus einem EU-Mitgliedsstaat kommen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7781896?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
Nachrichten-Ticker