IHK-Hauptgeschäftsführer zur Zukunft Münsters
„Die Sorgen sind schon sehr berechtigt“

Münster -

Dr. Fritz Jaeckel kennt Münster aus unterschiedlichen perspektiven. der Hauptgeschäftsführer der IHK Nord Westfalen erklärt im Interview, wie sich die Stadt seiner Meinung Corona stellen kann – und wie sie sich durch die Pandemie verändern wird. Von Björn Meyer
Samstag, 06.02.2021, 17:35 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 06.02.2021, 17:35 Uhr
Dr. Fritz Jaeckel, Hauptgeschäftsführer der IHK Nord Westfalen, setzt für die Zukunft der Innenstadt Münsters auf einen besonderen Mix. Im Gespräch mit unserer Zeitung sprach er unter anderem über den Prinzipalmarkt, Verkehrskonzepte und die Stadt als Messestandort.
Dr. Fritz Jaeckel, Hauptgeschäftsführer der IHK Nord Westfalen, setzt für die Zukunft der Innenstadt Münsters auf einen besonderen Mix. Im Gespräch mit unserer Zeitung sprach er unter anderem über den Prinzipalmarkt, Verkehrskonzepte und die Stadt als Messestandort. Foto: Roman Mensing
Seit 2018 ist Dr. Fritz Jaeckel Hauptgeschäftsführer der IHK Nord Westfalen mit Sitz in Münster. Zuvor war der heute 57-jährige Familienvater von drei Kindern Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten und Chef der Staatskanzlei im Kabinett von Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich. In seiner Freizeit liest Jaeckel gerne gute Bücher, und er genießt die sieben Kilometer lange, tägliche Strecke mit seinem Fahrrad zum Büro. Vor allem aber kennt Jaeckel die Stadt aus Gesprächen mit unzähligen Gesprächspartnern aus unterschiedlichsten Perspektiven. Unserer Zeitung schilderte er im Gespräch, wie Münster sich den Folgen der Corona-Pandemie stellen kann und wie sich die Stadt seiner Einschätzung nach verändern wird. Bei einem Thema, das seit Monaten in der Stadt kontrovers diskutiert wird, mahnt Jaeckel zwar, äußert sich zugleich aber zufrieden mit den aktuellen Entwicklungen. Die Innenstadt ist das Herz von Münster, sie zieht normalerweise Einheimische und Touristen gleichermaßen an. Durch die Pandemie geraten aber auch alt eingesessene Geschäftsleute unter existenziellen Druck. Wie groß sind Ihre Sorgen in dieser Hinsicht aktuell? Jaeckel: Die Sorgen, wie sich die Innenstadt in Münster weiterentwickeln kann, sind schon sehr berechtigt. Wir sehen, dass auch die Unternehmen, die in innovative Konzepte investieren, die ihre Sortimente im Griff haben und ihre Zielgruppen kennen, durch den Wegfall von Umsätzen in erhebliche Schwierigkeiten geraten. Was zum Beispiel auf dem Prinzipalmarkt passiert, das sind Deinvestitionen. Das wäre noch vor einem Jahr undenkbar gewesen. Wir werden da zu Leerständen kommen, das ist eine sehr gefährliche Entwicklung. Die Situation, dass Innenstädte unter Druck geraten, ist nicht neu. Wie groß ist in Bezug auf Münster der Anteil der Pandemie? Jaeckel: Die Pandemie ist der Treiber der Entwicklung, die wir momentan sehen. Auf der anderen Seite, wenn wir ein bisschen nach vorne blicken, haben wir auch Dinge, die wir positiv vermerken können. Was ich hervorragend finde ist, dass wir Initiativen wie die ISI (Anm. d. Redaktion: Initiative starke Innenstadt) und die ISG (Immobilien- und Standortgemeinschaft) im Bahnhofsviertel haben, die unter Einbeziehung der Hoteliers und Dienstleister, der Immobilieneigentümer und Gastronomen darüber nachdenken können, was man für die Stadt alles tun kann. Das heißt, wir sind organisiert für entsprechende Neuentwicklungen und Konzepte, die die Innenstadt nach der Pandemie wiederbeleben werden. Münster ist attraktiv – und das wird es auch bleiben.
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