Münster-Krimi mit neuer Folge
Wilsberg und die totale digitale Kontrolle

Münster -

Was man sonst vor allem aus China kennt, wird im ZDF-Krimi „Wilsberg“ nun in Münster eingeführt: Wer sich sozial verhält, kann Punkte sammeln und sich Privilegien verdienen. Doch Detektiv Wilsberg mag da nicht mitmachen. Er will beweisen, dass totale Überwachung von Übel ist.

Samstag, 20.02.2021, 12:00 Uhr
Münster-Krimi mit neuer Folge: Wilsberg und die totale digitale Kontrolle
Wilsberg (Leonard Lansink) macht sich ein Bild von brisanten Unterlagen. Foto: ZDF/Guideo Engels

Schöne neue Überwachungswelt: Wer es in der nächsten Episode der beliebten „ Wilsberg “-Krimireihe im ZDF zu etwas bringen will, sollte nett zu den Nachbarn sein, den Müll an die Straße stellen und pünktlich die Miete zahlen. Seit in Münster die neue App zum Sozialpunkte-Sammeln verfügbar ist, wird Gutes tun belohnt, Missetaten bedeuten Punktabzug. Ausgerechnet in der westfälischen Idylle und Heimat des bücherliebenden Detektivs ( Leonard Lansink ) droht die Fantasie der totalen digitalen Kontrolle Wirklichkeit zu werden.

Die neue „Wilsberg“-Folge „Überwachen und belohnen“ ist am Samstag (20. Februar) um 20.15 Uhr im ZDF zu sehen. Es ist die 71. Folge des TV-Krimis. Die Dreharbeiten mussten wegen der Corona-Pandemie zwischenzeitlich verschoben werden.

Wilsberg sieht die Sache skeptisch

Nach chinesischem Vorbild hat der Konzern „Social Credit“ ein ausgeklügeltes Punktesystem für soziale Optimierung eingeführt: Ähnlich wie beim digitalen Rabattsammeln an der Supermarktkasse kann jeder teilnehmende Bürger seinen sozialen Kontostand aufpolieren. Mit Hilfe der alles und jeden aufzeichnenden Kameras in der Stadt werden Pluspunkte für Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Regeltreue vergeben. Wer reichlich punktet, darf auf allerlei Vorteile hoffen: begehrte Konzerttickets, Bevorzugung bei der Wohnungssuche oder den nächsten Karriereschritt.

Kaum verwunderlich, dass Privatermittler Wilsberg – bücherliebend, dickköpfig, wenig technikaffin und von Berufswegen skeptisch – da nicht mitmacht. „Meine guten Taten sind meine Privatsache“, sagt er aus Überzeugung. „Privatsache - das ist auch so ein Wort von vorgestern“, kontert seine Nichte Alex (Ina Paule Klink), die sich nicht nur als Nutzerin der neuen App auf die Seite des Sozialpunkte-Konzerns geschlagen hat, sondern auch als Anwältin für ihn arbeitet. „Kann ja jeder selbst entscheiden, ob er sich Vorteile verschafft“, unterstreicht sie den nur scheinbar freiwilligen Ansatz der App.

Neue "Wilsberg"-Folge: "Überwachen und belohnen"

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  • In Münster wird ein Sozialkreditsystem eingeführt. Bürgerinnen und Bürger werden überwacht und für ihr soziales Verhalten belohnt. Wilsberg (Leonard Lansink) und Merle (Janina Fautz) glauben nicht daran, dass dies zum Wohle der Menschheit passiert.

    Foto: ZDF/Guido Engels.
  • Wilsberg (Leonard Lansink) und Christine Lau (Susanne Bormann) finden einen Stick mit Daten, die ihr Freund in seinem Loft versteckt hatte. Andere scheinen auch auf der Suche nach diesen Unterlagen zu sein, in seiner Wohnung wurde eingebrochen.

    Foto: ZDF/Guido Engels.
  • Wilsberg (Leonard Lansink) macht sich ein Bild von brisanten Unterlagen.

    Foto: ZDF/Guido Engels.
  • Merle (Janina Fautz, l.) findet das Antiquariat verschlossen vor. Kann die Nachbarin (Daniela Lebang, r.) ihr Wilsbergs neue Adresse verraten?

    Foto: ZDF/Guido Engels.
  • Dass Wilsberg (Leonard Lansink) weder Pakete der Nachbarn annimmt, noch die Mülltonnen rausstellt, wird von einer Nachbarin (Daniela Lebang) direkt in die Sozialkreditsystem-App eingetragen.

    Foto: ZDF/Guido Engels.
  • Der Fall ist gelöst. Anna Springer (Rita Russek, l.) hat allen Grund, Alex Holtkamp (Ina Paule Klink, r.) zu danken.

    Foto: ZDF/Guido Engels.
  • Wilsberg (Leonard Lansink, r.) schaltet Anna Springer (Rita Russek, l.) und Overbeck (Roland Jankowsky, M.) ein, damit sie die Daten auf einem Stick auswerten.

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  • Alex (Ina Paule Klink) ist sauer auf Ekki (Oliver Korittke), weil der sich für eine Recherche hat einspannen lassen.

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  • Christine Lau (Susanne Bormann) und Bernd Anger (Orestes Fiedler) haben eine Ahnung, wer für den Mord an Christines Freund verantwortlich ist.

    Foto: ZDF/Guido Engels.
  • Die geheime Unterhaltung von Alex (Ina Paule Klink, M.) und Ekki (Oliver Korittke, r.) auf der Toilette wird von Bernd Anger (Orestes Fiedler, l.) unterbrochen.

    Foto: ZDF/Guido Engels.
  • Der Sicherheitschef Adam Schenk (Torben Liebrecht) hat ein Auge auf alle Aktivisten, die der Firma schaden könnten.

    Foto: ZDF/Guido Engels.
  • Overbeck (Roland Jankowsky) bringt brisante Unterlagen zu Wilsberg. Seine Verkleidung soll verhindern, dass er von Überwachungskameras erkannt wird.

    Foto: ZDF/Guido Engels.
  • Anna Springer (Rita Russek, l.) wollte Wilsberg (Leonard Lansink, M.) eigentlich für ein Frühstück besuchen, aber Overbeck (Roland Jankowsky, r.) unterbricht die Zweisamkeit.

    Foto: ZDF/Guido Engels.
  • Wilsbergs (Leonard Lansink) Übergangswohnung ist eine alte Halle, die er notdürftig eingerichtet hat. In der improvisierten Küche darf natürlich die Kaffeemaschine nicht fehlen.

    Foto: ZDF/Guido Engels.
  • Anna Springer (Rita Russek) ist überrascht über die Dinge, die sie über ihren neuen Chef herausgefunden hat.

    Foto: ZDF/Guido Engels.
  • Merle (Janina Fautz) erklärt wichtige Zusammenhänge.

    Foto: ZDF/Guido Engels.
  • Christine Lau (Susanne Bormann) vertraut Bernd Anger (Orestes Fiedler) an, dass Wilsberg mit geheimen Dokumenten an die Öffentlichkeit gehen will.

    Foto: ZDF/Guido Engels.
  • Overbeck (Roland Jankowsky) und Merle (Janina Fautz) sind sich nicht sicher, ob die ihnen vorliegenden Dokumente als Beweis ausreichen.

    Foto: ZDF/Guido Engels.
  • Bernd Anger (Orestes Fiedler) weiß noch nicht, dass er Teil eines größeren Plans ist.

    Foto: ZDF/Guido Engels.
  • Alex (Ina Paule Klink) beobachtet, wie immer mehr Personen gefeuert werden. Der Grund: In ihrer Freizeit verhalten sich die Angestellten nicht so, wie es erwünscht ist. Das gibt Punkteabzug im Sozialkreditsystem.

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  • Juliane Hell (Katharina Nesytowa, l.) erklärt Alex (Ina Paule Klink, r.), dass das Sozialkreditsystem die Welt besser macht.

    Foto: ZDF/Guido Engels.
  • Alex (Ina Paule Klink, r.) bekommt gute berufliche Chancen im Unternehmen in Aussicht gestellt. Juliane Hell (Katharina Nesytowa, l.) legt Alex allerdings nahe, den Kontakt zu Wilsberg abzubrechen.

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  • Statt Empathie für die Situation zu zeigen, philosophiert Overbeck (Roland Jankowsky) über Poststrukturalismus. Anna Springer (Rita Russek) weist ihn dafür in die Schranken.

    Foto: ZDF/Guido Engels.
  • kki (Oliver Korittke) hilft einer Kollegin beim Aktenschleppen, um für die gute Tat Punkte in dem neuen Sozialkreditsystem zu erhalten.

    Foto: ZDF/Guido Engels.
  • Christine Lau (Susanne Bormann) glaubt, dass ihr Freund ermordet wurde. Wilsberg (Leonard Lansink) soll dafür Beweise finden.

    Foto: ZDF/Guido Engels.

Und dann auch noch ein Mord

Schon bald zeichnet sich die perfide Logik des umfassenden Social-Scoring-Systems ab: Wer sich entzieht, fällt aus der Welt, kann nicht mehr teilnehmen am gesellschaftlichen Leben. Noch übler trifft es diejenigen, die dem Konzern das Handwerk legen wollen. Davon ist zumindest die trauernde Freundin (Susanne Bormann) des ums Leben gekommenen Richard überzeugt. Irgendwer hat es aussehen lassen wollen, als sei der Entwicklungschef von „Social Credit“ Opfer eines Verkehrsunfalls mit Fahrerflucht geworden. Tatsächlich hatte er belastendes Material gegen seine Firma gesammelt und mit einer Bürgerinitiative gegen das Big-Data-Projekt zusammengearbeitet.

Wilsberg muss also nicht nur einen Mord beweisen, sondern begibt sich auch auf die Suche nach den brisanten Unterlagen. Wie gut, dass er auf seine Freunde bauen kann – auch wenn diese in der Welt der totalen digitalen Kontrolle schon durch ihre Bekanntschaft zum kauzigen Ermittler in Misskredit zu fallen drohen.

Zwischen Philosophie-Lexikon und Inspektor Clueso

Big Data, Korruption und Kontrolle: Mit der neuen Folge „Überwachen und belohnen“ nehmen sich die Wilsberg-Macher (Buch: David Ungureit; Regie: Dominic Müller) die ganz großen Themen vor. Und es wird auch kurios: Polizeitrottel Overbeck (Roland Jankowsky) brilliert als komische Mischung aus wandelndem Philosophie-Lexikon und Inspektor Clueso.

Krimidrehorte vom Tatort und Wilsberg

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  • Das Antiquariat Solder dient als Dreh- und Angelpunkt von Wilsberg.

    Foto: Markus Lehmann
  • Bei Wilsberg und im Tatort eignet sich der Aasee für dramatische Auftritte und um eine Leiche unter- und auftauchen zu lassen.

    Foto: Oliver Werner
  • Der Aaseitenweg ist auch ein bekannter Drehort.

    Foto: Peter Imkamp
  • Der Allwetterzoo diente dem Tatort-Team bereits als Drehort.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Auch der Alte Steinweg ist hin und wieder im Fernsehen zu sehen.

    Foto: Oliver Werner
  • Auch grüne Umgebung schützt im Film nicht vor Verbrechen.

    Foto: Julia Erdmann
  • Die Diözesanbibliothek diente bereits als Bankgebäude oder Firmenzentrale.

    Foto: Oliver Werner
  • Auch der Erbdrostenhof wurde schon zum Drehort.

    Foto: Markus Lehmann
  • Prinzipalmarkt und Lambertikirche sind stets untrügliche Zeichen dafür, dass auch wirklich in Münster gedreht wurde.

    Foto: Oliver Werner
  • Auch im LWL Museum am Domplatz haben die TV-Spürnasen schon ermittelt.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Die Steinbrücke, die am Spiekerhof über die Aa führt, war ebenfalls schon ein Drehort.

    Foto: Peter Imkamp
  • Wilsbergs Kumpel Ekki Thalkötter geht in "Münsters Finanzamt" seinen beruflichen Pflichten als Steuerprüfer nach.

    Foto: Annika Wienhölter
  • Der Stadthausturm spielte im Tatort und bei Wilsberg bereits zentrale Rollen.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Stubengasse war ebenfalls schon Drehort für Tatort und Wilsberg.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Überwasserkirche rückt recht häufig ins Bild, unter anderem, weil Wilsberg "sein" Antiquariat direkt gegenüber hat.

    Foto: Oliver Werner
  • Der Prinzipalplatz von Münster ist immer ein Teil im Tatort und Wilsberg Krimi.

    Foto: Markus Lehmann
  • Auch von diesem Winkel aus wird der Prinzipalplatz gerne genutzt.

    Foto: Markus Lehmann
  • In Münsters Szene-Hafen ist Wilsbergs Patentochter als Rechtsanwältin tätig.

    Foto: Markus Lehmann
  • Der Friedensaal diente schon als Drehort für beide Krimis.

    Foto: Markus Lehmann
  • Das Amtsgericht musste in den älteren Wilsberg-Folgen als Stadtverwaltung herhalten.

    Foto: Markus Lehmann
  • Dieses Universitätsgebäude dient im Wilsberg als Polizeirevier.

    Foto: Markus Lehmann
  • Bei einem Tatort wurde der Hafen-Kran in einer Schluss-Szene verwendet.

    Foto: Markus Lehmann
  • Der alte Sitz des Aschendorff-Verlages diente im Tatort als eine Großbäckerei.

    Foto: Markus Lehmann
  • Im Bankhaus Lampe war im Tatort ein Priesterseminar untergebracht.

    Foto: Markus Lehmann
  • Auch die Redaktionszentrale der WN war schon Drehort für eine Wilsberg-Folge.

    Foto: Markus Lehmann
  • Das Universitätsschloss wird gerne als Drehort von beiden Münsterkrimis verwendet.

    Foto: Markus Lehmann
  • Der Domplatz ist ein gern genutzter Hintergrund für beide Krimis.

    Foto: Markus Lehmann
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