Innenstadt-Ideen
Starker Einzelhandel trifft auf „Mikro-Kieze“

Münster -

Erst der Aufstieg des Online-Handels, dann Corona: Die Situation der Innenstädte hat sich in letzter Zeit zusehends verschlechtert. Jetzt hat Planungsdezernent Robin Denstorff Visionen skizziert, was Münster tun kann, damit die City weiter attraktiv bleibt.

Donnerstag, 18.02.2021, 17:00 Uhr aktualisiert: 18.02.2021, 19:21 Uhr
Städtebaulichen Reparaturbedarf sieht Robin Denstorff unter anderem in diesem Bereich am Bült.
Städtebaulichen Reparaturbedarf sieht Robin Denstorff unter anderem in diesem Bereich am Bült. Foto: Oliver Werner

Mikro-Kieze, konsumfreie öffentliche Räume, Ausprobier-Lagen: Im Vortrag von Planungsdezernent Robin Denstorff im Marketing-Ausschuss kommen Begriffe vor, von denen außerhalb dieses Gremiums wohl viele noch nie gehört haben – die aber in nächster Zeit deutlich bekannter werden dürften. Die Visionen, die Denstorff jetzt präsentiert hat, sind keine neuen Ideen für den Hawerkamp oder den Hafen, sondern für die Innenstadt. Natürlich soll die City nach Corona nicht zu einer Spielwiese alternativer Träumer werden. Der Dezernent ist gleichwohl fest überzeugt, dass sie nach Corona eine andere sein wird – und sucht daher nach Antworten, wie die absehbaren Veränderungen gesteuert werden können, damit sich Münster auch in Zukunft positiv entwickelt.

Erste Leerstände in der Innenstadt

Die Verdrängung des stationären Handels durch das Online-Shopping hat durch Corona an Dynamik gewonnen, in der Innenstadt stehen die ersten Ladenlokale leer . Das sei „erschreckend“, sagt Denstorff. Umso mehr sei es nun Aufgabe aller Akteure, gemeinsam „und mit Zuversicht“ die Weiterentwicklung der Innenstadt anzugehen.

Denstorff nennt Beispiele, wie sie in Zukunft an Attraktivität gewinnen kann: „Urbane Produktion wird eine Renaissance erleben“, ist er überzeugt – also lokales Handwerk mit individuellen Produkten. Er spricht von konsumfreien Räumen, in denen man „nur die Sonne und die Luft genießen kann“ – ohne etwas kaufen zu müssen. Er wirbt für „Hitzeinseln“, Grünflächen mit Sitzmöglichkeiten. „Wenn sich alle zusammentun“, hofft er, werde die Innenstadt noch stärker. Ein starker Einzelhandel ist für Denstorff weiterhin gesetzt.

Kreative Nutzung auf dem Hörsterplatz?

Auch dies gehört für ihn zur Innenstadt der Zukunft: noch bessere Erreichbarkeit mit dem Rad, weniger Autos. Wobei er lieber von „innerer Stadt“ statt „Innenstadt“ spricht. Zu dieser inneren Stadt gehören für ihn auch Schloss, Wolbecker Straße, Hammer Straße – und Hörsterstraße, „autofrei vom Standesamt bis zum Bült“, den wiederum will er von Parkplätzen befreien. Auf Teilen des Hörsterplatzes kann er sich gut eine gemischt genutzte Halle vorstellen, mit regionalen Produkten, Galerien, Bühne, Gastronomie, kreativen Gründerideen.

Manche Ansätze könnten kurzfristig, andere bis 2030 umgesetzt werden. Er spricht von einem „guten Beitrag zur Stadtentwicklung“ und appelliert an alle Akteure, „nicht den Kopf in den Sand zu stecken“ – sondern die Herausforderung anzunehmen.

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