Schulausschuss
Stadt Münster schafft iPads für fast alle an

Münster -

Einen dritten Schullockdown ohne ausreichende digitale Ausstattung der Kinder und Jugendlichen soll es nicht mehr geben: Mit Stimmen der Rathauskoalition wurde beschlossen, dass kurzfristig für 11.700 Schülerinnen und Schüler Leihgeräte gekauft werden sollen. Zu wenig, meint die CDU – sie wollte iPads für alle.

Mittwoch, 24.02.2021, 07:00 Uhr
Schulausschuss: Stadt Münster schafft iPads für fast alle an
Foto: dpa

Die Stadt Münster greift für die digitale Ausstattung der Schulen im laufenden Jahr tief in die Schatulle. Die allgemeinbildenden Schulen werden nach dem Beschluss des Schulausschusses am Dienstagabend, dem der Rat noch folgen muss, noch in diesem Schuljahr 11 700 iPads für den digitalen Unterricht als Leihgeräte für die Schulen anschaffen. Dies hatte die Mehrheitskoalition von Grünen, SPD und Volt beantragt. Dafür sind rund sechs Millionen Euro veranschlagt.

Somit gibt es – anders als von der CDU beantragt – nicht iPads für alle, also für jede Schülerin und jeden Schüler einer städtischen Schule. Der mit Stimmen der Koalition und der Linken verabschiedete Vorschlag sieht vor, dass an den Grundschulen für jeweils zwei Kinder ein Gerät zur Verfügung stehen soll. Hauptschulen, Förderschulen, die Schule für Kranke und die Sekundarschule sollen pro Schüler ein iPad erhalten, an allen anderen allgemeinbildenden Schulen sollen bis einschließlich Klasse 7 für die Hälfte der Kinder Geräte zur Verfügung stehen, ab Klasse 8 dann für jeden Jugendlichen. Dabei soll die Stadt bereits ausgegebene Geräte aus Bundesmitteln des Digitalpakts berücksichtigen.

Die iPads sollen, wie die bisher in den städtischen Schulen bereits genutzten Tablets, von der Citeq gewartet und konfiguriert werden, Regeln für die private Nutzung soll jede Schule festlegen. Nicht berücksichtigt in diesem Paket sind die Berufskollegs.

Keine Anschaffung weiterer Luftfilteranlagen 

Der Wunsch der CDU, sämtliche Kinder und Jugendlichen für etwa 17 Millionen Euro ad hoc mit den Geräten auszustatten, soll sich nach Vorstellung der Koalition bis spätestens 2025 erfüllen. CDU-Ratsfrau Carmen Greefrath bedauerte, dass nun vorerst die Schülerschaft gespalten sei.

Die SPD-Schulpolitikerin Doris Feldmann bedauerte, dass der Beschluss erst jetzt gefasst werde. Während der Pandemie hatten sich mehrere Schulen selbst mit Kostenbeteiligung der Eltern auf den Weg gemacht, um die Geräte anzuschaffen. Dies sei nicht gesetzeskonform gewesen, so Feldmann.

Keine Mehrheit fand der Antrag der CDU, für weitere 4,7 Millionen Euro für sämtliche Schulräume Luftfilteranlagen anzuschaffen, um das Infektionsrisiko zu senken. Hier müsse abgewogen werden, sagte der grüne Fraktionschef Christoph Kattentidt. Die Schulen selbst seien mit den sehr großen und oft „störend lauten Geräten“ nicht immer glücklich. 300 Anlagen waren bereits von der Stadt angeschafft worden. Gleichwohl wurde die Verwaltung beauftragt, zu sondieren, ob aus Landesmitteln für Luftfilteranlagen noch Mittel verfügbar seien.

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