UKM-Direktor zur Corona-Lage
Van Aken: Ostern droht die dritte Welle

Münster -

Zu Ostern droht eine dritte Corona-Welle, sagt der Direktor des Uniklinikums Münster. Grund sei die steigenden Fälle der britischen Virusvariante. Bei Öffnungen ist Van Aken zurückhaltend.

Donnerstag, 25.02.2021, 01:00 Uhr aktualisiert: 25.02.2021, 12:04 Uhr
Prof. Dr. Hugo Van Aken, Ärztlicher Direktor des Uniklinikums
Prof. Dr. Hugo Van Aken, Ärztlicher Direktor des Uniklinikums Foto: Oliver Werner

Für die Bundeskanzlerin ist die dritte Corona-Welle bereits da. Der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Münster ( UKM ), Prof. Dr. Hugo Van Aken, rechnet im April damit. „Wir werden mit Sicherheit eine dritte Welle bekommen. Auf jeden Fall nach Ostern “, sagt UKM-Vorstandsvorsitzende voraus.

Die Niederlande und Belgien, beide Länder grenzen an NRW, erwarten die dritte Welle durch die große Verbreitung der britischen Corona-Variante für die letzte März- oder erste Aprilwoche. Die Erfahrungen der ersten beiden Wellen hätten gezeigt, dass NRW die höchsten Infektionszahlen rund zwei Wochen nach dem niederländischen Peak zu erwarten habe. Eine Überlastung der Krankenhäuser droht nach Einschätzung Van Akens, der Mitglied im Krisenstab der Stadt ist, nicht: Wir haben genügend Betten, auch bei höheren Fallzahlen.“

UKM-Direktor begrüßt Schulöffnungen

Der Mediziner begrüßt die Öffnung von Schulen und Kindertagesstätten, auch wegen der starken sozialen Komponente. Er rät zur Einhaltung von Schutzmaßnahmen, weil Kinder sich zwar kaum infizieren, aber das Virus verbreiten könnten.

Für die Öffnung von Restaurants sieht Van Aken derzeit wenig Chancen. Über eine Öffnung des Einzelhandels könne man nachdenken – mit strengem Hygienekonzept und Auflagen zur Obergrenze der Verkaufsfläche und Personenanzahl.

Diese neuen Regelungen gelten in NRW

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  • NRW lockert ab dem 22. Februar einige Regelungen. Hier ein Überblick. 

    Foto: dpa
  • Verlängerung des Lockdowns

    Der Lockdown geht in die nächste Verlängerung: Die aktuell geltenden Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie werden grundsätzlich bis zum 7. März verlängert. 

    Foto: Annette Riedl
  • Weitere Öffnungsschritte erst bei stabiler Inzidenz von höchstens 35

    Bund und Länder sehen die Möglichkeit für weitergehende Öffnungsschritte in der Corona-Pandemie erst bei einer stabilen 7-Tage-Inzidenz von höchstens 35 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner. Dann sollten der Einzelhandel, Museen und Galerien sowie Betriebe mit körpernahen Dienstleistungen wieder aufmachen können, wie aus dem Beschlusspapier vom Mittwoch hervorgeht.

    Foto: Tom Weller
  • Öffnung von Friseursalons ab 1. März

    Friseurbetriebe dürfen dem Beschluss zufolge den Betrieb am 1. März wieder aufnehmen -«unter Auflagen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts mit Reservierungen sowie unter Nutzung medizinischer Masken». Begründet wird dies mit der «Bedeutung von Friseuren für die Körperhygiene», insbesondere Ältere seien darauf angewiesen.

    Foto: Jens Büttner
  • Lockerungen beim Freizeitsport 

    Der Sport allein, zu zweit oder ausschließlich mit Personen des eigenen Hausstandes auf Sportanlagen unter freiem Himmel einschließlich der sportlichen Ausbildung im Einzelunterricht ist ab dem 22. Februar wieder zulässig. Zwischen den verschiedenen Personen oder Personengruppen, die gleichzeitig Sport auf Sportanlagen unter freiem Himmel treiben dürfen, ist dauerhaft ein Mindestabstand von fünf Metern einzuhalten. Sporthallen und Schwimmbäder bleiben dagegen vorerst für den privaten Sport geschlossen.

    Foto: Diverse
  • Länder sollen selbst über Schulöffnungen entscheiden

    Wann es welche Öffnungsschritte in Schulen und Kindertagesstätten geben soll, wird nicht bundeseinheitlich geregelt. Merkel sagte, sie hätte mit diesen Öffnungen gerne erst ab dem 1. März begonnen. Die Länder, die für Bildung zuständig sind, hätten dies aber anders beurteilt.

    In NRW sollen die ersten Schüler ab dem 22. Februar in die Schule zurückkehren. Das sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet am Mittwoch nach den Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Krise. 

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  • Viele Fragen bleiben offen

    Offen bleibt, wie es für Restaurants, Hotels, Museen, Clubs, Theater und Konzerthäuser sowie den Amateursport weitergehen soll. In dem Beschluss heißt es dazu lediglich, Bund und Länder arbeiteten «weiter an der Entwicklung nächster Schritte der sicheren und gerechten Öffnungsstrategie».

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  • Frühlingsblüher und Saatgut dürfen verkauft werden
    Die Ausnahme zum Verkauf von Schnittblumen und kurzfristig verderblichen Topfpflanzen gilt künftig auch für Gemüsepflanzen und Saatgut (Samen, Zwiebeln, Pflanzkartoffeln etc.). Diese Waren einschließlich des unmittelbaren Zubehörs dürfen auch von Bau- und Gartenmärkten verkauft werden. Solche Märkte müssen den Verkauf an Privatleute aber dann ausschließlich auf diese Waren begrenzen und dürfen dabei ausdrücklich keine anderen Sortimente verkaufen.

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