Performance zu Distanz in Corona-Zeiten
Der Reifrock hält auf Abstand

Münster -

Ein Reifrock ist ein modisch gespreizter Unterrock. So etwas trägt heutzutage niemand mehr – es sei denn, um Abstand zu halten. Denn Reifrockträger müssen zwangsläufig Corona-Distanz wahren.

Sonntag, 28.02.2021, 18:00 Uhr
Die Künstlerin Elke Stöver organisierte eine Performance zum Thema „Abstand“: Die Teilnehmer des Zugs durch die Innenstadt trugen Reifröcke, um 1,50 Meter Corona-Distanz zu wahren.
Die Künstlerin Elke Stöver organisierte eine Performance zum Thema „Abstand“: Die Teilnehmer des Zugs durch die Innenstadt trugen Reifröcke, um 1,50 Meter Corona-Distanz zu wahren. Foto: Luca Pals

Wenn über 70 Menschen als Gruppe über den Prinzipalmarkt laufen, sorgt das in Pandemie-Zeiten allein schon für viel Aufsehen. Wenn diese sich dann noch mit einem aus Peddigrohr hergestellten Abstandshalter durch die Innenstadt bewegen, ist die Aufmerksamkeit aller Passanten sicher. So geschehen am Samstagnachmittag, als Freunde, Verwandte und Bekannte dem Aufruf der Künstlerin Elke Stöver gefolgt waren – um auszutesten, was 1,50 Meter in Wirklichkeit sind.

Das Material für die Reifröcke, die vom Oberkörper abwärts getragen wurden, stellte Stöver den Teilnehmern im Vorfeld zur Verfügung. Diese bastelten in den eigenen vier Wänden ihr persönliches Kostüm für den ungewöhnlichen Gang durch die Innenstadt.

Was das Abstandhalten mit uns macht

Ulrike Rehbein lief bei der Aktion mit: „Das Basteln hat schon sehr viel Spaß gemacht. Jetzt als Gruppe laufen zu können, bereitet natürlich auch viel Freude. Aber es geht auch um ein ernstes Thema: Was macht das Abstandhalten mit uns und unserer Gesellschaft?“

Der Reifrock hält auf Abstand

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  • Die Künstlerin Elke Stöver organisierte eine Performance zum Thema "Abstand": Die Teilnehmer des Zugs durch die Innenstadt trugen Reifröcke, um 1,50 Meter Abstand zu halten.

    Foto: Luca Pals
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  • Die Künstlerin Elke Stöver organisierte eine Performance zum Thema "Abstand": Die Teilnehmer des Zugs durch die Innenstadt trugen Reifröcke, um sie auf 1,50 Meter abstand zu halten.

    Foto: Luca Pals

Genau das war es, was Stöver in den Mittelpunkt der experimentellen Performance stellen wollte: „Von Natur aus wollen wir uns eigentlich nahe sein. Das können wir leider in dieser Zeit nicht. Deswegen wollte ich einmal visualisieren, was 1,50 Meter sind – und welchen Abstand man zueinander hat.“

Auch der münsterische Schauspieler Marcell Kaiser lief mit: „Das ist eine sehr schöne Aktion, weil man jetzt wieder zusammenlaufen kann. Ich hätte übrigens nicht gedacht, dass 1,50 Meter so viel sind.“ Als er mit dem Peddigrohr an einer Bekannten hängen bleibt, schmunzelt er: „Ich hänge an dir.“ Kaiser sagt: „Seit so vielen Monaten Abstand zu halten, ist natürlich schwer. Und hier wird es passend dargestellt.“

Es ist bedrückend zugleich, weil es aufzeigt, wie fern wir uns aktuell sein müssen.

Bettina Kuhn

Auch Bettina Kuhn lobte das Projekt: „Das ist sehr schön dargestellt. Es macht Spaß, mitzulaufen. Und es ist bedrückend zugleich, weil es aufzeigt, wie fern wir uns aktuell sein müssen.“ Ulrike Rehbein, ein paar Reihen vor ihr, ergänzt: „So kann Kunst auch wieder in der Öffentlichkeit stattfinden. Es zeigt, dass Kunst und Kultur auch in Corona-Zeiten gelingen kann.“

Zustimmung für den Lauf bekam die Gruppe von den Passanten, die Polizei sperrte vereinzelt für kurze Zeiträume die zu überquerenden Straßen. Vom Zwinger ging es über Prinzipalmarkt, Ludgeristraße, Stubengasse und Promenade zum Ausgangspunkt zurück.

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