Müllsammler aus Kinderhaus
Prozess wegen Beleidigungen und Bedrohungen

Münster -

Der Müllsammler steht vor Gericht: Seit Dienstag (2. März) muss sich der 57 Jahre alte Mann, der in Kinderhaus in seinem Garten Müll sammelt und Nachbarn bedroht, vor Gericht verantworten – wegen Verstoßes gegen das Gewaltschutzgesetz, Beleidigungen und Bedrohungen.

Mittwoch, 03.03.2021, 08:00 Uhr
(Symbolbild)
(Symbolbild) Foto: dpa

Mehrfach ist der Garten eines Mannes in Kinderhaus auf städtische Anordnung hin geräumt worden, weil der bis in die letzten Winkel voll mit Abfall, gesammelten Fahrrädern, alten Matratzen und anderen dahingammelnden Gegenständen zugemüllt war. Sogar eine Rattenplage soll sich in der Nachbarschaft durch verrottende Nahrungsmittel im Müll entwickelt haben.

Seit Dienstag wird gegen den 57 Jahre alten Besitzer des Hauses am Amtsgericht verhandelt, diesmal unter anderem wegen Verstoßes gegen das Gewaltschutzgesetz, Beleidigungen und Bedrohungen. Der Mann befindet sich in Untersuchungshaft.

Üble Beschimpfungen

Vor allem auf Initiative eines Nachbarehepaares, das sich von Geruch und Anblick der Müll-Sammlung und dem Rattenbefall belästigt fühlte, war die Stadt gegen die Zustände im Garten des laut dem Richter arbeitslosen und psychisch kranken Mannes vorgegangen. Die Eheleute soll er im Zuge dessen immer wieder bedroht haben. „Du Schlampe, ich bringe Dich um“, etwa habe er zur Nachbarin gesagt. Dafür werde er sich eine Waffe besorgen. Und: „Ich weiß, wo Deine Tochter wohnt, der passiert dann das Gleiche.“ Zu dieser mutmaßlichen Psycho-Tour habe er Sätze an die Frau gerichtet wie: „Ich muss Dich läutern. Du bist nicht erzogen.“

Polizisten, die zwischenzeitlich zu Kontrollen zu ihm kamen, habe er als „Nazi-Schergen“ betitelt und gesagt: „Ich weiß, wo Ihr wohnt, wo Eure Familien wohnen. Wartet ab.“ Vollstreckungsbeamte der Stadt wiederum, die wegen nicht bezahlter Forderungen vor Ort waren, als „Volldeppen“ und in dem Zusammenhang ihren obersten Dienstherrn, Oberbürgermeister Markus Lewe , übel beschimpft. Lewe hatte daraufhin Strafanzeige gegen den 57-Jährigen gestellt.

Bereits längere Zeit in Forensik eingewiesen

2007 war der Angeklagte laut Gericht wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt und für längere Zeit in die Forensik in Lippstadt-Eickelborn eingewiesen worden. Er hatte vor Kindern sexuelle Handlungen getätigt.

Um eine Unterbringung in einem Krankenhaus für psychisch kranke Straftäter geht es im aktuellen Verfahren nicht. Eine Polizistin, die an Einsätzen auf dem Grundstück beteiligt war, erklärte sich das Verhalten des Mann als Zeugin am Dienstag so: „Er weiß, dass ein dauerhaftes Wegsperren aufgrund der Gesetzeslage nicht möglich ist. Er nutzt das, um sich so zu verhalten und zu äußern, wie er möchte.“

Es sind noch vier Fortsetzungstermine angesetzt.

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