Stadt und Handel zu Öffnungsschritten
Ein erster Schritt in Richtung Normalität

Münster -

Bund und Länder haben am späten Mittwochabend Schritte für Lockerungen des Lockdowns beschlossen. Münsters Stadtspitze und der Handel sprechen von einem ersten Schritt in Richtung Normalität. Ab Montag dürfen beispielsweise Geschäfte wieder öffnen.

Donnerstag, 04.03.2021, 19:05 Uhr aktualisiert: 04.03.2021, 20:59 Uhr
Stadt und Handel zu Öffnungsschritten: Ein erster Schritt in Richtung Normalität
Schon bald könnte auf dem Prinzipalmarkt wieder ein bisschen mehr los sein. Foto: picture alliance/dpa/Rolf Vennenbernd

Als Schritt in die richtige Richtung hat Oberbürgermeister Markus Lewe die Ergebnisse der Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Krise bezeichnet. Diese sehen einen Fahrplan für Öffnungen etwa von Geschäften, Museen und Zoos ab 8. März vor. Zugleich betonte Lewe: „Wir sind noch nicht über den Berg.“

Der Vize-Präsident des Deutschen Städtetags hätte sich nach eigenen Worten eine „stärkere Akzentuierung auf die Nachverfolgungsmöglichkeiten“ gewünscht. Er verstehe nicht, warum man die digitalen Möglichkeiten in diesem Zusammenhang nicht mehr nutze.

Zugang mit Testergebnis oder Impfpass

Außerdem kann sich Münsters Oberbürgermeister Zugänge zu Geschäften oder Kulturveranstaltungen gut für diejenigen vorstellen, die nachweisen können, nicht infektiös zu sein. Das könne über PCR-Tests, Schnelltests, aber auch Impfnachweise oder überstandene Corona-Infektionen möglich sein. Das sei der beste Weg, um Infektionsschutz und möglichst viele Freiheiten zu gewähren, so Lewe.

 

Das sind die fünf Öffnungsschritte zur Lockdown-Lockerung

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  • Bund und Länder sagen, dass die Anstrengungen gegen die Corona-Pandemie in den vergangenen Monaten sich gelohnt hätten - es konnten niedrigere Inzidenzen erreicht werden. Deshalb haben sie sich auf fünf Öffnungsschritte geeinigt. Diese sollen in den Ländern teils in Abhängigkeit von der Entwicklung des Infektionsgeschehens greifen. Ein Überblick.

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  • Kontakte zu begrenzen bleibt weiterhin das wichtigste Instrument gegen die Pandemie. Dennoch brauchen Bürgerinnen und Bürger und die Wirtschaft  Planungsperspektiven, wie und wann Beschränkungen wieder aufgehoben werden.

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  • Die größere Verfügbarkeit von Schnell- und Selbsttests ist dabei ein Baustein, das Pandemiegeschehen positiv zu beeinflussen. Bund und Länder haben sich bei ihrem Beratungen am 3. März auf Öffnungsschritte geeinigt, die sich überwiegend am Infektionsgeschehen orientieren.

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  • Die fünf Öffnungsschritte im Überblick:

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  • Öffnungsschritt 1 – Schulen, Kitas, Friseure

    Der erste Öffnungsschritt ist bereits zum 1. März erfolgt. Angesichts sinkender Infektionszahlen konnten Bereiche der Schule und der Kinderbetreuung wieder öffnen. Auch Friseurbetriebe haben bundesweit unter Hygieneauflagen wieder geöffnet. Außerdem gibt es einzelne weitere Öffnungen in den Ländern. 

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  • Öffnungsschritt 2 – Buchhandlungen und körpernahe Dienstleistungen

    Der zweite Öffnungsschritt ist ab dem 8. März vorgesehen. Buchhandlungen, Blumengeschäfte und Gartenmärkte werden dem Einzelhandel des täglichen Bedarfs zugerechnet. Sie können somit auch mit entsprechenden Hygienekonzepten und einer Begrenzung der Anzahl von Kunden wieder öffnen. Vorgesehen sind eine Kundin oder ein Kunde pro 10 Quadratmeter für die ersten 800 Quadratmeter Verkaufsfläche und ein weiterer für jede weiteren 20 Quadratmeter Verkaufsfläche.

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  • Ebenfalls ab 8. März können die bisher noch geschlossenen körpernahen Dienstleistungsbetriebe sowie Fahr- und Flugschulen mit entsprechenden Hygienekonzepten wieder öffnen. Für Dienstleistungen, bei denen nicht dauerhaft eine Maske getragen werden kann (etwa Kosmetik oder Rasur), sind ein tagesaktueller negativer Covid-19 Schnell- oder Selbsttest der Kundin oder des Kunden sowie ein Testkonzept für das Personal Voraussetzung.

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  • Öffnungsschritt 3 – Einzelhandel, Museen, Außensport

    Ein dritter Öffnungsschritt ist in den Ländern ab dem 8. März abhängig vom Infektionsgeschehen möglich.

    Bei einer stabilen 7-Tage-Inzidenz unter 50 Neuinfektionen/100.000 Einwohner:

    • Öffnung des Einzelhandels. Dabei ist die Zahl der Kunden im Geschäft begrenzt – auf eine Kundin oder einen Kunden pro 10 Quadratmeter für die ersten 800 Quadratmeter Verkaufsfläche und einem weiteren für jede weiteren 20 Quadratmeter.
    • Öffnung von Museen, Galerien, zoologischen und botanischen Gärten sowie Gedenkstätten
    • kontaktfreier Sport in kleinen Gruppen von maximal zehn Personen im Außenbereich, auch auf Außensportanlagen
    Foto: picture alliance/dpa/KEYSTONE/Georgios Kefalas
  • Bei einer stabilen oder sinkenden 7-Tage-Inzidenz von unter 100 Neuinfektionen/100.000 Einwohner:

    • Einzelhandel kann mit Terminshopping-Angeboten öffnen („click and meet“): eine Kundin oder ein Kunde pro angefangene 40 Quadratmeter Verkaufsfläche mit Terminbuchung für einen begrenzten Zeitraum
    • Museen, Galerien, zoologische/botanische Gärten und Gedenkstätten mit Terminbuchung
    • Individualsport mit maximal fünf Personen aus zwei Haushalten und Sport in Gruppen von bis zu 20 Kindern bis 14 Jahren – im Außenbereich, auch auf Außensportanlagen
    Foto: picture alliance/dpa/Wolfgang Kumm
  • Dabei ist eine sogenannte Notbremse vorgesehen: Steigt die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner an drei aufeinander folgenden Tagen in dem Land oder der Region auf über 100, treten ab dem zweiten darauf folgenden Werktag die Regeln, die bis zum 7. März gegolten haben, wieder in Kraft.

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  • Öffnungsschritt 4 – Außengastronomie, Theater, Sport

    Der vierte Öffnungsschritt  ist abhängig vom Infektionsgeschehen und kann erfolgen, wenn sich die 7-Tage-Inzidenz nach dem dritten Öffnungsschritt in dem Land oder der Region 14 Tage lang nicht verschlechtert hat.

    Bei einer stabilen 7-Tage-Inzidenz unter 50 Neuinfektionen/100.000 Einwohner:

    • Öffnung der Außengastronomie
    • Öffnung von Theatern, Konzert- und Opernhäusern sowie Kinos
    • kontaktfreier Sport im Innenbereich, Kontaktsport im Außenbereich
    Foto: picture alliance/dpa/BERNAMA/Mohd Asri Saifuddin Mamat
  • Bei einer stabilen oder sinkenden 7-Tage-Inzidenz von unter 100 Neuinfektionen/100.000 Einwohner:

    • Öffnung der Außengastronomie mit Terminbuchung. Sitzen an einem Tisch Personen aus mehreren Hausständen, ist ein tagesaktueller negativer Schnell- oder Selbsttest erforderlich 
    • Öffnung von Theatern, Konzert- und Opernhäusern sowie Kinos für Besucherinnen und Besucher mit tagesaktuellem negativem Schnell- oder Selbsttest
    • kontaktfreier Sport im Innenbereich und Kontaktsport im Außenbereich mit tagesaktuellem negativem Schnell- oder Selbsttest
    Foto: picture alliance/dpa/Peter Kneffel
  • Dabei ist eine sogenannte Notbremse vorgesehen: Steigt die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner an drei aufeinander folgenden Tagen in dem Land oder der Region auf über 100, treten ab dem zweiten darauf folgenden Werktag die Regeln, die bis zum 7. März gegolten haben, wieder in Kraft.

    Foto: picture alliance/dpa/Peter Kneffel
  • Öffnungsschritt 5 -Freizeitveranstaltungen, Einzelhandel, Sport

    Der fünfte Öffnungsschritt kann – wiederum in Abhängigkeit vom Infektionsgeschehen – erfolgen, wenn sich die 7-Tage-Inzidenz nach dem vierten Öffnungsschritt in dem Land oder der Region 14 Tage lang nicht verschlechtert hat.

    Bei einer stabilen 7-Tage-Inzidenz unter 50 Neuinfektionen/100.000 Einwohner:

    • Freizeitveranstaltungen mit bis zu 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Freien
    • Kontaktsport in Innenräumen
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  • Bei einer stabilen oder sinkenden 7-Tage-Inzidenz zwischen 35 und 100 Neuinfektionen/100.000 Einwohner:

    • Öffnung des Einzelhandels. Dabei ist die Zahl der Kunden im Geschäft begrenzt – auf eine Kundin oder einen Kunden pro 10 Quadratmeter für die ersten 800 Quadratmeter Verkaufsfläche und einem weiteren für jede weiteren 20 Quadratmeter.
    • kontaktfreier Sport im Innenbereich, Kontaktsport im Außenbereich (ohne Covid-19-Test)
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  • Dabei ist eine sogenannte Notbremse vorgesehen: Steigt die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner an drei aufeinander folgenden Tagen in dem Land oder der Region auf über 100, treten ab dem zweiten darauf folgenden Werktag die Regeln, die bis zum 7. März gegolten haben, wieder in Kraft.

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  • So geht es weiter

    Über die Perspektiven für weitere Bereiche wie Gastronomie, Kultur, Veranstaltungen, Reisen und Hotels wollen Bund und Länder bei ihrer nächsten Sitzung voraussichtlich am 24. März beraten. Dabei soll die angelaufene Teststrategie, das Impfen, die Verbreitung von Virusmutanten und andere Einflussfaktoren berücksichtigt werden.

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Wir müssen weg von der reinen Inzidenzbetrachtung.

Oberbürgermeister Markus Lewe

Das Festhalten an den Inzidenz-Zahlen sieht er dagegen kritisch. Er halte weiterhin die Einführung einer lokalen Corona-Ampel für notwendig, die mehrere Faktoren berücksichtige. „Wir müssen weg von der reinen Inzidenzbetrachtung.“ Diese Forderung hatte Lewe kürzlich zusammen mit seinen Amtskollegen aus Rostock und Tübingen erhoben. Am Donnerstag forderte Lewe erneut, den Kommunen mehr Freiheiten für Maßnahmen vor Ort zu geben.

Der Leiter des städtischen Corona-Krisenstabs, Wolfgang Heuer, erwartet für Freitag die überarbeitete Corona-Schutzverordnung des Landes. „Auf dieser Grundlage kann abschließende Klarheit hergestellt werden, was ab Montag rechtlich zulässig sein wird.“

Hoffnung bei Einzelhandel, Zoo und Museen

Unterdessen bereiten sich Einzelhandel, Museen und Allwetterzoo darauf vor, dass sie ab Montag nach mehrmonatigem Lockdown wieder öffnen dürfen. Noch unklar ist allerdings, ob Shoppen nur nach vorheriger Terminbuchung möglich sein wird. Nach Einschätzung des Handelsverbandes NRW Westfalen-Münsterland wird ab Montag aber auf jeden Fall „ein Stück Normalität zurückkehren“, freut sich Geschäftsführerin Karin Eksen.

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