Corona-Pandemie
Krisenstab Wirtschaft unterstützt Modellkommunen-Initiative

Münster -

Monatelanger Lockdown und wenig Perspektive: Für einen großen Teil der Wirtschaft in Münster ist die Lage mittlerweile existenzbedrohend. Deshalb unterstützt der Krisenstab Wirtschaft die Initiative, durch die Münster zur Modellregion werden soll.

Donnerstag, 25.03.2021, 12:00 Uhr
Corona-Pandemie: Krisenstab Wirtschaft unterstützt Modellkommunen-Initiative
In einem Schaufenster hängt ein Schild mit der Aufschrift «geschlossen». Deutschland befindet sich zur Eindämmung der Corona-Pandemie in einem Lockdown. Foto: picture alliance/dpa/Christophe Gateau

Der Krisenstab Wirtschaft der Stadt Münster stellt sich hinter die Initiative von Oberbürgermeister Markus Lewe , Münster zu einer Modellkommune für sorgfältig begleitete Lockdown-Ausnahmen zu machen. "Die Münsteranerinnen und Münsteraner haben mit ihrer Disziplin dazu beigetragen, dass die Pandemie sich in dieser Stadt weniger dramatisch als in anderen Städten ausbreitet. Das rechtfertigt den Versuch, hier in sehr eng gesteckten Grenzen wieder vorsichtige Spielräume für den Handel und die Gastronomie auszutesten", sagte Christine Zeller in einer städtischen Pressemitteilung.

Die Kämmerin der Stadt Münster sitzt dem Krisenstab Wirtschaft vor, in dem Repräsentanten der örtlichen Wirtschaft zusammen mit der Stadtverwaltung nach Lösungen zur Begrenzung der wirtschaftlichen Folgeschäden der Pandemie suchen. Zeller macht deutlich: "Wir stellen die Gefahren der Pandemie nicht in Frage und verstehen auch die Notwendigkeit von fortgesetzten Kontaktbeschränkungen. Trotzdem ist es richtig, auch auf die vergleichsweise gute Entwicklung in Münster zu reagieren. Die Menschen und auch die Wirtschaft brauchen irgendwann auch einmal wieder positive Signale."

Überdurchschnittlich gute Lage in Münster

Nach dem Jahreswechsel lag der Wert in der Domstadt in der Summe acht Wochen unter 50 und ist mit aktuell rund 65 immer noch im Bundesvergleich überdurchschnittlich gut. Auch die intensivmedizinischen Reserven in den Krankenhäusern der Stadt liegen auf einem hohen Niveau. Zudem kann Münster mit gut zwölf Prozent inzwischen eine vergleichsweise hohe Impfquote vorweisen. Die "Luca-App" zur digitalen Kontaktnachverfolgung wurde bereits in das städtische Präventionssystem integriert. Zudem bieten aktuell sieben Testzentren, 21 Apotheken und 100 Arztpraxen Corona-Tests an und das Angebot werde von der Bürgerschaft intensiv genutzt.

Die Landesregieung hatte in Aussicht gestellt, in ausgewählten Modellkommunen unter strengen Auflagen Lockerungen bei den Corona-Beschränkungen zuzulassen. Oberbürgermeister Markus Lewe hat in einem Schreiben an die Staatskanzlei dafür geworben, dass Münster eine dieser Modellkommunen wird. Die Stadt Münster schlägt nun vor, dass Bürgerinnen und Bürgern, die ihre Infektionsfreiheit nachweisen können, zunächst in der Innenstadt und später auch darüber hinaus wieder Zugang zu ausgewählten Einrichtungen haben sollen.

Man darf nicht verkennen, dass ein großer Teil der örtlichen Wirtschaft durch den monatelangen Entzug von Kundschaft inzwischen in eine existenzbedrohenden Lage geraten ist.

Christine Zeller

In den Einrichtungen selbst sollen weiterhin strikte Hygieneregeln gelten sowie eine klare Begrenzung der Personenzahl pro Fläche. Geschäfte, die mitmachen möchten, müssen im Gegenzug eine digitale Kontaktdatenerfassung sicherstellen, die eine schnelle Intervention des Gesundheitsamtes bei etwaigen Infektionsketten ermöglicht. Zeller: "Das ist ein Vorgehen mit Maß und Mitte, bei dem Chancen und Risiken gewissenhaft gegeneinander abgewogen werden. Denn man darf nicht verkennen, dass ein großer Teil der örtlichen Wirtschaft durch den monatelangen Entzug von Kundschaft inzwischen in eine existenzbedrohenden Lage geraten ist. Das ist auch ein ernsthaftes Risiko für die Zukunft der Stadt, das man nicht ignorieren darf."

Welche Corona-Regeln in NRW seit Montag (29.3.) gelten

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  • Nordrhein-Westfalen zieht infolge der dritten Corona-Welle wieder die Zügel an. Aber die vereinbarte Notbremse wird sogleich wieder gelockert: Im verschärften Lockdown gibt es diesmal Ausnahmen - und zwar für Menschen mit negativem Schnelltest. Die neue Corona-Schutzverordnung gilt von Montag (29.3.) bis 18. April - die aktuellen Regelungen im Überblick.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Öffnungen bei Test-Option:

    Mit einem negativen Test könnten die Menschen in den betroffenen Kreisen und Städten – mit einer Inzidenz über 100 – wieder mit Termin in den Baumarkt, in Geschäfte oder mit den Kindern in den Zoo gehen. Erlaubt sind auch Zutritt von Bibliotheken, Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten so wie auch körpernahe Dienstleistungen wie Gesichtskosmetik. Auflagen wie Desinfektion, Abstand und Maskenpflicht bleiben aber weiter bestehen.

    Foto: Diverse
  • Friseure:

    Friseure und medizinische Fußpflege fallen nicht unter die Corona-Notbremse. Sie bleiben weiter geöffnet. Ein negativer Test ist Laumann zufolge in Kommunen mit einer Inzidenz über 100 nicht nötig.

    Foto: Oliver Berg
  • Gastronomie:

    Die Gastronomie bleibt weiter geschlossen. Die Test-Option erstreckt sich laut Laumann nicht auf die Gastronomie. Das gebe die Corona-Schutzverordnung nicht her. Er verwies auf weitergehende Öffnungskonzepte, die im Rahmen der geplanten Modellregionen möglich seien.

     

    Foto: dpa
  • Kontaktbeschränkungen:

    Über das Osterwochenende werden die Kontaktbeschränkungen auch in Regionen mit hoher Corona-Inzidenz gelockert. Von Gründonnerstag bis Ostermontag (1. bis 5. April) dürfen sich landesweit unabhängig vom örtlichen Infektionsgeschehen fünf Personen aus zwei Haushalten treffen, heißt es in der Corona-Schutzverordnung. Kinder bis 14 Jahren werden nicht mitgerechnet. Außer an Ostern gilt aber in Kommunen mit einer Inzidenz über 100, dass sich Menschen aus einem Hausstand nur mit einer weiteren Person im öffentlichen Raum treffen dürfen.

    Foto: dpa
  • Volksfeste:

    Große Festveranstaltungen wie Volksfeste oder Schützenfeste sind in NRW noch bis mindestens 31. Mai verboten. Die Konkretisierung schafft Planungssicherheit für viele Vereine, die sonst im Frühjahr ihre Schützenfeste abgehalten hätten.

    Foto: dpa
  • Sonnenstudios:

    Ab dem 29. März ist der Betrieb von Sonnenstudios in NRW wieder erlaubt. Wie bei anderen körpernahen Dienstleistungen müssen allerdings die Vorgaben der Notbremse beachtet werden. Laumann begründete die Änderung mit entsprechenden Gerichtsurteilen.

    Foto: dpa
  • Schwimmunterricht:

    NRW lässt Schwimmunterricht für Kinder unter Auflagen wieder zu. Ab Montag dürfen Kurse für Schwimm-Anfänger und Kleinkinder wieder stattfinden - allerdings mit höchstens fünf Kindern pro Gruppe.

    Foto: dpa
  • Modellregionen:

    NRW will gemäß Bund-Länder-Beschluss in etwa einem halben Dutzend Modellregionen weitergehende Öffnungen mit strengem Schutz- und Testkonzept erproben.

    Foto: dpa
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