Evangelische Kirche
Osterbotschaft wird dringend gebraucht

Münster -

Die Osterbotschaft ist aktueller denn je – so lautet der Kern dessen, was die evangelischen Gemeindemitglieder in den Ostergottesdiensten hören und erleben durften.

Montag, 05.04.2021, 21:30 Uhr aktualisiert: 06.04.2021, 11:16 Uhr
Superintendent Holger Erdmann (Mitte) mit Pfarrer Dr. Christoph Nooke (l.) am Ostersonntag am Altar der Apostelkirche.
Superintendent Holger Erdmann (Mitte) mit Pfarrer Dr. Christoph Nooke (l.) am Ostersonntag am Altar der Apostelkirche. Foto: Evangelischer Kirchenkreis

Die Hoffnung, die von der christlichen Osterbotschaft in Zeiten der Begrenzung ausgehen kann, wurde von den Kirchengemeinden des Evangelischen Kirchenkreises Münster in Präsenzgottesdiensten und in vielfältigen digitalen Formaten zum Ausdruck gebracht.

Dem Unterschied zwischen „War-heit“ und Wahrheit des Ostergeschehens ging Superintendent Holger Erdmann in seiner Predigt am Ostersonntag nach. In den Blick zu nehmen, was historisch war, führe nur bis zu einem bestimmten Punkt: der Wahrnehmung, dass traurige, verzweifelte Jünger, die mit Jesus und seiner Botschaft schon abgeschlossen hatten, neuen Mut fassen und überall erzählen: Er lebt. „Dieser Umschwung, der war!“ Darin eine Wahrheit zu erkennen, brauche einen weiteren Schritt: die Entdeckung, dass Ostern eine Bedeutung habe im Hier und Jetzt, indem mit Gott in Verbindung gebracht werde, was einem selbst an Befreiung widerfahre in den kleinen und großen Umschwüngen des eigenen Lebens. „In jedem Leben gibt es die guten Tage und eben auch Durststrecken, und die spüren wir momentan ja so drückend. Und Ostern hier im Leben zu feiern, heißt zu spüren und zu merken: Ich habe einen Gott, dem das nicht egal ist. Einen Gott, dem ich nicht egal bin“, sagte der Superintendent in dem Gottesdienst, den er gemeinsam mit Pfarrer Dr. Christoph Nooke in der Apostelkirche gestaltete.

Ostern hat auch heute eine Bedeutung

Die Angst vor der Pandemie dürfe uns nicht die Lebenslust rauben, dies betonte Pfarrer Martin Mustroph in seiner Predigt bei der Auferstehungsfeier auf der Wiese an der Jakobuskirche „In diesem Jahr klingt der Osterjubel etwas verhalten. Der Übergang vom Karfreitag auf Ostern will uns nicht recht gelingen, obwohl wir gerade jetzt die Botschaft der Auferstehung und des neuen Lebens so dringend brauchen.“ Doch Ostern heiße: „Das Leben ist stärker als der Tod. Die Zukunft gehört nicht dem Corona-Virus, sondern liegt in Gottes Hand.“

Sorgen Anderer im Blick behalten

Ostern verändere so die Perspektive: Wer die Welt von Ostern her sehe, resigniere nicht, sondern werde offen für die Zukunft. „Österliche Menschen kämpfen gegen den Tod und für das Leben. Sie engagieren sich für Menschen, deren Leben beschädigt und bedroht ist. Und sie behalten die im Blick, die angesichts der Sorgen im eigenen Land so leicht in Vergessenheit geraten: die Bürgerkriegsopfer im Jemen, die Flüchtlinge aus Syrien, die Verfolgten in Libyen“, führte Mustroph aus. Der traditionelle Kantatengottesdienst am Ostermontag in der Apostelkirche fand in diesem Jahr corona-bedingt in kleinerer Form statt. Ein ausgefeiltes Schutzkonzept und die großzügigen räumlichen Gegebenheiten im Chorraum der Apostelkirche machten dies möglich.

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