Arbeit in zwei Schichten
Wenn der Postmann erst abends klingelt

Münster -

Post erst am Abend? Das ist derzeit keine Ausnahme. Und auch keine Trödelei der Zusteller. Schuld ist – man ahnt es – die Corona-Pandemie.

Donnerstag, 08.04.2021, 11:00 Uhr aktualisiert: 08.04.2021, 13:44 Uhr
In Münster starten manche Postboten morgens, andere aber erst vormittags ihre Zustellrunde.
In Münster starten manche Postboten morgens, andere aber erst vormittags ihre Zustellrunde. Foto: dpa

Für den Gievenbecker gehört das Schwätzchen mit dem Briefträger einfach zum Tag dazu. Am vergangenen Donnerstag neigte sich der Tag allerdings bereits dem Ende zu, als der Postbote seinen Briefkasten ansteuerte – um 18 Uhr.

Hatte der Mann getrödelt? Nein, entschuldigte sich der Briefträger, die Post arbeite derzeit in zwei Schichten, damit es im Verteilzentrum nicht zu eng wird. So soll die Corona-Infektionsgefahr reduziert werden.

Schichtsystem in zwei Stützpunkten

Bei den insgesamt vier ­Zustellstützpunkten der Post in Münster gibt es das – so heißt es offiziell – „Zwei-Wellen-System“ aktuell in zwei Stützpunkten, berichtet ein Unternehmenssprecher. Von der Schichtarbeit seien 90 Mitarbeiter betroffen. An den beiden Örtlichkeiten sei nicht genug Platz, um einen ausreichendenden Infektionsschutz sicherzustellen – im Gegensatz zu den anderen Stützpunkten, wo weiterhin alles wie vor Corona laufe.

Post, die für Münster bestimmt ist, werde jeden Morgen aus dem Briefzentrum Greven in den Zustellstützpunkten angeliefert, erläutert der Unternehmenssprecher. In zwei Stützpunkten treffen 45 Postboten vor 9.30 Uhr ein, um die Post für ihre Bezirke entgegenzunehmen und zu sortieren. Wenn sie den Stützpunkt verlassen haben, rücken die 45 Postboten der „zweiten Welle“ an – nach 9.30 Uhr. Der Arbeitstag habe acht Stunden, da könne es durchaus Abend werden, bis Post zugestellt wird, betont der Sprecher.

Schutz vor Corona

Es gehe darum, die Mitarbeiter vor Corona zu schützen. Daher werde dieses Konzept in eher beengten Stützpunkten bereits seit vergangenem Jahr bundesweit umgesetzt. Aus dem gleichen Grund stellen Paketboten schon seit Längerem Sendungen vor der Haustür ab, klingeln beim Empfänger, quittieren selbst, dass die Paketsendung in Empfang genommen wurde – und fahren weiter.

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