Notbremse für Münster
Einkaufen nur noch mit negativem Corona-Test

Münster -

Wer ab Montag in Münster einkaufen möchte, muss einen negativen Corona-Test in der Tasche haben. Im Zoo gilt die Testpflicht hingegen nicht. Worauf man jetzt achten muss:

Montag, 19.04.2021, 14:15 Uhr aktualisiert: 19.04.2021, 14:25 Uhr
Wer ab Montag in Münster - wie hier an der Ludgeristraße - einkaufen möchte, muss einen negativen Corona-Test in der Tasche haben.
Wer ab Montag in Münster - wie hier an der Ludgeristraße - einkaufen möchte, muss einen negativen Corona-Test in der Tasche haben. Foto: Matthias Ahlke

Eigentlich waren ab Montag diverse Lockerungen im Rahmen eines NRW-Modellprojekts für Handel und Außengastronomie, Kultur und Sport geplant. Stattdessen muss nun die Corona-Notbremse für Münster gezogen werden.

Der Grund: Münsters Inzidenz war in der vergangenen Woche gleich an mehreren Tagen über dem Grenzwert 100, auch wenn sie am Sonntag bei 96,1 lag

In Münster nur noch mit Test ins Geschäft

Und das bedeutet: Geschäfte, Reisebüros, Kultureinrichtungen wie Museen, Galerien und Bibliotheken dürfen ab Montag nur noch mit einem tagesaktuell negativ bestätigten Ergebnis eines Schnell- oder Selbsttestes betreten werden. Das regelt die neue Allgemeinverfügung für Münster. „Das Land hat zügig reagiert und diesen Schritt bestätigt“, sagte Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer am Wochenende.

Welche Corona-Regeln in NRW seit Montag (29.3.) gelten

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  • Nordrhein-Westfalen zieht infolge der dritten Corona-Welle wieder die Zügel an. Aber die vereinbarte Notbremse wird sogleich wieder gelockert: Im verschärften Lockdown gibt es diesmal Ausnahmen - und zwar für Menschen mit negativem Schnelltest. Die neue Corona-Schutzverordnung gilt von Montag (29.3.) bis 18. April - die aktuellen Regelungen im Überblick.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Öffnungen bei Test-Option:

    Mit einem negativen Test könnten die Menschen in den betroffenen Kreisen und Städten – mit einer Inzidenz über 100 – wieder mit Termin in den Baumarkt, in Geschäfte oder mit den Kindern in den Zoo gehen. Erlaubt sind auch Zutritt von Bibliotheken, Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten so wie auch körpernahe Dienstleistungen wie Gesichtskosmetik. Auflagen wie Desinfektion, Abstand und Maskenpflicht bleiben aber weiter bestehen.

    Foto: Diverse
  • Friseure:

    Friseure und medizinische Fußpflege fallen nicht unter die Corona-Notbremse. Sie bleiben weiter geöffnet. Ein negativer Test ist Laumann zufolge in Kommunen mit einer Inzidenz über 100 nicht nötig.

    Foto: Oliver Berg
  • Gastronomie:

    Die Gastronomie bleibt weiter geschlossen. Die Test-Option erstreckt sich laut Laumann nicht auf die Gastronomie. Das gebe die Corona-Schutzverordnung nicht her. Er verwies auf weitergehende Öffnungskonzepte, die im Rahmen der geplanten Modellregionen möglich seien.

     

    Foto: dpa
  • Kontaktbeschränkungen:

    Über das Osterwochenende werden die Kontaktbeschränkungen auch in Regionen mit hoher Corona-Inzidenz gelockert. Von Gründonnerstag bis Ostermontag (1. bis 5. April) dürfen sich landesweit unabhängig vom örtlichen Infektionsgeschehen fünf Personen aus zwei Haushalten treffen, heißt es in der Corona-Schutzverordnung. Kinder bis 14 Jahren werden nicht mitgerechnet. Außer an Ostern gilt aber in Kommunen mit einer Inzidenz über 100, dass sich Menschen aus einem Hausstand nur mit einer weiteren Person im öffentlichen Raum treffen dürfen.

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  • Volksfeste:

    Große Festveranstaltungen wie Volksfeste oder Schützenfeste sind in NRW noch bis mindestens 31. Mai verboten. Die Konkretisierung schafft Planungssicherheit für viele Vereine, die sonst im Frühjahr ihre Schützenfeste abgehalten hätten.

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  • Sonnenstudios:

    Ab dem 29. März ist der Betrieb von Sonnenstudios in NRW wieder erlaubt. Wie bei anderen körpernahen Dienstleistungen müssen allerdings die Vorgaben der Notbremse beachtet werden. Laumann begründete die Änderung mit entsprechenden Gerichtsurteilen.

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  • Schwimmunterricht:

    NRW lässt Schwimmunterricht für Kinder unter Auflagen wieder zu. Ab Montag dürfen Kurse für Schwimm-Anfänger und Kleinkinder wieder stattfinden - allerdings mit höchstens fünf Kindern pro Gruppe.

    Foto: dpa
  • Modellregionen:

    NRW will gemäß Bund-Länder-Beschluss in etwa einem halben Dutzend Modellregionen weitergehende Öffnungen mit strengem Schutz- und Testkonzept erproben.

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Eine Klarstellung gab es am Montagmittag vom Allwetterzoo. Nach „intensiven Gesprächen mit den zuständigen Behörden der Stadt Münster und Prüfung der aktuell gültigen Coronaschutzverordnung“ habe man die Regelung gefunden, dass für einen Zoobesuch – anders als zunächst berichtet – doch kein negatives Testergebnis notwendig sei. Die Testpflicht in der für Münster gültigen Allgemeinverfügung beziehe sich nur auf geschlossene Räumlichkeiten, „nicht aber auf unsere freien Flächen“, teilte der Zoo mit.

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Durch die neuen Einschränkungen sollen die Infektionszahlen der dritten Corona-Welle sinken und sich so die Lage in den Krankenhäusern entspannen. 542 Münsteranerinnen und Münsteraner gelten als infiziert, davon 43 neu, hieß es am Sonntag. Die Schulen starten dagegen am Montag mit dem Präsenzunterricht in einem Wechselmodell.

Strengere Corona-Regeln durch Bundes-Notbremse?

„Mit der Corona-Bremse des Landes NRW werden die Lockerungen zurückgenommen, die seit dem 8. März galten. Das Vor und Zurück ist vor allem für diejenigen sehr belastend, deren berufliche Existenzen daran hängen“, so Heuer. Verursacht sei die Notbremse durch den deutlichen Anstieg der Infektionszahlen, der durch die Maßnahmen der vergangenen vier Monate nicht verhindert werden konnte.

Heuer geht davon aus, dass die Corona-Notbremse für Münster zumindest in dieser Woche gelten wird. Erst wenn die Inzidenz an mindestens sieben Tagen hintereinander wieder unter dem kritischen Wert von 100 ist, kann das Land die Testpflicht aufheben. Die Stadt stellt sich allerdings auch darauf ein, dass dann der Bund mit seinen geplanten Verschärfungen noch strengere Corona-Regeln für Münster bringt. „Ich rechne damit frühestens ab dem 26. April“, sagte Heuer mit Blick auf die bundespolitische Debatte.

Dann müssten nach derzeitigem Stand der Verhandlungen etwa die Geschäfte schließen und eine Ausgangssperre verhängt werden.

Maßnahmen der Corona-Notbremse

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  • Einschränkungen bei Inzidenz über 100

    Die bundesweite Corona-Notbremse sieht bei hohen Infektionszahlen Einschränkungen zur Kontaktreduzierung vor. 

    Der Bundestag hat am Mittwoch (21. April) den Änderungen im Bevölkerungsschutz zugestimmt, dann hat die Änderung des Infektionsschutzgesetzes mit der Bundes-Notbremse am Donnerstag (22. April) auch den Bundesrat passiert. In der Länderkammer wurde am Donnerstag kein Antrag zur Anrufung des Vermittlungsausschusses gestellt. Damit konnte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Gesetz unterzeichnen, das die folgenden Maßnahmen vorsieht:

    Foto: diverse
  • Ausgangsbeschränkungen

    Wenn die 7-Tage-Inzidenz in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt an drei aufeinanderfolgenden Tagen 100 Neuinfektionen überschreitet, sollen ab dem übernächsten Tag künftig folgende Maßnahmen gelten: 

    Zwischen 22 und 5 Uhr darf die Wohnung bzw. Grundstück nicht verlassen werden; Ausnahmen gibt es in Notfällen, für Betreuungsaufgaben, und berufliche Tätigkeiten etc. Joggen und Spaziergänge sollen bis Mitternacht erlaubt sein - allerdings nur alleine. Ursprünglich war von einer Sperre ab 21 Uhr die Rede gewesen. 

    Foto: diverse
  • Kontaktbeschränkungen im privaten Raum

    Kontakt ist nur zwischen einem Haushalt und max. einer weiteren Person (Kinder unter 14 Jahren des eigenen Haushalts zählen nicht mit) gestattet; bei Trauerfeiern bis zu 15 Personen erlaubt.

    Foto: diverse
  • Shoppen mit Test und Termin

    Im Einzelhandel soll nur das Abholen bestellter Waren (Click & Collect) bei hohen Infektionszahlen weiterhin möglich sein Demnach dürften Ladeninhaber Kunden bei einer Inzidenz über 100 nur noch empfangen, wenn diese einen negativen Corona-Test vorlegen und einen Termin gebucht haben.

    Steigt der Wert über 150, wäre nur noch das Abholen bestellter Waren (Click & Collect) erlaubt. Für Lebensmitteleinzelhandel, Apotheken und Drogerien gelten diese Einschränkungen nach wie vor nicht.

    Foto: Sven Hoppe / dpa
  • Arbeitgeber müssen Tests ermöglichen

    Arbeitgeber müssen zwei Corona-Tests pro Woche bereitstellen.

    Bietet der Arbeitgeber Home Office an, sollen die Arbeitnehmer nach Angaben aus Fraktionskreisen verpflichtet werden, dieses Angebot auch anzunehmen

    Foto: diverse
  • Zoos und Kulturelle Einrichtungen

    Theater, Bühnen, Kinos (außer Autokinos), Museen, zoologische und botanische Gärten etc. schließen.

    Neu seit dem 19. April: Die Außenbereiche von Zoos und botanischen Gärten sollen für Besucher mit aktuellem Negativ-Test offen bleiben.

    Foto: Friso Gentsch / dpa
  • Individualsport nur zu zweit - Kinder in Gruppen

    Nur Individualsport zu zweit oder mit Angehörigen des Hausstandes ist erlaubt, Ausnahmen gelten für Profi- und Leistungssport. Für Kinder im Alter bis 14 Jahren soll Sport in Gruppen weiter möglich sein.

    Foto: Hauke-Christian Dittrich / dpa
  • Friseure und andere körpernahe Dienstleistungen

    Dienstleistungen zu medizinischen, therapeutischen, pflegerischen oder seelsorgerischen Zwecken sind erlaubt; Friseurbetriebe bleiben geöffnet, Masken mit FFP2-Niveau sind Pflicht. 

    Foto: Arne Dedert / dpa
  • Kein Tourismus

    Übernachtungen zu touristischen Zwecken sind verboten.

    Foto: Daniel Reinhardt / dpa
  • Schulen müssen früher schließen

    Schülerinnen und Schüler im Präsenzunterricht müssen zweimal pro Woche getestet werden. Distanzunterricht ab einem Inzidenzwert von 165 verpflichtend. Im ursprünglichen Gesetzentwurf war hier ein Schwellenwert von 200 genannt worden. Vielen Experten war das zu hoch. 

    Foto: Philipp von Ditfurth / dpa
  • Freizeiteinrichtungen schließen

    Schwimmbäder, Diskotheken, Indoor-Spielplätze und ähnliche müssen schließen.

    Foto: diverse
  • FFP-2-Masken werden Pflicht in Bus und Bahn

    Im Personennah- und Fernverkehr wird nur die Hälfte regulärer Passagierkapazität angestrebt, Masken mit FFP2-Niveau
    sind Pflicht. 

    Foto: Georg Hochmuth / dpa
  • Außerhaus-Verkauf weiter erlaubt

    Restaurants und öffentliche Kantinen schließen, Abholung und Auslieferung sind weiter erlaubt (zwischen 22 und 5 Uhr nur Auslieferung, wegen der Ausgangssperre)

    Foto: Marcus Brandt / dpa

Im Stadtgebiet gibt es mehr als 170 Teststellen und 17 mobile Testzentren für kostenfreie Bürgertestungen. Die Stadt Münster hat dazu eine übersichtliche und  nach Postleitzahl sortierte Liste  wie eine interaktive, dauerhaft aktualisierte Karte erstellt.

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