„ZeroCovid“ und „NoCovid“ auf dem Prinzipalmarkt
Protest für härtere Maßnahmen

Münster -

Zwei Gruppen, die für härtere Corona-Maßnahmen plädieren, haben am Sonntag auf dem Prinzipalmarkt demonstriert. Teilnehmer formulierten deutliche Forderungen.

Sonntag, 18.04.2021, 18:59 Uhr aktualisiert: 18.04.2021, 19:40 Uhr
Für die Gruppe „NoCovid“ sprach vor dem Rathaus Julia Schick.
Für die Gruppe „NoCovid“ sprach vor dem Rathaus Julia Schick. Foto: klm

Zwei Gruppen aus Münster sind der Ansicht, dass die Corona-Beschränkungen drastisch verschärft werden sollten. Erst ab einem Inzidenzwert unter zehn (am Sonntag lag er in Münster bei knapp unter 100) seien Lockerungen im Alltagsleben ihrer Ansicht nach vertretbar.

„NoCovid“ („kein Covid“) und „ZeroCovid“ („null Covid“) nennen sich die Gruppen, die sich hauptsächlich über das Internet zusammengefunden haben. Am Sonntagmittag trafen sich rund 70 Mitglieder vor dem Rathaus, um ihre Ansichten öffentlich zu erläutern.

Die bisherigen Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen und Abstandsregeln würden nicht konsequent genug angewandt, meinte zum Beispiel Mischa Stephanski von „ZeroCovid“. Die „halbherzigen und ineffektiven Maßnahmen“ mit einem „Jojo-Lockdown“ hätten „monatelang zu nichts geführt“, urteilte er. Modellregion für testweise Lockerungen dürfe Münster deshalb erst recht nicht sein.

Lockerungen ab einer Inzidenz unter zehn

Beide Gruppen sind der Ansicht, dass es erst ab einem Inzidenzwert unter zehn vertretbar sei, das gesellschaftliche Leben wieder zu normalisieren. „Zero-Covid“ gehört laut ihrem Sprecher Samy Alshanawany seit Januar zur gleichnamigen Initiative auf Bundesebene.

Ein lokaler Ableger sei auch „NoCovid“, der am vergangenen Montag gegründet worden sei, erklärte für diese Gruppe Julia Schick. Als Freiberuflerin sei sie selbst von wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise betroffen. Trotzdem unterstütze sie harte Corona-Beschränkungen für das Wirtschaftsleben. „Es geht darum, die Zahlen nahe Null zu drücken und nahe Null zu halten.“ Andere Nationen hätten dies erfolgreich vorgemacht.

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Vor dem Rathaus wurden Kerzen für die Corona-Toten aufgestellt, aber nicht angezündet. Foto: Klaus Möllers

Aktion „Einkerzen“

Fast 80.000 Tote in Deutschland: Am Sonntag wurde der bisherigen Opfer der Coronavirus-Pandemie gedacht. Doch in die Trauer mischte sich auch Wut über die Regierenden. Bei der Aktion #einkerzen wurden in ganz Deutschland Kerzen aufgestellt mit der Aufforderung an die Politiker und Politikerinnen, sie selbst anzuzünden. Die Botschaft: Das Zögern muss ein Ende haben, die Verantwortlichen sollen endlich Handeln. „Sollen die Politiker sich doch ihre Kerzen für die 80 000 Toten, die sie selbst zu verantworten haben, selber anzünden“, twitterte die „NoCovid“-Gruppe aus Münster . Der Hashtag #einkerzen, unter dem über den Protest berichtet und debattiert wurde, schoss an die Spitze der Twitter-Trends.

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