Laschet wird Kanzlerkandidat
Nicht alle in der CDU in Münster freuen sich

Münster -

Jetzt also doch Armin Laschet. Schon vor einiger Zeit hatten sich münsterische CDU-Promis für den Ministerpräsidenten als Kanzlerkandidat ausgesprochen. Aber nicht alle in der CDU sind darüber glücklich.

Dienstag, 20.04.2021, 21:00 Uhr
Armin Laschet findet in Münster offenbar viel freundliche Zustimmung – hier bei der Eröffnung einer Kabinettssitzung im münsterischen Rathaus 2017.
Armin Laschet findet in Münster offenbar viel freundliche Zustimmung – hier bei der Eröffnung einer Kabinettssitzung im münsterischen Rathaus 2017. Foto: Gunnar A. Pier

„Jetzt wollen wir gemeinsam kämpfen.“ Mit diesen Worten reagierte der münsterische CDU-Kreisvorsitzende Hendrik Grau am Dienstag auf die Klärung der Frage, wer für die Union als Kanzlerkandidat bei der Bundestagswahl ins Rennen geht. Der CDU-Bundesvorsitzende Armin Laschet hat sich bekanntlich gegen den CSU-Chef Markus Söder durchgesetzt.

Grau hatte bereits in der vergangenen Woche – also unmittelbar vor Ausbruch des unionsinternen Machtkampfes – seine Sympathie für Laschet bekundet, ebenso wie viele andere CDU-Promis aus Münster.

„Auch viel Zustimmung für Söder“

Ganz anderer Meinung indes ist der CDU-Ratsherr Stefan Leschniok. Im Gespräch mit unserer Zeitung gratulierte er am Dienstag zwar dem Kandidaten Laschet, kritisierte aber zugleich den von der münsterischen CDU-Spitze genährten Eindruck, dass der Kreisverband als Ganzes hinter Laschet gestanden habe.

Hätte es in der Ratsfraktion oder auch in der Partei eine Abstimmung gegeben, hätte es laut Leschniok „vermutlich eine Mehrheit für Laschet gegeben, aber auch sehr viel Zustimmung für Söder“. Dass sich die Union bei der Suche nach dem Kanzlerkandidaten von der Basis entfernt habe, gilt laut Leschniok auch für Münster.

Grau: „Offene Debatte statt Hinterzimmer“

Hendrik Grau wiederum bewertet den offen ausgetragenen Machtkampf ganz anders. Die Diskussionen der letzten Tage hätten gezeigt, dass die CDU eine lebendige Volkspartei sei, die sich offen den Debatten stelle, „anstatt wie die Grünen im Hinterzimmer die Personalien auszukungeln. Das ist ein gutes Zeichen, das die parteiinterne Diskussionskultur weiter stärkt“.

Jetzt müsse die CDU aber auch intern die Reihen schließen und sich – unabhängig von persönlichen Präferenzen – auf das gemeinsame Ziel konzentrieren, „eine Grün-Rot-Rot dominierte Politik auf Bundesebene zu verhindern“, so Grau weiter.

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