Prozess wegen versuchten Totschlags
Tatvorgang nach wie vor ungeklärt

Münster -

Drei 21-Jährige stehen unter Verdacht, einen 42-jährigen Mann geschlagen, getreten und womöglich mit einem Messer schwer verletzt zu haben. Ein Zeuge berichtet nun von einem Gespräch zwischen zwei Angeklagten, bei dem sie sich über die Tat austauschen.

Dienstag, 20.04.2021, 20:00 Uhr
Am Landgericht Münster wurde am Dienstag der Prozess um versuchten Totschlag weiter verhandelt.
Am Landgericht Münster wurde am Dienstag der Prozess um versuchten Totschlag weiter verhandelt.

Prozesstag fünf im Prozess um versuchten Totschlag und gefährliche Körperverletzung gegen drei Münsteraner – und noch immer ergibt sich kein klares Bild, wer in der Nacht zum 6. September 2020 einem 42-jährigen Mann aus Bochum am Hafenplatz mit Messerstichen in den Bauch gefährlich verletzt hat.

Bereits zu Beginn des Prozesses Anfang März hatte ein 21-Jähriger zugegeben, den Bochumer nach einem Streit, dem ein Schubser vorausgegangen war, mit einem Taschenmesser im Gesicht verletzt zu haben. Die beinahe tödlichen Messerstiche erfolgten jedoch bei einer zweiten Auseinandersetzung wenige Meter weiter, an der auch die beiden anderen jeweils 21-jährigen Angeklagten beteiligt gewesen sein sollen.

Sieben Zeugen sagen aus

Am Dienstag hörten die drei am Landgericht laut Gerichtssprecher Steffen Vahlhaus den Aussagen von insgesamt sieben Zeugen zu. Drei der Zeugen haben die Tat demnach aus ihrem Auto heraus verfolgt, welches unweit des Hafenplatzes stand. Die hätten deutlich den Einsatz eines Messer gegen den zu diesem Zeitpunkt am Boden liegenden Bochumer gesehen, sagten sie, auch wenn sie nicht erkannt haben wollen, wer das Messer führte.

Auch drei weitere Zeugen, die das Geschehen aus einem anliegenden Restaurant heraus beobachtet haben wollen, brachten nicht allzu viel Licht in die dunkle September-Nacht. Sie hätten ein Gerangel mehrerer Männer beobachtet, der Einsatz eines Messers sei ihnen jedoch nicht aufgefallen.

Zeuge berichtet von Gespräch zwischen Angeklagten

Ein siebter Zeuge berichtete von einem Gespräch von zwei der Angeklagten in einer Shisha-Bar im Anschluss an die Tat. So hätte einer von ihnen – mutmaßlich der Imbissverkäufer – davon gesprochen, dass er ein Messer während der Auseinandersetzung gebraucht habe, während der andere von einem Flaschenwurf sprach.

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