Zehn Jahre Palliativstation an der Raphaelsklinik
Hilfe für unheilbar Kranke

Münster -

Die Palliativstation der Raphaelsklinik gibt es seit mittlerweile zehn Jahren. Hier werden Menschen betreut, die an einer unheilbaren Erkrankung leiden. Ziel sei es, etwas gegen das Leiden und für die Lebensqualität zu tun, betont das Krankenhaus.

Donnerstag, 22.04.2021, 21:30 Uhr
Dr. Marc Theisen (l.) und Dr. Holger Timmer (3.v.l.) mit ihrem Team. Marion Illing-Hesseler (2.v.r.) war wiederholt als Patientin auf der Palliativstation.
Dr. Marc Theisen (l.) und Dr. Holger Timmer (3.v.l.) mit ihrem Team. Marion Illing-Hesseler (2.v.r.) war wiederholt als Patientin auf der Palliativstation. Foto: kal

2009 wurde bei Marion Illing-Hesseler zum ersten Mal Krebs diagnostiziert, 2014 brach die Krankheit erneut aus. Die heute 59 Jahre alte Münsteranerin hat viele Operationen und Chemotherapien hinter sich, erlitt immer wieder gesundheitliche Krisen.

Bereits sechs Mal wurde sie auf der Palliativstation der Raphaelsklinik betreut. „Gut, dass ich jedes Mal so schnell aufgenommen wurde“, sagt Marion Illing-Hesseler, die unter anderem unter Erschöpfung leidet. Zunächst sei sie skeptisch gewesen, habe befürchtet, dass es auf einer solchen Station um Sterbebegleitung gehe. Ihre Zweifel sind jedoch inzwischen verschwunden. „Heute habe ich Vertrauen in die Behandlung, ich fühle mich gut aufgehoben“, betont sie.

2000 Patienten in zehn Jahren behandelt

In diesen Tagen besteht die Palliativstation der Raphaelsklinik seit zehn Jahren. Rund 2000 Patientinnen und Patienten wurden in diesem Zeitraum behandelt, schätzt Dr. Marc Theisen , Leitender Arzt. Allein im vergangenen Jahr waren es mehr als 300. Die Station hat elf Betten, zusammen mit Universitätsklinikum, Herz-Jesu-Krankenhaus und St.-Franziskus-Hospital stehen in Münster rund 40 Palliativ-Betten zur Verfügung.

„Das reicht so gerade aus“, merkt Isabel Althoff, Geschäftsführerin des Palliativnetzes Münster, an. Im Vergleich zu anderen Städten stehe Münster indes durchaus gut da, betont Dr. Holger Timmer, Chefarzt der Klinik für Hämatologie und Onkologie der Raphaelsklinik. In Dortmund habe es bis vor Kurzem nur eine einzige Palliativstation mit acht Betten gegeben.

70 Prozent der Patienten werden wieder entlassen

Manche Patienten sind nur ein paar Tage auf der Palliativstation der Raphaelsklinik, andere mehrere Wochen, berichtet Theisen. 70 Prozent werden nach der Behandlung wieder entlassen, 30 Prozent versterben.

Ziel der Station sei es, Menschen, die an einer unheilbaren und fortgeschrittenen Erkrankung leiden, zu betreuen und zu begleiten, etwas gegen das Leiden und für die Lebensqualität der Patienten zu tun. Die verbleibende Lebenszeit solle so beschwerde- und schmerzfrei wie möglich gestaltet werden – mit einfühlsamer und warmherziger Zuwendung, wie Theisen und Stationsleiterin Gabriele Senge betonen. Die Betreuung sei rund um die Uhr gewährleistet, die Mitarbeiter seien gut ausgebildet. Leistungen, die nicht von Kostenträgern übernommen werden können, finanziere in vielen Fällen der Förderverein. Werden Patienten entlassen, dann übernimmt häufig das Palliativnetz die weitere Betreuung.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7930561?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
Nachrichten-Ticker