Pandemie-Bekämpfung
Vorläufig keine Corona-Notbremse für Münster

Münster -

Keine Notbremse in Münster: Weil die Sieben-Tage-Inzidenz am Sonntagmorgen knapp unter 100 liegt, gibt es in Münster vorerst keine Verschärfung der Corona-Maßnahmen. Die Stadtverwaltung erläutert, welche Regeln jetzt gelten.

Sonntag, 25.04.2021, 10:40 Uhr aktualisiert: 25.04.2021, 10:47 Uhr
Pandemie-Bekämpfung:  Vorläufig keine Corona-Notbremse für Münster
Für Besuche in Geschäften ist in Münster vorerst kein negativer Corona-Test notwendig. Foto: dpa (Symbolbild)

Da die Sieben-Tage-Inzidenz für Münster am Sonntag mit 98,6 unterhalb des Grenzwertes 100 liegt, muss der Bund hier nicht seine sogenannte "Notbremse" ziehen. Das geht aus einer städtischen Pressemitteilung hervor. Laut des neuen Infektionsschutzgesetzes müsse die Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 100 liegen, damit die Beschränkungen des Bundes wie Ausgangssperre, Schließung von Geschäften und Einrichtungen etc. erfolgen können. Dies sei für Münster aktuell nicht der Fall. "Stattdessen gilt weiterhin die Coronaschutzverordnung des Landes NRW, die am Wochenende leicht verändert worden ist", teilt die Stadt mit.

Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer : "Gut, dass die Inzidenz in unserer Stadt aktuell gesunken ist und damit die Voraussetzung für neue Verschärfungen nicht gegeben ist. Wir sollten uns aber nichts vormachen: Münster balanciert seit Tagen auf dem Schwellenwert, es kann auch bald anders ausgehen." Frühestens am kommenden Freitag, sollten die vom RKI täglich gemeldeten Inzidenzwerte ab Montag wieder über 100 steigen, wäre die Notbremse für Münster möglich.

Ohne negativen Test ins Geschäft

Da nun die Landesregeln weiter gelten und hierzu am Wochenende Änderungen aus dem Gesundheitsministerium mitgeteilt wurden, entfällt an mehreren Stellen in Münster die bisherige Testpflicht für das Betreten von Geschäften, Museen und anderen Einrichtungen.

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Heuer: "Der Krisenstab wird sich die Entwicklung in den nächsten Tagen anschauen. Heute appelliere ich an die Bürger, auch ohne entsprechende Pflichten das kostenlose Testangebot in Münster weiterhin maximal zu nutzen. Das ist ein wichtiger Baustein der Pandemiebekämpfung." In Schulen und Kitas ändert sich vorläufig nichts.

Welche Regeln in Münster jetzt gelten

Damit gelten für die Bürgerinnen und Bürger in Münster ab Montag unter anderem wieder folgende Regeln:

  • Treffen im öffentlichen Raum sind nur erlaubt entweder für Angehörige des eigenen Haushalts plus 1 Person eines weiteren Haushalts oder für insgesamt bis zu 5 Personen aus 2 Haushalten.
  • Im Einzelhandel des täglichen Bedarfs gilt eine begrenzte Kundenzahl je nach Größe des Geschäfts, Zutritt nur mit Maske.
  • Im weiteren Handel ist ein Einkauf nach Terminbuchung möglich, je 1 Kunde/Kundin je 40 Quadratmeter. Ein negatives Testergebnis muss nicht vorgelegt werden.  Zutritt nur mit Maske.
  • Sport ist im Freien bei Einhaltung der Kontaktbeschränkungen erlaubt. Bei Kindern bis 14 Jahre ist Sport in Gruppen von maximal 20 Personen möglich.
  • Der Besuch von Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten etc. ist nach Terminbuchung und mit Maske möglich (innen 1 Besucher/in pro 20 Quadratmeter).

 

Was sich mit der Bundes-Notbremse in NRW ändert

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  • Die bundesweite Corona-Notbremse bringt auch für die Bürger in Nordrhein-Westfalen zusätzliche Einschränkungen mit sich. Ab Samstag greift sie. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) erläuterte am Freitag in Düsseldorf wesentliche Unterschiede zu den bisherigen Vorschriften in NRW:

    Foto: dpa
  • KITA:

    Für die meisten Kitas zeichnet sich bereits in der kommenden Woche ein eingeschränktes Angebot ab. Die Bundes-Notbremse verlangt den Übergang in die Notbetreuung ab einer Neuinfektionsrate von 165 gerechnet auf 100 000 Einwohner und sieben Tage. Am Freitag lagen schon 28 der 53 Kommunen in NRW - und damit mehr als die Hälfte - über dieser Marke. Eltern, die die Betreuung ihrer Kinder nicht anders sicherstellen können und die Notbetreuung deshalb in Anspruch nehmen wollen, müssen zuvor eine schriftliche Erklärung abgeben. Anders als in manchen anderen Bundesländern ist das in NRW aber nicht auf bestimmte Berufsgruppen beschränkt.

    Foto: dpa
  • SCHULE ZU:

    Im Schulbetrieb greift das neue Infektionsschutzgesetz ab Montag. Bei einer Wocheninzidenz von 165 ist Unterricht im Klassenzimmer untersagt. Und zwar dann, wenn dieser Wert an drei aufeinanderfolgenden Tagen vom  Robert Koch-Institut  (RKI) gemeldet wurde. «Die Notbremse tritt dann am übernächsten Tag in Kraft», erläuterte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) in einer Mitteilung. Die 165 bezieht sich auf einen gesamten Kreis oder eine kreisfreie Stadt. Eine Ausnahme gilt für Abschlussklassen und Förderschulen. Alle Abschlussprüfungen können planmäßig im Präsenzbetrieb abgenommen werden. Zudem werde pädagogische Notbetreuung eingerichtet.

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  • SCHULE AUF:

    Fällt die Inzidenz wieder stabil unter 165, so kehren die Schulen in den Wechselmodus aus Präsenz- und Distanzlernen zurück - und zwar «am ersten Montag nach der entsprechenden Feststellung» durch das NRW-Gesundheitsministerium. Bisher hatte für die Schulen landesweit als Grenzwert eine Wocheninzidenz von 200 an drei aufeinanderfolgenden Tagen gegolten.

    Foto: dpa
  • AUSGANGSSPERREN:

    Die Ausgangsbeschränkungen gelten ab 0.00 Uhr in der Nacht zum Samstag in Kreisen und Städten, die drei Tage lang eine Wocheninzidenz über 100 aufweisen, automatisch. Zwischen 22.00 und 5.00 Uhr darf man die eigene Wohnung oder das eigene Grundstück dort grundsätzlich nicht mehr verlassen. Ausnahmen begründen die «Abwendung einer Gefahr für Leib, Leben oder Eigentum» wie etwa gesundheitliche Notfälle bei Mensch und Tier oder dringende medizinische Behandlungen. Bewegung an frischer Luft soll bis Mitternacht erlaubt bleiben, allerdings nur alleine und nicht in Sportanlagen. Gegen die Ausgangssperre sind bereits zahlreiche Verfassungsbeschwerden eingegangen.

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  • BERUFSTÄTIGE:

    Ausgenommen sind Ausgänge während der Sperrstunden etwa aus beruflichen Gründen. Auf die Frage nach Beweisdokumenten erklärte das NRW-Gesundheitsministerium, es sei «empfehlenswert, etwas Entsprechendes dabei zu haben». Es sei aber auch ausreichend, «hinreichend glaubhaft zu machen, dass man von der Arbeit kommt».

    Foto: dpa
  • KONTROLLEN:

    Die neuen Einschränkungen erforderten «ein vernünftiges Maß an Kontrollen», damit diejenigen, die sich an die Regeln hielten, «nicht die Dummen sind», sagte Laumann. Polizei und Innenministerium hielten das «im Auge».

    Foto: dpa
  • KONTAKTBESCHRÄNKUNGEN:

    Es darf sich höchstens ein Haushalt mit einer weiteren Person treffen. Kinder bis 14 Jahre zählen nicht mit. Dies ist in NRW eine Verschlechterung. Bislang durfte sich hier ein Haushalt mit bis zu fünf weiteren Personen treffen. Für Zusammenkünfte von Ehe- und Lebenspartnern oder zur Wahrnehmung des Sorge- und Umgangsrechts gilt die Kontaktbeschränkung nicht. Bei Trauerfeiern nach Todesfällen dürfen bis zu 30 Personen zusammenkommen.

    Foto: dpa
  • PRIVATSPHÄRE:

    Die verschärften Kontaktbeschränkungen gelten auch in den eigenen vier Wänden. Im privaten Bereich seien in NRW aber weiterhin keine großflächigen Kontrollen zu befürchten, sagte Laumann. «Ich glaube jetzt nicht, dass wir in Nordrhein-Westfalen in großem Umfange Sonderaktionen machen werden, zu klingeln und zu zählen, wie viele Leute in der Wohnung sind.»

    Foto: Colourbox.de
  • LÄDEN:

    Prinzipiell dürfen Geschäfte Kunden nur noch empfangen, wenn diese einen negativen Corona-Test vorlegen und einen Termin gebucht haben. Ab einer Inzidenz von 150 soll nur noch das Abholen bestellter Waren möglich sein. Die 150er Begrenzung gab es bislang in NRW nicht. Ausgenommen von Schließungen oder starken Beschränkungen bleiben weiterhin der Lebensmittelhandel, Getränkemärkte, Reformhäuser, Babyfachmärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Optiker, Hörakustiker, Tankstellen, Zeitungsverkäufer, Buchhandlungen, Blumenläden, Tierbedarfs- und Futtermittelmärkte, Gartenmärkte und der Großhandel. Diese dürfen aber nur das übliche Sortiment verkaufen. Die zulässige Kundenanzahl ist an die Verkaufsfläche gebunden. In geschlossenen Räumen müssen Kunden eine Maske auf FFP2-Niveau oder eine medizinische Maske tragen.

    Foto: dpa
  • SPORT:

    In Regionen ab 100er Inzidenz bleibt nur kontaktloser Individualsport erlaubt, den man allein, zu zweit oder mit Angehörigen des eigenen Hausstands ausüben kann. Für Berufs- und Leistungssportler gibt es Ausnahmen. Für Kinder im Alter bis 14 Jahren soll Sport in Gruppen weiter möglich sein. Anders als es die Bundes-Notbremse erlauben würde, will NRW weiterhin nur Sport draußen zulassen.

    Foto: dpa

 

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