300 Teilnehmer auf der Stubengasse
Maikundgebung rückt „Verlierer der Pandemie“ in den Fokus

Münster -

Die Spaltung der Gesellschaft kann in der aktuellen Pandemie-Krise „nur gemeinsam verhindert werden“, so der DGB auf seiner Maikundgebung am Samstag auf dem Stubengassenplatz. Trotz Corona hatten sich die Organisatoren für eine Präsenzveranstaltung mit Abstand entschieden, um „allen, die demonstrieren möchten, einen Raum zu geben“, so Gewerkschaftssprecherin Anne Sandner.  

Samstag, 01.05.2021, 15:30 Uhr aktualisiert: 01.05.2021, 17:11 Uhr
300 Teilnehmer auf der Stubengasse: Maikundgebung rückt „Verlierer der Pandemie“ in den Fokus
Foto: Helmut Etzkorn

Rund 300 Teilnehmer klatschten Beifall, als Sandner die zeitgleich am Aasee versammelten Impfgegner als „rücksichtlos und egoistisch“ bezeichnete. Der „gefährlichen Mischung aus Rechtsradikalen, Verschwörungstheoretikern und Impfgegnern“ werde man als Gewerkschaft „keinen Meter in Münster überlassen“. Stattdessen sollte man in den schweren Covid-Zeiten „sensibel auf Ungerechtigkeiten schauen“, Klatschen allein für unterbezahlte und hochbelastete Pfleger reiche da nicht.

Helge Adolphs, Regionalgeschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten , rückte „die großen Verlierer der Pandemie“ in den Fokus: „Tausende blicken in einer ungewisse Zukunft, die Existenzen vieler Arbeitnehmer stehen auf dem Spiel.“ Er forderte ein Mindestkurzarbeitergeld für seine Branche und lobte das neue Arbeitsschutzkontrollgesetz. Es habe gerade für die Beschäftigten in der Fleischindustrie „spürbare Verbesserungen“ gebracht. Auch wenn die „unwürdigsten Bedingungen“ jetzt nahezu abgeschafft seien, müssten nun ein Mindestlohn von 12,50 Euro und eine Einbindung in Tarifverträge folgen.

Die neue Vorsitzende des städtischen Integrationsrates, Maria Salinas , rief zur Solidarität mit allen Beschäftigten, egal aus welchem Land sie kämen, auf. Salinas: „Die Pandemie zeigt uns gerade, wie wichtig für die Gesellschaft gerade die unterbezahlten Berufe sind.“ Für Münster wünschte sie sich ein weiteres „interkulturelles Wachstum“.

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Foto: Helmut Etzkorn

Einig war man sich mit Sandner, die sich in ihrer Schlussrede für eine „umfassende Reform der Wirtschaft“ aussprach. Aktuell sei man da „in der falschen Richtung unterwegs“ und das bedeute den Abbau von Solidarität hin zu einer Ellbogengesellschaft. Der Sozialstaat müsse jetzt „zukunftsfähig ausgebaut werden“, so die DGB-Organisationssekretärin.

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Foto: Helmut Etzkorn

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