Grundstücksmarkt: Gutachterausschuss legt neuen Bericht vor
Immobilien weiterhin sehr begehrt

Münster -

Der Ansturm auf Immobilien ist nach wie vor ungebrochen. Der Preis für Neubauten stieg 2020 gegenüber dem Vorjahr um 14 Prozent, und ein Ende dieses Trends ist nicht absehbar.

Sonntag, 02.05.2021, 18:00 Uhr
Der Ansturm auf Immobilien hält in Münster an.
Der Ansturm auf Immobilien hält in Münster an. Foto: dpa

Die Kaufpreise für Immobilien in Münster sind im vergangenen Jahr erneut gestiegen. Im Durchschnitt wurden Neubauten um 14 Prozent teurer verkauft als im Vorjahr. Bei den Weiterverkäufen stieg der Verkaufspreis im Schnitt um 7,5 Prozent. Das geht aus dem neuen Grundstücksmarktbericht 2021 hervor, der die Entwicklung aus dem Jahr 2020 bis zum Stichtag 31. Januar 2021 zusammenfasst und den der Gutachterausschuss jetzt vorgelegt hat.

Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte ist als Einrichtung des Landes ein neutrales und von der Stadtverwaltung weisungsunabhängiges Gremium. Der Ausschuss hat im Betrachtungszeitraum gut 2700 Kaufverträge gezählt. Zuletzt lag dieser Wert im Jahr 2014 (mit damals gut 3100 Kaufverträgen) höher. Der Zehn-Jahres-Durchschnitt liegt in Münster bei gut 2800 Kaufverträgen, schreibt die Stadt in einer Mitteilung.

Fast 60 Prozent der Kaufverträge des Jahres 2020 betrafen Wohnungseigentumstransaktionen, rund 30 Prozent hatten bebaute Grundstücke zum Gegenstand und rund zehn Prozent entfielen auf unbebaute Flächen. Preissteigerungen stellten die Gutachter in sämtlichen Teilmärkten fest, die höchsten im Bereich des Wohnungs- und Teileigentums, wo im letzten Jahr eine neue Rekordsumme von rund 360 Millionen Euro umgesetzt wurde.

Für Neubauwohnungen im Erstverkauf in mittleren/guten Lagen werden im Durchschnitt zentrumsnah zwischen 5000 und 7000 Euro pro Quadratmeter sowie in den äußeren Stadtteilen 4000 bis 4500 Euro pro Quadratmeter gezahlt. Im Bereich der bebauten Grundstücke wechselten im Jahr 2020 knapp 900 Objekte den Eigentümer. Auch hier sind die Preise im Mittel sowohl für Einfamilienhäuser (+ 7,5 Prozent) als auch für Mehrfamilienhäuser (+ 2,5 Prozent) gestiegen.

Insgesamt wurden in 117 Kaufverträgen 172 Grundstücke für den individuellen Wohnungsbau veräußert und damit knapp 20 Prozent weniger als im Vorjahr. Etwa ein Viertel der Grundstücke wurde bei der Stadt Münster gekauft. Die Preise für unbebaute, baureife Grundstücke für den individuellen Wohnungsbau sind gegenüber 2019 um gut zehn Prozent gestiegen und liegen in der Mehrzahl zwischen 320 und 962 Euro je Quadratmeter (inklusive Erschließungskostenanteil). Den größten Teil des Umsatzes unbebauter Grundstücke nahmen hinsichtlich der Anzahl im Jahr 2020 die Grundstücke für den individuellen Wohnungsbau in frei stehender Bauweise, als Reihenmittelhäuser oder als Doppelhaushälften ein. Der Grundstücksquadratmeterpreis für ein frei stehendes Einfamilienhaus, den private Verkäufer 2020 im Durchschnitt erzielt haben, lag bei 706 Euro.

Der gesamte Flächenumsatz ohne Berücksichtigung der Grundstücksanteile für Wohn- und Teileigentumskauffälle betrug im vergangenen Jahr 1,6 Quadratkilometer. Damit haben laut Stadt 0,55 Prozent des Stadtgebietes den Eigentümer gewechselt.

Der Geldumsatz lag mit rund 1,27 Milliarden Euro rund 85 Millionen Euro unter dem Niveau des Vorjahres. Auswirkungen der Pandemie sind für das Jahr 2020 aus den Auswertungen des Jahres nicht ablesbar.

Den kompletten Grundstücksmarktbericht finden Interessierte ab Montag kostenlos zum Download unter www.boris.nrw.de. Zusätzlich sind hier die Bodenrichtwerte sowie weitere Informationen veröffentlicht.

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