Nach einwöchiger Schließung
LWL-Museen ab Dienstag nur in Münster offen

Münster -

Nur in Münster werden an diesem Dienstag die LWL-Museen wieder ihre Pforten öffnen. Die Corona-Inzidenz liegt hier derzeit stabil unter 100, daher greift die Bundesnotbremse nicht.

Montag, 03.05.2021, 17:00 Uhr aktualisiert: 03.05.2021, 17:03 Uhr
Wieder geöffnet: Pressesprecherin Bianca Falla vor dem LWL-Naturkundemuseum auf der Sentruper Höhe
Wieder geöffnet: Pressesprecherin Bianca Falla vor dem LWL-Naturkundemuseum auf der Sentruper Höhe Foto: Oliver Werner

Bislang musste die Bundesnotbremse in Münster nicht gezogen werden, da der vom Robert-Koch-Institut berechnete Corona-Inzidenzwert noch keine drei Tage hintereinander über 100 lag. Stadtmuseum und Picasso-Museum blieben daher geöffnet – jedoch nicht das LWL-Kunstmuseum am Domplatz und das LWL-Naturkundemuseum auf der Sentruper Höhe. Sie mussten nach Inkrafttreten der Bundesnotbremse kurzfristig ihre Pforten schließen – wie alle anderen Museen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL).

Und das, obwohl die Voraussetzung gar nicht gegeben war. Warum? „Aus Gründen der Einfachheit“, betont LWL-Sprecher Marcus Fischer . Zum Zeitpunkt der Schließung habe LWL-weit fast überall die Inzidenz über 100 gelegen. An diesem Dienstag rückt der LWL allerdings wieder von der einheitlichen Regelung ab: Die beiden LWL-Museen in Münster dürfen als einzige in Westfalen wieder öffnen. Schließlich, so Fischer, hätten sich hier die Zahlen unter der Inzidenz 100 stabilisiert. Wobei die Häuser, anders als vor der jüngsten Schließung, nun sogar ohne negativen Schnelltest besucht werden dürfen.

Auswirkungen hielten sich in Grenzen

Intern hielten sich die Auswirkungen der Mini-Schließung in Grenzen, berichtet Claudia Miklis, Sprecherin des Landesmuseums am Domplatz. Das Team habe weitergearbeitet, unter anderem an der Vorbereitung der großen August-Macke-Ausstellung, die Ende Mai eröffnet wird. 15 Sicherheitsmitarbeiter, die kurzfristig nach Hause geschickt wurden, seien ab heute wieder im Einsatz. Ähnlich im Naturkundemuseum: Auch hier gab es keine Kurzarbeit, berichtet Sprecherin Bianca Falla. Ein Teil der Mitarbeiter wurde allerdings für eine Woche an andere LWL-Einrichtungen ausgeliehen, um dort Verwaltungsarbeiten zu erledigen. Auf die kurzfristige Wiedereröffnung sei man „bestens vorbereitet“, so Falla. „Jeder weiß, was er zu tun hat, wir sind da gut organisiert“.

200 Besucher dürfen zeitgleich ins Landesmuseum am Domplatz, 150 ins Naturkundemuseum. Interessierte können die beiden Museen nach Terminbuchung und mit Maske besuchen – ein negatives Schnelltest-Ergebnis ist nicht erforderlich.

Was sich mit der Bundes-Notbremse in NRW ändert

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  • Die bundesweite Corona-Notbremse bringt auch für die Bürger in Nordrhein-Westfalen zusätzliche Einschränkungen mit sich. Ab Samstag greift sie. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) erläuterte am Freitag in Düsseldorf wesentliche Unterschiede zu den bisherigen Vorschriften in NRW:

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  • KITA:

    Für die meisten Kitas zeichnet sich bereits in der kommenden Woche ein eingeschränktes Angebot ab. Die Bundes-Notbremse verlangt den Übergang in die Notbetreuung ab einer Neuinfektionsrate von 165 gerechnet auf 100 000 Einwohner und sieben Tage. Am Freitag lagen schon 28 der 53 Kommunen in NRW - und damit mehr als die Hälfte - über dieser Marke. Eltern, die die Betreuung ihrer Kinder nicht anders sicherstellen können und die Notbetreuung deshalb in Anspruch nehmen wollen, müssen zuvor eine schriftliche Erklärung abgeben. Anders als in manchen anderen Bundesländern ist das in NRW aber nicht auf bestimmte Berufsgruppen beschränkt.

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  • SCHULE ZU:

    Im Schulbetrieb greift das neue Infektionsschutzgesetz ab Montag. Bei einer Wocheninzidenz von 165 ist Unterricht im Klassenzimmer untersagt. Und zwar dann, wenn dieser Wert an drei aufeinanderfolgenden Tagen vom  Robert Koch-Institut  (RKI) gemeldet wurde. «Die Notbremse tritt dann am übernächsten Tag in Kraft», erläuterte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) in einer Mitteilung. Die 165 bezieht sich auf einen gesamten Kreis oder eine kreisfreie Stadt. Eine Ausnahme gilt für Abschlussklassen und Förderschulen. Alle Abschlussprüfungen können planmäßig im Präsenzbetrieb abgenommen werden. Zudem werde pädagogische Notbetreuung eingerichtet.

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  • SCHULE AUF:

    Fällt die Inzidenz wieder stabil unter 165, so kehren die Schulen in den Wechselmodus aus Präsenz- und Distanzlernen zurück - und zwar «am ersten Montag nach der entsprechenden Feststellung» durch das NRW-Gesundheitsministerium. Bisher hatte für die Schulen landesweit als Grenzwert eine Wocheninzidenz von 200 an drei aufeinanderfolgenden Tagen gegolten.

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  • AUSGANGSSPERREN:

    Die Ausgangsbeschränkungen gelten ab 0.00 Uhr in der Nacht zum Samstag in Kreisen und Städten, die drei Tage lang eine Wocheninzidenz über 100 aufweisen, automatisch. Zwischen 22.00 und 5.00 Uhr darf man die eigene Wohnung oder das eigene Grundstück dort grundsätzlich nicht mehr verlassen. Ausnahmen begründen die «Abwendung einer Gefahr für Leib, Leben oder Eigentum» wie etwa gesundheitliche Notfälle bei Mensch und Tier oder dringende medizinische Behandlungen. Bewegung an frischer Luft soll bis Mitternacht erlaubt bleiben, allerdings nur alleine und nicht in Sportanlagen. Gegen die Ausgangssperre sind bereits zahlreiche Verfassungsbeschwerden eingegangen.

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  • BERUFSTÄTIGE:

    Ausgenommen sind Ausgänge während der Sperrstunden etwa aus beruflichen Gründen. Auf die Frage nach Beweisdokumenten erklärte das NRW-Gesundheitsministerium, es sei «empfehlenswert, etwas Entsprechendes dabei zu haben». Es sei aber auch ausreichend, «hinreichend glaubhaft zu machen, dass man von der Arbeit kommt».

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  • KONTROLLEN:

    Die neuen Einschränkungen erforderten «ein vernünftiges Maß an Kontrollen», damit diejenigen, die sich an die Regeln hielten, «nicht die Dummen sind», sagte Laumann. Polizei und Innenministerium hielten das «im Auge».

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  • KONTAKTBESCHRÄNKUNGEN:

    Es darf sich höchstens ein Haushalt mit einer weiteren Person treffen. Kinder bis 14 Jahre zählen nicht mit. Dies ist in NRW eine Verschlechterung. Bislang durfte sich hier ein Haushalt mit bis zu fünf weiteren Personen treffen. Für Zusammenkünfte von Ehe- und Lebenspartnern oder zur Wahrnehmung des Sorge- und Umgangsrechts gilt die Kontaktbeschränkung nicht. Bei Trauerfeiern nach Todesfällen dürfen bis zu 30 Personen zusammenkommen.

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  • PRIVATSPHÄRE:

    Die verschärften Kontaktbeschränkungen gelten auch in den eigenen vier Wänden. Im privaten Bereich seien in NRW aber weiterhin keine großflächigen Kontrollen zu befürchten, sagte Laumann. «Ich glaube jetzt nicht, dass wir in Nordrhein-Westfalen in großem Umfange Sonderaktionen machen werden, zu klingeln und zu zählen, wie viele Leute in der Wohnung sind.»

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  • LÄDEN:

    Prinzipiell dürfen Geschäfte Kunden nur noch empfangen, wenn diese einen negativen Corona-Test vorlegen und einen Termin gebucht haben. Ab einer Inzidenz von 150 soll nur noch das Abholen bestellter Waren möglich sein. Die 150er Begrenzung gab es bislang in NRW nicht. Ausgenommen von Schließungen oder starken Beschränkungen bleiben weiterhin der Lebensmittelhandel, Getränkemärkte, Reformhäuser, Babyfachmärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Optiker, Hörakustiker, Tankstellen, Zeitungsverkäufer, Buchhandlungen, Blumenläden, Tierbedarfs- und Futtermittelmärkte, Gartenmärkte und der Großhandel. Diese dürfen aber nur das übliche Sortiment verkaufen. Die zulässige Kundenanzahl ist an die Verkaufsfläche gebunden. In geschlossenen Räumen müssen Kunden eine Maske auf FFP2-Niveau oder eine medizinische Maske tragen.

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  • SPORT:

    In Regionen ab 100er Inzidenz bleibt nur kontaktloser Individualsport erlaubt, den man allein, zu zweit oder mit Angehörigen des eigenen Hausstands ausüben kann. Für Berufs- und Leistungssportler gibt es Ausnahmen. Für Kinder im Alter bis 14 Jahren soll Sport in Gruppen weiter möglich sein. Anders als es die Bundes-Notbremse erlauben würde, will NRW weiterhin nur Sport draußen zulassen.

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