Mordprozess gegen 52-Jährigen
Mühsame Suche nach dem Motiv

Münster -

Keine übermäßigen Streitereien, immer zuvorkommend: Vier ehemalige Nachbarn des 52-jährigen Angeklagten, der im Juli 2015 seine Ehefrau ermordet haben soll, haben am vierten Verhandlungstag als Zeugen ausgesagt. Unter anderem gab eine 95-Jährige Auskunft über das nachbarschaftliche Verhältnis.

Montag, 03.05.2021, 20:00 Uhr
Knapp sechs Jahre nach dem gewaltsamen Tod einer 47 Jahre alten Frau aus Münster muss sich der Ehemann (2.v.l., hier beim Prozessauftakt) wegen Mordes vor Gericht verantworten. Der Angeklagte soll seine Ehefrau am 5. Juli 2015 in der gemeinsamen Wohnung mit einem Gurt erdrosselt haben. Vertreten vor Gericht wird er von Verteidiger Stephan Kreuels (r.)
Knapp sechs Jahre nach dem gewaltsamen Tod einer 47 Jahre alten Frau aus Münster muss sich der Ehemann (2.v.l., hier beim Prozessauftakt) wegen Mordes vor Gericht verantworten. Der Angeklagte soll seine Ehefrau am 5. Juli 2015 in der gemeinsamen Wohnung mit einem Gurt erdrosselt haben. Vertreten vor Gericht wird er von Verteidiger Stephan Kreuels (r.) Foto: Pjer Biederstädt

Weitere Steinchen für das Mosaik: Am vierten Verhandlungstag im Mordprozess gegen einen 52-jährigen Münsteraner hat das Gericht am Montag weitere Zeugen vernommen. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, seine Ehefrau am 5. Juli 2015 in der gemeinsamen Wohnung am Kappenberger Damm mit dem Gurt einer Sporttasche erdrosselt zu haben. Um mehr über das Geschehen am Tattag und das Motiv herauszufinden, befragte das Schwurgericht vier Nachbarn.

Sie könne nichts Negatives über die Familie sagen, berichtete eine 95 Jahre alte Nachbarin. „Er war immer zuvorkommend“, sagte sie über den Angeklagten. Im Treppenhaus habe man sich oft unterhalten. „Meistens ging es um die Tochter, eine gute Sportlerin. Sie war sein Ein und Alles“, sagte die Seniorin. Auch die Ehefrau, das spätere Opfer, sei immer freundlich gewesen. Von Streit innerhalb der Familie habe sie nichts gehört.

Hintergründe des Mordes weiter im Dunkeln

Bis zum besagten Tag im Juli. Da sei es plötzlich laut über ihr geworden, schnell hätten Polizei und Feuerwehr vor dem Haus gestanden. „Daran kann ich mich noch ziemlich gut erinnern“, sagte die 95-Jährige. „Das finde ich auch“, erwiderte die Vorsitzende Richterin angesichts der detailreichen Schilderungen des Tattages vor fast sechs Jahren von der betagten Zeugin. Die Suche nach den Hintergründen der Tat geht indes weiter.

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