Musikhallen-Debatte
Hoffnung auf zeitgemäßen Konzertsaal

Münster -

Vor fast zehn Jahren gründeten Münsteraner die Freunde und Förderer des Sinfonieorchesters Münster. „Damals hatte sich der Staub der Musikhallendebatte wie Mehltau auf die Musikszene in Münster gelegt“, erinnert sich Dr. Heiko Winkler, Vorsitzender der Orchesterfreunde, an die Gründung im Dezember 2009. Gemeinsam mit dem damaligen Generalmusikdirektor Fabrizio Ventura hatte er in der Gründungsversammlung unter dem Motto „Dur statt Moll“ zu einer „Gegenoffensive“ eingeladen – und war überrascht, dass fast 100 Mitgründer seiner Einladung in den Theatertreff folgten.

Donnerstag, 04.07.2019, 17:46 Uhr aktualisiert: 04.07.2019, 18:09 Uhr
Heiko Winkler ist Vorsitzender der Freunde und Förderer des Sinfonieorchesters Münster.
Heiko Winkler ist Vorsitzender der Freunde und Förderer des Sinfonieorchesters Münster. Foto: pd

Inzwischen haben sich schon über 800 Münsteraner dieser „musikalischen Bürgerinitiative“ angeschlossen, die sich in ihrer Satzung „die ideelle und materielle Förderung des Musiklebens in Münster“ zum Ziel gesetzt hat. „Einerseits sind wir ein Begeisterungsclub für unser Orchester, andererseits haben wir uns aber auch die Förderung der Zusammenarbeit des Orchesters mit anderen musikalischen Institutionen der Stadt und der Chorszene auf unsere Fahnen geschrieben“, so Winkler. Finanziell unterstützt wird die Verpflichtung von renommierten Klassikstars als Solisten für die Sinfoniekonzerte des Orchesters im Großen Haus des Theaters, aber auch die im zweijährigen Rhythmus stattfindenden Tage der Barockmusik und das Festival Musica Sacra .

Die Förderung junger Musiker bei ihrem Berufseinstieg als Orchestermusiker ist den Orchesterfreunden zu einem besonderen Anliegen geworden. Mit einem Stipendium werden begabte Absolventen von Musikhochschulen, die kurz vor dem Abschluss ihres Studiums stehen, auf ihre professionelle Laufbahn vorbereitet. Im Rahmen dieses Stipendiums nehmen die Nachwuchstalente an den Proben und Konzerten des Sinfonieorchesters teil und werden von erfahrenen Orchestermitgliedern ein Jahr auf ihre spätere Arbeit in einem Berufsorchester vorbereitet.

Im Jahr des 100. Geburtstags des Sinfonieorchesters Münster versteht es sich beinahe von selbst, dass die Orchesterfreunde insbesondere die Kooperationsprojekte mit der Westfälischen Schule für Musik und der Musikhochschule Münster fördern – nach dem Open-Air-Konzert auf dem Prinzipalmarkt an den Pfingsttagen auch das gemeinsame Festkonzert der drei jubilierenden Institutionen Anfang November im Großen Haus.

Auch die Hoffnung auf einen zeitgemäßen Konzertsaal, der höchste Ansprüche an Klangqualität und Akustik erfüllt, haben die Orchesterfreunde noch nicht aufgegeben. „Über Konzepte und Standorte wird im Moment politisch zwar noch heftig gerungen. Im Grundsatz sind wir uns mit allen Beteiligten aber darin einig, dass Münster endlich einen besseren Raum für die Musik braucht“, so der Vorsitzende. „Ohne einen professionellen Konzertsaal wird Münster als Musikstadt über kurz oder lang den Anschluss an die Nachbarstädte im nördlichen Ruhrgebiet wie Dortmund, Bochum, Essen oder Duisburg verlieren.“ Und auch für den Förderverein hat der Vorsitzende noch große Ziele: „Tausend Freunde wären zehn Jahre nach Gründung des Vereins im Jahr des 100. Geburtstags unseres Orchesters eine tolle Sache. Aber daran müssen wir noch arbeiten.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6749295?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F647484%2F
Was das „Bündnis für moderne Mobilität“ für Münster bringt
Oberbürgermeister Markus Lewe (r.) war am Donnerstag bei Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (M.) in Berlin zu Gast.
Nachrichten-Ticker