Biopic als Preisgarantie
„J. Edgar“ mit Leonardo DiCaprio

Als „J. Edgar“ läuft Leonardo DiCaprio in der Greisen-Maske eines 77-jährigen FBI-Direktors herum: Prompt wurde er für den Golden Globe nominiert. Nichts gilt als so preisbefeuernd wie die Rolle in einem „Biopic“ – kein Wunder, dass die stete Schwemme an verfilmten Biografien aus Hollywood nie abreißt. Aber nicht alle zünden auch bei uns.

Montag, 19.12.2011, 08:12 Uhr

J. Edgar Hoover war Begründer und jahrzehntelang Direktor der US-amerikanischen Bundespolizei ( FBI ). In Amerika kennt ihn jeder. „ J. Edgar “, den Film, drehte Clint Eastwood bewährt stilsicher, in der Hauptrolle spielt Leo DiCaprio sowohl den 24-jährigen Jung-Juristen Hoover als auch den gebrechlich schlurfenden alten Mann mit Altherrenbauch, was, dank großartiger Arbeit der Maske, gut funktioniert. Aber ob das in Deutschland allzu viele interessieren wird?

Wir werden sehen. Fest steht jedoch, dass US-Biografien, die sich sehr auf inner-amerikanische Steckenpferde konzentrieren, bei uns keine allzu großen Erfolge feiern. Ob das nun Gangster Dillinger („Public Enemies“), Boxer Micky Ward („The Fighter“) oder auch die Footballer-Mäzenin Leigh Anne Tuohy (Oscar für Sandra Bullock in „Blind Side“) ist: Wen der deutsche Kinogänger nicht kennt, der verschimmelt im Multiplexsaal. Gespannt sein dürfen wir deswegen auf „Moneyball“ mit Brad Pitt: Die Biografie des legendären Baseball-Managers Billy Beane war in den USA ein Top-Hit, gilt als Oscar-Favorit. Aber hier bei uns? Baseball? Hmm.

Bei uns müssen sich die Biopics schon allgemeineren Berühmtheiten widmen. Wenn Oscarfavoritin Meryl Streep ab März in „Die eiserne Lady“ als britische Premierministerin Maggie Thatcher brilliert, wird das garantiert auch bei uns ein Hit. So wie das schon mit „King’s Speech“ (echter König), „Beautiful Mind“ (echter Mathematiker), „Social Network“ (echter Facebook-Gründer) und zahllosen Musiker-Biografien von „Ray“ bis „Walk the Line“ geklappt hat.

Der Erfolg der Bio Pics hängt offenbar nur von der Popularität der Porträtierten ab. Amerikanische Justizgrößen haben es schwer. Doppelt schwer, denn selbst über Hoovers deutsche Kollegen, sagen wir mal: Brigitte Zypries, ist kein Film überliefert.

// Gian-Philip Andreas// ab 19. Januar

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