Fallstudie in Uganda
Studierende aus Münster forschen zum Thema Trinkwasserversorgung

Münster -

Fünf Wochen lang waren Jendrik Schwartz und Johannes Zerche in Uganda. Diese fünf Wochen haben ihr Leben verändert. Und womöglich werden sie schon bald auch das Leben vieler weiterer Menschen verändern. Im Rahmen eines Projekts haben die beiden Studierenden aus Münster das Gebiet westlich der Hauptstadt Kampala untersucht. So kann es dort womöglich schon bald eine umfassende Trinkwasserversorgung geben.

Sonntag, 02.12.2018, 16:00 Uhr
In Uganda suchten Johannes Zerche, Hella Runge und Jendrik Schwartz (v.l.) nach Möglichkeiten, eine Region westlich der Hauptstadt Kampala mit Trinkwasser zu versorgen.
In Uganda suchten Johannes Zerche, Hella Runge und Jendrik Schwartz (v.l.) nach Möglichkeiten, eine Region westlich der Hauptstadt Kampala mit Trinkwasser zu versorgen. Foto: xx

Alles begann Anfang des Jahres, als Dr. Hella Runge mit dem Geologen Tillmann Straub ins Gespräch kam. Straub arbeitet für die Siemens-Stiftung und erzählte von einem Projekt: Mehrere Stiftungen haben sich zusammengetan, um mit dem Projekt „Team Up“ die Infrastruktur in den ländlichen Regionen Ugandas zu verbessern.

Runge selbst war als Geologin mehrfach selbst in Afrika; engagierte sich etwa im Südsudan. An der Fachhochschule (FH) Münster unterrichtet sie unter anderem „Wassermanagement in Krisenregionen“. Für das Projekt schlug sie daher zwei ihrer Studenten vor: Jendrik Schwartz und Johannes Zerche.

Neue Erfahrung

Schwartz ist 27, an der FH studiert er Bauingenieurwesen und steht kurz vor dem Master-Abschluss. Der 24-jährige Geologe Johannes Zerche legt ebenfalls bald seine Masterarbeit vor – allerdings im noch jungen Studiengang „Wasserwissenschaften“. Das ganze Projekt sei, so wie auch das Studium, interdisziplinär, sagt er. „Wir haben gelernt, dass sich die Fachrichtungen ergänzen. Geologen und Ingenieure können Hand in Hand arbeiten.“

Im Juli flogen die beiden jungen Männer nach Uganda. Eine ganz neue Erfahrung – aber sie hatten sich gut vorbereitet. „Wir hatten nicht nur Plan A und B im Gepäck, sondern auch C bis F für alle Eventualitäten bei un­serer Forschung“, erzählen sie.

Thema: Machbarkeit von „Subsurface Dams“

In Kampala angekommen, trafen sie sich mit Behördenvertretern und Vorständlern Danach gingen sie „ins Feld“ - also direkt ins ugandische Hinterland. Gemeinsam erforschten die beiden das Gebiet an drei Standorten im Distrikt Mityana. Sie erstellten eine geologische Karte, nahmen Bodenproben, führten geophysikalische Messungen durch.

Vor allem die Machbarkeit von sogenannten „Subsurface Dams“ nahmen sie unter die Lupe. Dabei handle es sich um unterirdische Staudämme, wie Zerche erklärt: Ähnlich einer „Talsperre im Untergrund“ verhindere man damit, dass Grundwasser wegfließe. Stattdessen fange man es in einer Art Reservoir auf. „Dadurch fallen auch nahe gelegene Brunnen nicht trocken“, fügt Runge hinzu.

Projekt „Team Up“

Unter dem Projektnamen „Team Up“ wollen die Siemens-Stiftung, die Hanns R. Neumann Stiftung und die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in Uganda wichtige Veränderungen anstoßen. Die großen Ziele des Projektes lauten: faire Einkommen sichern, eine zuverlässige Gesundheitsversorgung gewährleisten, Familienplanung ermöglichen und ein verbessertes Wassermanagement zu schaffen. Das Projekt soll über 50.000 junge Menschen erreichen.

...

Intensive Wochen

Zerche und Schwartz un­tersuchten nicht nur, welche Maßnahmen auf welche Weise umsetzbar seien, sondern kalkulierten auch die Kosten. Bis Ende Februar wollen sie detaillierte Aufstellungen vorlegen – dann geben sie ihre Masterarbeiten ab, die die Fallstudie in Uganda thematisieren.

Mittlerweile sind die beiden schon seit drei Monaten wieder zurück in Münster. Aber die Zeit in Uganda werden sie so bald nicht vergessen. „Das waren die intensivsten fünf Wochen meines Lebens“, sagt Zerche. Und Schwartz fügt hinzu: „Man spürt eine solche Dankbarkeit.“ Geologe Tillmann Straub kann nun an ihre Ergebnisse anknüpfen. Drei Jahre lang wird sich das Großprojekt dann der Infrastruktur Ugandas widmen. Und die beiden Studenten aus Münster haben dafür den Startschuss gegeben.

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