Universität
Wenn Michael Jackson stirbt: Ohne schlechte Ausreden durchs Studium

Hamburg/Wien -

Fesselnde Vorlesungsvideos, ungewöhnliche Todesfälle oder der dritte Geburtstag desselben Familienmitglieds im selben Jahr: Studierende sind meist sehr kreativ, wenn es darum geht, Ausreden zu finden. Dabei hilft vor allem eines: Ehrlichkeit.

Montag, 17.12.2018, 13:21 Uhr aktualisiert: 17.12.2018, 14:35 Uhr
Universität: Wenn Michael Jackson stirbt: Ohne schlechte Ausreden durchs Studium
Wenn Studierende eine gute Ausrede brauchen, sind sie meist nicht verlegen. Foto: colourbox.com

Fast jeder Dozent hat eine Anekdote zu erzählen, wenn es um kreative Ausreden von Studierenden geht. „Eine Studentin erschien deutlich zu spät zur Prüfung. Sie sagte zu mir: „Ich habe heute Morgen zur Vorbereitung noch einige Ihrer Vorlesungsaufzeichnungsvideos angesehen. Das war so faszinierend. Da habe ich völlig die Zeit vergessen““, erzählt zum Beispiel Oliver Vornberger, Professor für Informatik an der Uni Osnabrück .

Wenn Studierende eine gute Ausrede für ein Missgeschick brauchen, sind sie meist nicht verlegen, fantasievolle Argumentationen zu finden. Die kleinen Notlügen machen das Studentenleben jedoch meist nicht einfacher. Aber wie kommt man ohne peinliche Ausreden wieder aus einer verzwickten Situation?

Ausflüchte der Studierenden

Eines der wohl häufigsten Phänomene an der Hochschule: Ein Student kommt zu spät zum Seminar. „Idealerweise entschuldigt man sich in einem solchen Fall kurz, gegebenenfalls mit einer plausiblen Begründung“, rät die Kommunikations- und Kniggetrainerin Susanne Lührmann . Dann sollte man sich still und leise auf seinen Platz setzen - ohne seinen Nachbarn die Geschichte des Zuspätkommens aufzudrängen.

Die besten (nicht ernst gemeinten) Jodel-Erstitipps

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  • Andere haben nur sechs oder sieben schöne Jahre...

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  • Weil es dort immer so ruhig ist und kaum Verkehr herrscht.

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  • Alternativ ist der Hamburger Tunnel zu empfehlen!

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  • Leider sind schon einige Studenten an der Einstiegsklausur gescheitert.

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  • Rechtzeitig anrufen, nicht dass schon alle Tische reserviert sind!

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  • Handy in der Vorlesung: die Todesstrafe droht!

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  • Emojis regieren die Welt!

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  • Der Dozent freut sich und eine gute Note ist garantiert.

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  • Auch für „Grundlagen des Malens nach Zahlen“ sind die Buntstifte sehr wichtig!

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  • Gibt ja nur eine in Münster!

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  • Wenn es sogar mehrere Flaschen waren, droht eine Dreiteilung, damit man in alle Käfige passt.

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  • Also eigentlich ist ja immer schlechtes Wetter...

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  • So steigt man ganz nach oben auf der Beliebtheitsskala.

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  • Was in der 1. Woche passiert, bleibt (nicht) in der 1. Woche.

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  • Hüpf, hüpf, hüpf!

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  • Bei Aral und Shell gibt es sogar extra Studentenrabatte.

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  • Das sieht sogar Karl Lagerfeld so!

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  • #undbielefeldhassenwirgenauso

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Auch wenn es um das Verschieben von Referaten geht, werden Studierende oft kreativ: „Vor Jahren sagte eine Studentin ihr Referat in meinem Blockseminar ab: Jemand, der ihr sehr viel bedeutet habe, sei verstorben. Es stellte sich heraus, dass sie Michael Jackson meinte, und es ihr ganz ernst damit war“, berichtet Milo? Vec, Professor für Jura an der Universität Wien.

Grundsätzlich wissen viele Dozenten die Ausflüchte der Studierenden gut einzuschätzen. „In der Regel ist an den Problemen, die geschildert werden, nicht viel dran - sonst würden diese Sachverhalte schon vorher angesprochen werden und nicht erst zwei Tage vor der Abgabe einer Hausarbeit“, sagt Lutz Peters, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Arbeitsbereich Sozialpädagogik an der Uni Hamburg.

Fehlerhafte Hardware und Software

Oft integrieren Studierende andere Personen in ihre Erläuterungen, um das eigene Handeln irgendwie zu erklären. Aber: Wer seine Fehler auf andere schiebt, macht meist alles nur noch schlimmer: „Haben Studierende einen Fehler gemacht, sollten sie dazu stehen und nicht beginnen, sich zu rechtfertigen“, erklärt Susanne Lührmann. Also: Niemals andere Menschen mit ins eigene Dilemma ziehen oder etwa schlecht über den Gruppenpartner sprechen. „Grundsätzlich ist jeder für sein Verhalten selbst verantwortlich“. Das bestätigt auch Milo? Vec: „Fehler können passieren. Die Chance, dass sie verziehen werden, kann durchaus durch eigenes Verhalten gesteigert werden.“

Diese Studenten gibt es an jeder Uni

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  • Party-Tier oder karrierefixiert?

    Der eine würde dem Professor gerne den Beamer hinterhertragen, der andere nutzt die Zeit in den Seminaren, um mal wieder Ordnung in seine Apps zu bringen. Zum Semesterstart treffen auf dem Campus die verschiedensten Studenten aufeinander. Die Semesterferien sind vorbei, es wird wieder voll im Hörsaal. Doch wer drängt sich da eigentlich auf den Holzbänken? Vom Streber bis zum Senioren-Student - eine Typologie.

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  • DER/DIE STREBSAME

    Er kommt extra früh zur Vorlesung, um sich auf den Platz am Gang zu setzen. Dass er damit die ganze Reihe blockiert, ist ihm egal. Schließlich kann er so schnell aufstehen, um mit dem Professor zu reden, sobald dieser den Raum betritt. Ein bisschen Netzwerken kann schließlich nicht schaden. Deswegen hat er auch damals diesen Job als studentische Hilfskraft angenommen - obwohl ihn die Bezeichnung eigentlich stört. Der Strebsame studiert vorzugsweise BWL. Sein Handy hat er immer im Blick. Dort blinken nicht nur Wirtschaftsnachrichten auf, sondern er wird auch daran erinnert, wann er das Sakko aus der Reinigung holen kann.

    Lieblingssatz: „Kann ich die Prüfung schon vorziehen?“

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  • DER/DIE GELANGWEILTE

    Den Text fürs Seminar hat er nicht gelesen, der war ihm zu „lame“. Weil er deshalb nicht mitreden kann, muss sich der Gelangweilte anders beschäftigen. Dazu legt er das Handy betont lässig auf den Tisch und wischt auf der Dating-App Tinder herum. Bei Professoren und Dozenten macht sich dieser Typ nicht beliebt. Das ist ihm aber egal, schließlich weiß er eh noch nicht, ob er sich das Ganze noch lange antun will.

    Lieblingssatz: „Der Dozent hat uns nicht richtig vorbereitet. Jetzt muss ich wegen dem die Prüfung wiederholen.“

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  • DER/DIE ALTE

    Sein natürliches Refugium ist die Uni nicht. Dennoch wagt sich der Seniorenstudent immer öfter in neues Terrain vor. Über 14 000 Menschen ab 65 Jahren teilten sich im vergangenen Semester mit jüngeren Studenten den Hörsaal - zwei Drittel mehr als vor 20 Jahren. Am liebsten besucht der Seniorenstudent Vorlesungen in Politik und Geschichte. Dort fungiert er gerne als Zeitzeuge. Ob zur Wiedervereinigung oder zum Rücktritt Bismarcks - zu jedem historischen Ereignis hat er eine sehr persönliche Geschichte zu erzählen.

    Lieblingssatz: „Ich weiß das. Ich war dabei.“

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  • DER/DIE SOZIALE

    Das Willkommensgrillen für die Erstsemester oder der Papierflieger-Flashmob mitten in der Vorlesung: Ohne den Sozialen geht nichts. Plant jemand im Fachbereich eine Veranstaltung, sitzt er mit Sicherheit im Organisationskomitee. Auch bei der Studentenvertretung ist er dabei. Zwischendurch sein Studium zu beenden, fällt da schwer, ist aber für den Sozialen trotzdem nicht unmöglich. Seit er den Getränkestand beim letzten Bodenmechanik-Symposium aufgebaut hat, hat er schließlich die Nummer seines Professors im Handy gespeichert. Eine Nachricht, und schon steht ein neuer Abgabetermin für die Hausarbeit fest.

    Lieblingssatz: „Jemand noch ein Bierchen?“

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  • DER/DIE POLITISCHE

    Ob Strafgesetzbuch oder Eiskunstlauf - für diesen Studententypen spielt jedes Thema auf einer höheren politischen Ebene. Um seine Kommilitonen aus den Geisteswissenschaften von seinen Ansichten zu überzeugen, holt er gerne weit aus. Meist mit selbst gedrehter Zigarette in der einen und frisch aufgebrühtem Mate-Tee in der anderen Hand. Der Politische gendert nicht nur seine Hausarbeitstexte, sondern benutzt die geschlechtsneutrale Sprache auch in Diskussionen.

    Lieblingssatz: „Ich würde mir wünschen, dass alle StudentInnen dazu Stellung beziehen.“

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Originelle Erklärungen haben Studierende auch parat, wenn sie die Abgabefrist für eine Projekt- oder Abschlussarbeit reißen. Bei verspäteten Abgaben von Bachelorarbeiten im Fach Informatik lautet die Standardausrede: fehlerhafte Hardware und Software. „Interessanterweise kann es vier Wochen dauern, bis es bemerkt wird“, sagt Oliver Vornberger. Manchmal gibt es jedoch gute Gründe, warum Fristen nicht eingehalten werden können. Wenn Studierende erkranken, zum Beispiel. Dann ist wichtig: Den Dozenten rechtzeitig informieren und ein entsprechendes Attest beim Prüfungsamt einreichen, um eine Fristverlängerung zu bekommen.

No-Go: Ständig aufs Handy schauen

Wenn im Anschluss der Abgabetermin neu abgesprochen wird, gehen Studierende besser nicht unvorbereitet ins Gespräch mit der Lehrkraft. Susanne Lührmann empfiehlt: „Studierende haben neben der Entschuldigung gleich einen neuen Termin parat. Damit signalisieren sie, dass sie sich im Vorfeld Gedanken gemacht haben und ihnen das Treffen und die Hausarbeit wichtig sind.“ Ein No-Go bei einem persönlichem Treffen mit einem Dozierenden: ständig aufs Handy schauen. Deshalb schlägt die Kommunikationstrainerin vor, das Handy entweder ganz zu Hause zu lassen oder es auszuschalten.

Peinlich kann es für Seminar-Teilnehmer auch werden, wenn sie im Kurs eine Frage beantworten sollen und nicht Bescheid wissen. Lutz Peters empfindet das jedoch nicht als dramatisch. „Für Studierende sollte eine Wissenslücke im Seminar eigentlich kein Problem sein. Schließlich sind sie an der Uni, um etwas zu lernen.“

Egal, was Studierende in den Sand gesetzt haben, mit den meisten Dozenten lässt sich reden. Was dabei hilft? Ganz einfach: Eine höfliche Anrede, Blickkontakt im Gespräch und ein freundlicher Gesichtsausdruck. Dazu kommt die richtige Wortwahl - vor allem im Schriftverkehr. Und: Wer mit dem Professor oder Seminarleiter in Kontakt getreten ist, sollte dann auch für ihn erreichbar sein.

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