Erika Haller und Kathi Welslau sind erfahrene Betreuerinnen in Atlantis
„Hier kann man wieder Kind sein“

Münster -

Schon im Alter von zwei und vier Jahren haben sie das erste Mal beim städtischen Ferienprogramm mitgemacht – vor mehr als 20 Jahren in der Halle Münsterland. Kathi Welslau und Erika Haller sind dem Ferienspaß treu geblieben, der heute „Atlantis“ heißt. Dem Teilnahme-Alter längst entwachsen, arbeiten die beiden jungen Frauen heute ehrenamtlich als Team-Koordinatorinnen auf der Wiese im Wienburgpark. Hierher ist die Kinderstadt, nach Zwischenstation am Ostbad, im Jahr 2000 umgezogen.

Sonntag, 11.08.2013, 16:08 Uhr

Mitten unter Kindern fühlen sich Erika Haller (hinten l.) und Kathi Welslau (hinten r.) wohl und warten im Tattoo-Studio geduldig mit, bis sie an der Reihe sind.
Mitten unter Kindern fühlen sich Erika Haller (hinten l.) und Kathi Welslau (hinten r.) wohl und warten im Tattoo-Studio geduldig mit, bis sie an der Reihe sind. Foto: Stadt Münster

Erika Haller macht gerade das Dutzend voll: Seit zwölf Jahren bewährt sie sich als Team-Leiterin, ist eine der Erfahrensten im 50-köpfigen Team, heißt es in einer städtischen Pressemitteilung. „Wenn sich Atlantis in der dritten Woche dem ‚Untergang‘ nähert, bin ich ein bisschen traurig, weil es ein Jahr bis zum nächsten Mal dauert“, sagt die 32-Jährige mit abgeschlossenem Masterstudium Soziale Arbeit. Ans Aufhören denkt sie nicht, sie liebt die quicklebendigen Wochen mit Kindern, Kolleginnen und Kollegen. In diesem Jahr taucht sie mit den „Krokohilas“, der Gruppe der Sieben- bis Achtjährigen, ein in eine Welt voller Rätsel, Entdeckungen und Abenteuer ein. Und sie steht den Kinder bei allen größeren und kleineren Malheuren zur Seite.

Kathi Welslau betreut als Freiwillige in diesem Jahr die Nemox (Neun- bis Elfjährige). „Hier kann man wieder Kind sein, bei Wasserschlachten mittoben und große Dinge basteln“, strahlt die 24-Jährige, die seit sechs Jahren als Team-Koordinatorin dabei ist. Nach den Ferien kehrt sie zurück in die Welt des Erwachsen-Seins und studiert Niederlandistik und Chinastudien.

Beide Frauen verzichten für „Atlantis“ gern für drei Wochen aufs Privatleben. Sie schätzen die Herausforderung des täglichen Improvisierens, den Kontakt mit ganz unterschiedlichen Kindern. „Es ist klasse zu sehen, wie sie sich entwickeln. Einige begleite ich schon seit Jahren“, sagt Kathi Welslau. Dazu kommt die eingeschworene Gemeinschaft der Ehrenamtlichen. Wenn am Abend die „Atlantis“-Pforten schließen, bleibt eine Nachtwache. Lagerfeuer, Gitarrenspiel, Stockbrot backen – auch das schweißt zusammen.

„Wenn wir erfahrene Ehrenamtliche wie Erika und Kathi nicht hätten, wäre es schwierig“, weiß Andreas Garske vom städtischen Kinderbüro. Mit Nina Kerstiens und Hans-Peter Droberg organisiert er die Kinderstadt, ein Angebot des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familie. Dazu gehören auch Auswahl und Schulung des Betreuungsteams.

Und dabei geht es um weit mehr als ein bisschen Spielen gegen die Langeweile: Die Kinder lernen viel auf der „Atlantis“-Wiese. Sie erfahren Gemeinschaft, knüpfen Kontakte, finden neue Freunde. Sie begreifen Toleranz, zeigen Mut, müssen geduldig sein. Das alles ohne erhobenen pädagogischen Zeigefinger. Und dabei stehen ihnen Erika, Kathi und all die anderen zur Seite. Jedes Jahr wieder.

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Atlantis für Kinder von 5 bis 13 Jahren im Wienburgpark ist noch bis zum 16. August geöffnet (montags bis freitags von 10 bis 17.30 Uhr). Ohne Anmeldung. Tageskarte 3 Euro, Wochenkarte 12 Euro. Mittagessen 2,50 Euro oder Picknick mitbringen.

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