Sonderveröffentlichung

Wurzelkanalbehandlung
Entspannung im Zahnarztstuhl

Eine Wurzelkanalbehandlung ist nichts, womit man gerne seine Freizeit verbringen würde. Auch Rupert Mantlik würde so weit nicht gehen. Aber der 75-Jährige spürt vor der Therapie kein Unbehagen. „Ich fühle mich hier wirklich in guten Händen,“ sagt er. Neueste Technik in der Uniklinik soll sicherstellen, dass Keime nicht im Zahn bleiben und eine neue Entzündung auslösen.

Samstag, 23.02.2019, 06:00 Uhr
Professor Dr. Edgar Schäfer kontrolliert, ob sein Patient Rupert Mantlik nach der Wurzelkanalbehandlung noch Schmerzen hat.
Professor Dr. Edgar Schäfer kontrolliert, ob sein Patient Rupert Mantlik nach der Wurzelkanalbehandlung noch Schmerzen hat. Foto: Wilfried Gerharz

Rupert Mantlik hat schon mehrere Wurzelkanalbehandlungen hinter sich – und geht weiterhin gern zum Zahnarzt. Anders als vielen anderen Patienten wird ihm nicht unwohl, wenn er das Wort nur hört. Er ist in der Zahnklinik des UKM in Behandlung. Die führt täglich mehrere solcher Behandlungen durch.

Gemütlich zurückgelehnt sitzt Rupert Mantlik in einem Behandlungsstuhl in der Zahnmedizinischen Klinik. „Tut das weh?“, fragt Professor Edgar Schäfer und klopft vorsichtig auf einen Backenzahn. Mantlik schüttelt den Kopf. Gespürt hat er das Klopfen nicht.

Die Schmerzen, die ihn jahrelang geplagt haben, sind restlos verschwunden. Sie waren der Grund, weshalb Mantlik Patient bei Professor Schäfer wurde. „Manche Patienten haben so starke Schmerzen, dass sie trotz Schmerzmitteln nicht schlafen können“, berichtet Schäfer, Leiter der Zentralen interdisziplinären Ambulanz der Zahnklinik des UKM.

Manche Patienten haben so starke Schmerzen, dass sie trotz Schmerzmitteln nicht schlafen können.

Professor Edgar Schäfer

Ursache sind häufig Karies oder ein Trauma, wie beispielsweise ein Schlag auf die Zähne. Dies kann zu einer Entzündung der sogenannten Pulpa führen. Die befindet sich im Zahninneren und enthält Nerven, Blut- und Lymphgefäße. Wird die Entzündung nicht gestoppt, kann sie sich bis in den Knochen ausweiten, einen Abszess oder einen Gang (sogenannte Fistel) in die Mundhöhle fressen. Das Absterben der Pulpa kann die Folge sein.

Eine Wurzelkanalbehandlung kann hier helfen. Alles mit einer Lokalanästhesie. „Von der Behandlung habe ich nur kurz etwas gespürt“, sagt Mantlik. Schmerzen jedoch nicht.

Bei dem Eingriff bohrt der Arzt oder die Ärztin zunächst von oben ein Loch in den Zahn, bis die Wurzelkanäle zu sehen sind. Anschließend steht ein gründliches Reinigen und Desinfizieren des Zahns an. „Wir arbeiten hier mit der neuesten Technik. Die Instrumente sind quasi wie Hochdruckreiniger“, erklärt der erfahrene Zahnmediziner. So haben Keime keine Chance, im Zahn zu bleiben, und es kann zu keiner neuen Entzündung kommen. Anschließend werden die Kanäle ausgeschliffen und gefüllt. Höchste Präzisionsarbeit. Hochmoderne Techniken wie ein OP-Mikroskop, Endometrie zur Kanallängenmessung und Bohrer mit automatischer Drehmomentbegrenzung unterstützen Professor Schäfer bei dieser Arbeit. Zudem werden die Instrumentenaufsätze jeweils nur einmal benutzt. So kommt es nicht zum Verschleiß. So gut wie kein Risiko also, dass die feinen Instrumente abbrechen.

Wir arbeiten hier mit der neuesten Technik. Die Instrumente sind quasi wie Hochdruckreiniger.

Professor Edgar Schäfer

Auch Rupert Mantlik hat die Entwicklungen in der Wurzelkanalbehandlung persönlich miterlebt. Seit Jahrzehnten ist er Patient in der Zahnklinik des UKM. Technisch habe sich da über die Jahre enorm viel getan und verbessert, berichtet er.

Nach der Wurzelkanalbehandlung verschließen die Mediziner bei der „koronalen Versorgung“ das zuvor gebohrte Loch mit Kunststoff. „Wichtig ist, dass es bakteriendicht ist“, betont der Spezialist für Endodontologie. Darauf wird genauestens geachtet. Der Eingriff dauert insgesamt knapp zwei Stunden. „So lang hat es sich aber nicht angefühlt“, meint Mantlik.

Der Zahnarzt kontrolliert das Ergebnis bei einer Nachkontrolle. „Die Erfolgsrate bei unkomplizierteren Bedingungen ist hoch und liegt bei 95 Prozent“, berichtet Schäfer. Auch Komplikationen wie gebrochene Zahnwurzeln oder nicht zugängliche Wurzelkanäle sind möglich. Doch auch hier kann geholfen werden. Als Ultima Ratio bleibt eine sogenannte Apektomie, eine Teilentfernung der Wurzelspitze. Der Zahn muss also nicht gezogen werden, sondern bleibt im Mund.

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Das Röntgenbild zeigt, wie die Zähne in Rupert Mantliks Kiefer sitzen. Foto: Wilfried Gerharz

Bei Rupert Mantlik ging alles glatt. „Und das, obwohl ich so gebogene komplizierte Wurzelkanäle habe“, erklärt der 75-Jährige. Seit über 30 Jahren ist er Patient in der Zahnklinik des UKM, mehrere Wurzelkanalbehandlungen an verschiedenen Zähnen hat er schon gehabt. „Davor war ich schon angespannt“, bedenkt er. „Aber Angst hatte ich nie. Ich fühle mich hier wirklich in guten Händen.“ Auch nach dem Eingriff ist er sehr zufrieden mit dem erreichten Ergebnis. Es fühle sich nicht anders an als vorher – nur ohne Schmerzen.

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