Sonderveröffentlichung

Strahlen nach den Strahlen
Der höchste Stand der Radioonkologie

Münster -

Dieter Möller stand nach eigenen Worten kurz davor, ein Pflegefall zu werden. Ein Tumor hatte sich an seiner Wirbelsäule festgesetzt. Doch die Strahlenexperten am UKM haben ihn so behandelt, dass er – von einigen Einschränkungen abgesehen – wieder mobil ist. „Es hat mich beruhigt zu wissen, dass erfahrene Ärzte und Physiker die Bestrahlung immer ganz genau für mich berechnen“, sagt er.

Dienstag, 03.09.2019, 09:48 Uhr aktualisiert: 03.09.2019, 16:30 Uhr
„Ich habe meine Lebensfreude zurückgewonnen“, sagt Dieter Möller (r.) nach der Behandlung von Professor Hans Theodor Eich (l.) und dessen Team.
„Ich habe meine Lebensfreude zurückgewonnen“, sagt Dieter Möller (r.) nach der Behandlung von Professor Hans Theodor Eich (l.) und dessen Team. Foto: Wilfried Gerharz

Dieter Möller sitzt entspannt im Wartebereich des Universitätsklinikums Münster ( UKM ). „Ich bin heute hier, um einfach Danke zu sagen“, erklärt der 82-Jährige und schaut zu seiner Ehefrau. In seinen nachdenklichen Blick mischt sich der Anflug eines Lächelns. „Ja. Dafür sind wir extra aus dem Sauerland gekommen“, ergänzt seine Ehefrau. Verabredet ist das Ehepaar mit Professor Dr. Hans Theodor Eich , Direktor der Klinik für Strahlentherapie am UKM.

Seit April 2015 wird Dieter Möller hier behandelt. „Als ich vor vier Jahren nach Münster ins Uniklinikum kam, war ich physisch und psychisch am Ende“, erinnert sich Möller noch sehr gut. Eingeliefert wurde er als Querschnittsnotfall mit akuter Lähmung. Ein Tumor an der Wirbelsäule als Metastase eines Schilddrüsentumors hatte bereits den Spinalkanal verletzt. „Ich stand kurz davor, ein Pflegefall zu werden“, beschreibt Dieter Möller. „Dass ich heu­­te – zwar mit einigen Einschränkungen – wieder mobil bin und meine Lebensfreude zurückgewonnen habe, das ist das Verdienst des Teams um Professor Eich.“

Besonders wichtig geworden ist Dieter Möller im Rückblick auf die vergangenen Jahre der persönliche Kontakt zu den behandelnden Ärzten, Physikern und Medizinisch-technischen Radiologieassistenten (MTRA) der Klinik für Strahlentherapie-Radioonkologie. „Nach den ersten Gesprächen fasste ich großes Vertrauen und den Willen weiterzumachen. Es hat mich beruhigt zu wissen, dass erfahrene Ärzte und Physiker die Bestrahlung immer ganz genau für mich berechnen. Meine vielen Fragen zur Therapie wurden immer wieder mit großer Geduld und Sachkenntnis beantwortet. Dadurch habe ich mich sehr gut aufgehoben gefühlt und konnte nach vorne sehen“, sagt Dieter Möller.

Dieter Möller im Gespräch mit seinem Arzt.

Dieter Möller im Gespräch mit seinem Arzt. Foto: Wilfried Gerharz

Vertrauensverhältnis ist sehr wichtig

Professor Hans Theodor Eich und seine Mitarbeiter kennen die Sorgen, Ängste und Zweifel ihrer Patienten, wenn sie zur Behandlung in die Radioonkologie kommen. „Wir registrieren jedes Jahr rund 2000 neue Patienten, die fast alle mit bösartigen Erkrankungen zu uns kommen. Da ist es wichtig, dass zwischen Arzt und Patient ein Vertrauensverhältnis aufgebaut wird. Nur so können die Sorgen in den Hintergrund und die Heilungsaussichten in den Mittelpunkt gestellt werden. Aufklärung und Information sind wichtige Aspekte einer erfolgreichen Strahlenbehandlung“, erklärt Eich.

Schon gewusst?

200 Patienten kommen jedes Jahr zur Behandlung in die Radioonkologie der Uniklinik. Fast alle haben bösartige Erkrankungen.

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Zur Strahlentherapie stehen in der Radioonkologie des UKM und in der Dependance der Klinik am St. Franziskus-Hospital Münster modernste Geräte zur Verfügung. „Diese exzellente Geräteausstattung macht es möglich, dass wir in Münster auf dem höchsten Stand der Radioonkologie stehen. In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat sich hier eine fulminante Entwicklung vollzogen – zum Wohle unserer Patienten, besonders in der Krebstherapie“, meint Eich. Immer wichtiger sei die bildgeführte Strahlentherapie, denn, so erläutert der Arzt, Strahlung könne man nicht sehen, nicht riechen und nicht schmecken, und dennoch müsse die Strahlentherapie absolut präzise und exakt eingesetzt werden, um Nebenwirkungen bei den Patienten zu vermeiden.

„Ebenso wichtig ist uns die Zusammenarbeit im Team hier in der Klinik für Strahlentherapie. Dazu zählen neben den Radioonkologen auch Medizinphysiker und Strahlenbiologen“, beschreibt Eich. Große Bedeutung hat auch die Vernetzung mit den anderen Fachabteilungen des UKM, den zuweisenden anderen Krankenhäuser sowie den Fach- und Hausärzten.

Klinik hat einen exzellenten Ruf

Der exzellente Ruf der Klinik für Strahlentherapie am UKM ist längst national und international bekannt. Die Klinik war Gastgeber der 25. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) im Juni 2019. Aus aller Welt kamen 3000 Fachleute zum Kongress der Radioonkologen nach Münster. Unter dem Leitgedanken „Qualität, Vernetzung und Sichtbarkeit“ tauschten sie sich über die neuesten Forschungsergebnisse aus mit dem Blick auch auf interdisziplinäre Zusammenarbeit und die Weiterentwicklungen der modernen bildgeführten Strahlentherapie zum Wohle der Patienten.

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„Jeder Patient ist anders. Und so ist auch jede Behandlung individuell abgestimmt.“ In jeder Woche stehen 23 Tumorkonferenzen auf dem Plan, in denen die Radioonkologen mit den Kollegen aus dem HNO-Bereich, der Medizinischen Onkologie, der Abdominal- und Thoraxchirurgie, der Urologie, der Neuroonkologie, der Orthopädie, der Zahnmedizin, der Gynäkologie, der Dermatologie und der Kinderonkologie die einzelnen Patienten und deren optimale Behandlung besprechen.

„Die Zusammenarbeit der Ärzte im UKM hat auch mir sehr geholfen“, sagt Dieter Möller. Denn als Anfang 2019 eine weitere Metastase am Oberschenkelhals festgestellt wurde, entschied er sich, nicht das Risiko einer Operation einzugehen, sondern wiederum auf eine Bestrahlung zu setzen, die inzwischen erfolgreich abgeschlossen worden ist. „Für mich ist es wie ein Wunder, was ärztliche Kunst bewirkt“, beschreibt Dieter Möller. „Dafür kann ich nur Danke sagen.“

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