Von Bern nach Marseille
Das Überlebenstalent aus Chile

Fünf Stunden Fahrt, dann war ich endlich, so ca. gegen 21:30 Uhr, in Bern. Bis dahin hab ich leider keine Antwort von dem Mädchen bekommen, das ich gerne dazu gebracht hätte, mich zu hosten. Das änderte sich auch nicht am Bahnhof in Bern. Was blieb mir als übrig als mir ein günstiges Hostel zu suchen, um dort eine Nacht unterzukommen. 

Montag, 12.08.2013, 12:08 Uhr

Blöd nur, dass ich zwar mal von Bern gehört hatte, mir aber nichts darunter vorstellen konnte. Die Stadt ist kleiner als ich gedacht hätte, es gibt eine Jugendherberge und ein Backpacker-Hostel. Weil ich meiner Freiheit wegen nie vorbuchen würde und ein Hostel auch gar nicht von mir eingeplant war, habe ich keinen Platz mehr bekommen. ''Zu spät'', sagte die Besitzerin, ''Schiete'', dachte ich.

Lösung des Unterkunftproblems

Die Basis musste notgedrungen verständigt werden. Mr. Chief-Officer - mein Vater- suchte mir per Internet sofort eine Notlösung. Das Resultat war ein Hotel in der Nähe von Bern. 77 Euro für eine Nacht. Das hatte ich auch nicht unbedingt in meinen Haushaltsplan miteinbegriffen. Weil die Reservierung per Internet Bezahlen des Hotels mitinbegriffen hatte, was ich selbst verständlich nicht machen konnte ohne Internet (um dann schon 22 Uhr), übernahm meine Kommandozentrale erst einmal die Kosten.

Von Bern nach Marseille

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Bezahlt wird dann später, leider. Am nächsten Morgen war ich durchgängig damit beschäftigt, noch Kontakt zu meiner Rotary-Bekanntschaft aufzubauen, der Versuch schlug fehl. Dafür konnte ich ein schönes Gespräch mit ihrer Cousine aufbauen. Woher ich sie kannte? Ich sag nur: Facebook. Es ist ja so einfach, sich Informationen zu beschaffen. Während Nachrichtendienste tausende Server brauchen, saß ich nur mit einem Tablet da. Ich fühlte mich wegen der neuen Bekanntschaft via Facebook sehr gut und dazu bereit, mich wieder meiner Umgebung zu widmen.

Das Überlebenstalent

Nicht zuletzt lag das an der Wirtin des Restaurants, in dem ich mir nur einen Kaffee bestellt hatte, um das Internet zu nutzen und nun schon eine Stunde auf den Bildschirm starrte. Die Stadt Bern besteht lediglich aus vielen kleinen Gässchen, alten Häusern und Kirchen - ein Fluss umgibt das Ganze. Auf einer Parkbank saß ein junger Mann mit einem Campingkocher und einer Gitarre. Die Aussicht war schön, und ich setzte mich neben ihn, um ein bisschen in meinem Buch zu schmökern. Wir kamen irgendwie ins Gespräch, und hier kommt die Geschichte vom absoluten Überlebenstalent.

Der Typ kam aus Chile, macht schon seit drei Jahren eine Weltreise. Zu Fuss! Er lebt von der Gitarre. Er hat das Spielen erst während seiner Tour angefangen, als er gemerkt hatte, wie gut man daran verdienen konnte, natürlich nur, wenn auch ein bisschen Talent in einem steckt. Er campt im Wald, wäscht sich im Fluss oder Bach und weiß sogar, wie man im Wald überleben kann, ohne zu verhungern. Das hat er im Amazonas-Gebiet gelernt, als er mit einem Franzosen und Belgier durch die Flüsse paddelte.

Deswegen sind seine Beine auch bis heute noch mit Narben übersät. Die aggressiven Mosquitos im Regenwald hatten ihm damals stark zugesetzt und ihn ins Krankenhaus befördert. Dass man bestimmte Ameisenarten auf seiner Haut zerreiben kann und die Mosquitos so effektiv fernhält, davon hörte er von mir das erste Mal. Auch wieder so ein Punkt, an dem ich verdammt stolz auf mich war, es natürlich aber nicht gezeigt habe.

Weiter nach Frankreich

Weil ich die erhoffte Facebook-Bekanntschaft schon aufgegeben hatte, machte ich mich auf nach Genf. Dort wohnt meine Patentante, und ich hab mir geschworen, sie und ihren Mann auf jeden Fall zu besuchen. Von Genf aus ging es dann auch wieder weiter, nach Marseille. Deswegen die Überschrift vom letzten Post ''von Brüssel nach Frankreich''. Ich wollte eigentlich sofort nach Spanien fahren, doch das dauert einfach zu lange. In Sausset les pions, in der Nähe von Marseille, konnte ich wieder bei einer Rotary-Bekanntschaft unterkommen. Der Strand und das Meer sind einfach wunderbar! Bis zum nächsten Post!

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