Suche nach einem JVA-Standort
Kommt Sprakel wieder ins Gespräch?

Münster-Sprakel -

Nachdem die Bundeswehr von ihrer Fläche nichts für den Neubau der Justizvollzugsanstalt in Handorf abgeben will, stellt sich zwangsläufig die Frage, wohin der Zug nun fahren soll. Damit geraten mehrere Standorte erneut in den Blick (WN, 23. Juli). Sprakel gehört ebenfalls dazu.

Mittwoch, 23.07.2014, 18:07 Uhr

Die Fläche vor der Autobahnbrücke an der Südseite des Max-Klemens-Kanals gehört zu den potenziellen Standorten für ein neues Gefängnis.
Die Fläche vor der Autobahnbrücke an der Südseite des Max-Klemens-Kanals gehört zu den potenziellen Standorten für ein neues Gefängnis. Foto: kaj

Es ist kein kleiner Bau, der stadtauswärts auf der südlichen Seite des Max-Klemens-Kanals direkt vor der Autobahnbrücke entstehen würde. Immerhin soll die neue Einrichtung 640 Plätze im Strafvollzug bieten und zusätzlich 60 Arrestplätze, die im Kontext des Jugendstrafrechts zum Zuge kommen.

Zu den Standorten, die von Beginn an in die engere Wahl kamen, gehörten Flächen in Sprakel , Wolbeck und Albachten. Areale rund um Amelsbüren kamen nicht in Betracht, weil es dort eine forensische Klinik gibt.

Als der Naturschutzbund seinerzeit zwei Flächen ins Spiel brachte, die aus seiner Sicht besser für den Bau eines neuen Gefängnisses geeignet seien als der Truppenübungsplatz Handorf , hatte sich von Seiten der Landwirtschaft sofort Protest geregt. Weder die Fläche in Sprakel noch die zwischen Altem Mühlenweg und Freckenhorster Straße nördlich von Wolbeck stünden zur Disposition. Die Landwirte in Münster seien dringend auf die Bewirtschaftung von landwirtschaftlichen Nutzflächen angewiesen. Große Initiativen hätten mehrfach darauf hingewiesen, dass kein Quadratmeter Acker verzichtbar sei, hatte etwa der Coerde Landwirt Helmut Greiwing argumentiert.

Lokale Politiker wie Karl-Heinz Beckmann und Matthias Bölling (beide CDU) unterstreichen aktuell zwar, dass es sich um eine Entscheidung auf Landesebene handele. Aber der Standort Sprakel „ist nicht besonders gut“, sagt Beckmann. Hinzu käme, dass sich das Gelände in Privatbesitz befinde.

Matthias Bölling führt noch ein anderes Argument an: Der Max-Klemens-Kanal sei schon heute mehr als überlastet. Gerade der Bereich in der Kurve vorm Heidegrund bis zur Autobahn sei „gefährlich“. Und dann solle noch der Autoverkehr der 500 Beschäftigten der JVA hinzukommen? Außerdem sei der Max-Klemens-Kanal ein Bodendenkmal. Die Frage sei, wie sich das damit vertrüge.

Bezirksbürgermeister Manfred Igelbrink (SPD) glaubt nicht, „dass es Sicherheitsbedenken geben muss. Aber es gibt logistische Aspekte, die zu bedenken wären, etwa die Busverbindung.“ Die neue Entwicklung sei „überraschend gekommen“, sagt Dirk Guddorf von den Grünen: Die Meinungsbildung sei noch nicht abgeschlossen.

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