Hochwasser 2014
Sympathie-Welle für Müllkutscher

Münster -

Sie hatten soviel Dreck am Stecken wie noch nie: Münsters Müllwerker leisteten nach dem Hochwasser 2014 eine gewaltige Arbeit. 3,7 Millionen Euro kostete die Sonder-Entsorgung. Eine Gebührenerhöhung gibt es dennoch nicht.

Montag, 03.08.2015, 23:08 Uhr

AWM-Chef Patrick Hasenkamp bei der Hochwasser-Sperrgutentsorgung. An den Wochenenden rückte er selbst mit aus.
AWM-Chef Patrick Hasenkamp bei der Hochwasser-Sperrgutentsorgung. An den Wochenenden rückte er selbst mit aus. Foto: hpe

Patrick Hasenkamp ist seit drei Jahrzehnten in der Abfallbranche tätig, hat schon mit meterhohen Schneemengen in der Altstadt zu kämpfen gehabt und versteht es, im Notfall zu improvisieren. Trotzdem spricht er von einem „Ausnahmezustand“, wenn er an den Jahrhundertregen zurückdenkt. Ein punktuelles Regenereignis von dieser Größenordnung sprengt alle Dimensionen und deshalb ist dem Chef der Abfallwirtschaftsbetriebe (AWM) „ziemlich schnell klar, ohne Unterstützung von Auswärts kann es nicht gelingen.“

9300 Tonnen in einem Monat

An den Straßen türmt sich in den Tagen nach den verheerenden Niederschlägen der Sperrmüll aus den überfluteten Kellern, auf vielen Gehwegen gibt es für Fußgänger kein Durchkommen mehr. Weil es gleichzeitig hochsommerlich heiß ist, musste der Müll fix weg, weil die Ratten in den Startlöchern hocken.

Unwetter in Münster - Das große Aufräumen

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Hasenkamp sitzt drei Tage fast ununterbrochen am Telefon, als Vizepräsident der kommunalen Unternehmen in Deutschland kennt er viele Entsorgungs-Kollegen im Umland. Hamm , Wuppertal, Dortmund, Recklinghausen, Duisburg, Herten und Ahlen stellten spontan Sperrgut-Fahrzeuge und Personal bereit, innerhalb eines Monats wurden 9300 Tonnen abgefahren. Auch an den Wochenenden sind die Jungs in den orangefarbenen Arbeitsanzügen im Einsatz und werden überall sehnsüchtig erwartet.

Keine Gebührenerhöhung

Eine Welle der Sympathie, wie sie selbst langjährige Müllkutscher noch nicht erfahren haben. Hasenkamp: „Menschen klopften uns auf die Schulter, packten mit an beim Aufladen und stellten kalte Getränke parat.“ Mehrere Touren fährt Hasenkamp selbst, dabei erfährt er hautnah von den Sorgen der vielen Menschen, die nicht versichert waren. „Geärgert habe ich mich nur, weil einige Zeitgenossen unter dem abgestellten Holz und Papier am Straßenrand Eimer mit Ölresten stellten und wohl glaubten, wir sehen das nicht.“ Teilweise müssen Bagger und Technisches Hilfswerk anrücken, um die Stadt schnell wieder sauber zu bekommen. „Wir haben das in einem Monat geschafft, weil die Truppe stark ist. Darauf bin ich stolz“, so der AWM-Chef.

Trotz der Kosten von 3,7 Millionen Euro für die Sonder-Entsorgung wird es keine Gebührenerhöhung geben. Hasenkamp: „Wir hatten Rückstellungen und das Land hat uns unterstützt.“

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