Fr., 16.11.2018

Premiere „FräuleinElse.com“ Seelenpein zwischen Chats und Likes

Münster - Sie hat 8954 Follower und mehr als 10 000 Likes. Keine Frage, Fräulein Else ist beliebt. Und sie ist jung und unbeschwert. Bis dann dieser verhängnisvolle Brief der Mutter kommt, der hier als Videobotschaft über den Bildschirm eines riesigen Smartphones flackert, während Else oben auf dem Gerät lümmelt und die Tränen der Mutter „peinlich“ findet. Von Helmut Jasny

Fr., 16.11.2018

Klang-Comic im Rüschhaus Wendys Pferd ist tot

Matija Schellander, Natascha Gangl und Maja Osojnik an ihrem improvisierten Tonstudio im Haus Rüschhaus.

Münster - Wenn man Wendy heißt, 15 Jahre alt und blond ist und auf einem Reiterhof im Norden wohnt, hat man vermutlich noch nicht viel gesehen von der Welt – und kommt wohl kaum auf die Idee, das Glück in Mexiko zu suchen. Die österreichische Dramatikerin Natascha Gangl und das internationale Musik-Duo „Rdeča Raketa“ schicken Comic-Heldin Wendy direkt ins Chaos mexikanischer Megastädte. Von Jana Probst


Do., 15.11.2018

Uraufführung im Kleinen Haus Sehnsucht nach Okinawa

Beate (Regine Andratschke, l.) und Ute K. (Carola von Seckendorff) geraten in dem Stück „Tot sind wir nicht“ in absurd komische Situationen.

Münster - Auf der zu Japan gehörenden Insel Okinawa werden die Menschen alt, sehr alt sogar. Die „Insel der Hundertjährigen“ wird sie darum gern genannt. Doch ist sie deshalb gleich ein Sehnsuchtsort? Von Petra Noppeney


Mi., 14.11.2018

„Sein oder Nichtsein“ im Großen Haus Lachen gegen das Böse

Eine Probenszene aus der Inszenierung „Sein oder Nichtsein“

Münster - Als Christian von Treskow Ende August dieses Jahres die Bilder aus Chemnitz sah, wusste er bereits, dass er „Sein oder Nichtsein“ am Theater Münster inszenieren würde. Dennoch: „Man denkt angesichts solcher Bilder unweigerlich an dieses Stück“, sagt Treskow und geißelt die „Wichtigtuerei und nazistische Entblößung“, die in Chemnitz an jenen Augusttagen an der Tagesordnung war. Von Petra Noppeney


Mi., 14.11.2018

Clueso im Skaters Palace Heim- und Fernweh im „Handgepäck“

Clueso im Skaters Palace: Heim- und Fernweh im „Handgepäck“

Münster - All das, was in 20 Jahren Musikbusiness irgendwie auf der Strecke geblieben ist, brachte Clueso am Dienstagabend in Münster mit auf die Bühne. Im „Handgepäck“ hatte der erfolgreiche Sänger aber auch einen Gastauftritt, für den die Musik im Skaters Palace eine Weile stumm blieb. Von Franziska Eickholt


Di., 13.11.2018

Leonie Hafen und Veronika Simmering im Wewerka-Pavillon Schönes Zaudern und Zögern

Leonie Hafen und Veronika Simmering (v.l.) haben elf Personen interviewt. Aber die beiden Künstlerinnen verwendeten nicht deren Antworten, sondern deren Zögern, Warten, Nachdenken für ihr Video-Projekt „Stille Interviews“, das im Wewerka-Pavillon zu sehen ist.

Münster - Alle warten auf die Antworten, auf die Fragen. Auf die Schönheit des Dazwischen achtet niemand. Leonie Hafen und Veronika Simmering schon. Von Gerhard H. Kock


Di., 13.11.2018

Ungewöhnliches Konzert von Stefan Madrzak an der Collon-Orgel Eigenheiten zum Klingen gebracht

Stefan Madrzak präsentierte an der herausfordernden Collon-Orgel ein ungewöhnliches Programm.

Münster - Musik von Gabriel Fauré, Camille Saint-Saens und Jehan Alain erwartet man nun wirklich nicht bei einem Konzert auf der Collon-Orgel der Erlöserkirche – eher schon „Alte Meister“. Für Bach, Frescobaldi oder de Grigny ist die Klangästhetik des Instruments ideal, aber nicht ausschließlich. Stefan Madrzak (Organist am Patrokli-Dom in Soest) bewies dies am Sonntag höchst eindrucksvoll. Von Chr. Schulte im Walde


Di., 13.11.2018

„Heimsuchung“ von Theater en face in der Studiobühne Überleben durch Erinnerung

Näherten sich Erpenbecks Roman „Heimsuchung“ (v.l.): Daniel Masuch und Marion Bertling.

Münster - Die Bestuhlung in der Studiobühne erinnert an das britische Unterhaus. Oder einen Tennisplatz. Das Publikum sitzt sich gegenüber, getrennt durch eine leere Fläche. Ein Spielfeld, das niemand betreten wird, aber von dessen Enden her wechselnd serviert wird. Von Wolfgang A. Müller


Di., 13.11.2018

Kebekus und Kolleginnen in der Halle Münsterland „Sisters of Comedy“ spielen für Gleichberechtigung

Kebekus und Kolleginnen in der Halle Münsterland: „Sisters of Comedy“ spielen für Gleichberechtigung

„Unser nächster Gast ist eine Frau, aber trotzdem lustig“. Die münsterische Comedienne Lisa Feller ist es leid, so anmoderiert zu werden und fragt sich, ob man Witze „denn mit dem Penis erzählt“. Um auf Sexismus und fehlende Gleichberechtigung aufmerksam zu machen, spielten am Montagabend im gesamten deutschsprachigen Raum 163 Künstlerinnen parallel auf 30 Bühnen. Von Lena Sünderbruch


Di., 13.11.2018

Crossover-Konzert von „Quadro Nevo“ und Sinfonieorchester Klänge einer Abenteuerreise

Die Musiker des „Quadro Nuevo“ vor dem Sinfonieorchester mit Dirigent Golo Berg (hinten).

Münster - Illuminiert von dezentem goldenen Lichterglanz präsentierte sich am Montag Abend das Foyer des Westfälischen Landesmuseums. Aber was war dieses sichtbare Gold im Vergleich zum Funkeln der Töne, die den riesigen Raum erfüllten? Töne voller Kraft und Lebendigkeit, mit glühendem Rhythmus, mitunter auch charmantem Witz oder In­trovertiertheit. Von unseremMitarbeiterChristoph Schulte im Walde


Mo., 12.11.2018

Kammeroperette Musiktruhe zeigt im Theater „Flieder aus Wien“ Alle Paare finden sich

Die münsterische Kammeroperette „Musiktruhe“ zeigt im Theater Münster bis März in weiteren acht Vorstellungen ihre Inszenierung von „Flieder aus Wien“.

Münster - Wem im 19. Jahrhundert die Oper schwer im Magen lag, der ging in die Operette. Gleiche Probleme, gleiche Personen – aber mit „Happy End“! Statt „Sein oder Nichtsein“ obsiegt hier das „Wir-sind-alle-kleine-Sünderlein“-Prinzip, Intrige, Eifersucht und Schlimmeres schmolz eine Verkleinerungs-Dramaturgie auf „Petit-Four“-Format. Von Günter Moseler


Mo., 12.11.2018

26. Tanzfestival im Großen Haus des Theaters Stehende Ovationen für Münsters Tänzer

Zum ersten Mal waren die Tänzer der Schlossgeister (o.) dabei. Zum Abschluss (u.) feierte das Publikum alle Beteiligten.

Münster - Zum großen Finale zeigten sie alle im fliegenden Wechsel noch einmal ein paar glitzernde Szenen aus ihren Nummern. Elgars „Pomp and Circumstance“ lief dazu, und das Publikum feierte die Tänzer mit stehenden Ovationen. Das Tanzfestival im ausverkauften Großen Haus war von der ersten Sekunde an ein fesselndes Erlebnis bunter, gut gearbeiteter Choreographien. Von Heike Eickhoff


Mo., 12.11.2018

Erstes Kinderkonzert des Sinfonieorchesters Mucksmäuschenstill gelauscht

Das Märchen „Aschenputtel“ steht im Mittelpunkt des ersten Kinderkonzertes der Spielzeit.

Münster - Die Mädchen im Publikum wollen unbedingt den glitzernden Schuh ausprobieren, den Aschenputtel im Schloss des Prinzen beim Ball verloren hat. Sogar einige Jungen trauen sich. Ein paar Kindern passt das Schuhwerk – ob sie wohl auch einen Märchenprinzen (oder eine Märchenprinzessin) finden werden? Von Heike Eickhoff


Mo., 12.11.2018

Amateurbühne Münster-Ost zeigt gefeierte „Aschenputtel“-Premiere Verzauberter Patchwork-Haushalt

Münster - Dem Prinzen (Matthias Nowak) wird sichtlich mau, als er mit seiner Entourage zur Schuhanprobe anrückt und der hysterischen Schwestern Ludmilla (Judith Hillebrand) und Evelina (Jule Fellerhoff) gewahr wird. Immerhin weiß jeder, der das Märchen „Aschenputtel“ kennt, dass die Devise „Was nicht passt, wird passend gemacht“ keineswegs Erfolg garantiert. Von Wolfgang A. Müller


Mo., 12.11.2018

Tanzperformance zur „Bauhaus“-Ausstellung im Landesmuseum Der Stofflichkeit des Stoffes auf der Spur

Matthias Markstein präsentierte im Foyer des Landesmuseums mit seiner weißen Stoffbahn pantomimische Positionen. Foto: Moseler

Münster - Die meterlange, schneeweiße Stoffbahn spannte sich über den Tänzer wie ein endloser Hochzeitsschleier – nur kurz zuvor hatte der damit gehadert wie mit einem übermächtigen Gegner. Plötzlich vertiefte sich Isaac Spencer in den Stoff wie in eine flüssige Skulptur, als würden beide im blinden Einverständnis miteinander verschmelzen. Anlässlich der Ausstellung „Bauhaus und Amerika. Von Günter Moseler


Mo., 12.11.2018

Sarah Lesch sang in der Friedenskapelle Die Welt von außen betrachtet

Sarah Lesch mit Lukas Meister und Benni Benson (r.)

Münster - So eine zarte Person, so eine kräftige Stimme und so starke Texte … Am Freitag stellte Sarah Lesch vor ausverkauftem Haus ihr Programm „Da draußen“ in der Friedenskapelle vor. Musikalisch unterstützten sie Lukas Meister (Gitarre, Melodica, Mundharmonika, Gesang) und Benni Benson (Schlagzeug, Percussion, Gitarre, Gesang). Das Publikum vom Kind bis zum Rentner zeigte sich begeistert. Von Maria Conlan


Mo., 12.11.2018

Jan Decorte zeigte „Hamlet 0.2“ Staub, Stille und feine Komik

Alles ist weiß, nur Regisseur Jan Decorte setzt den schwarzen Kontrapunkt am Rand.

Münster - Alles ist weiß – das Urinal in der Bühnenmitte, die kleine Mauer rechts und die Unterhosen der Schauspielerinnen. Weil das offenbar noch nicht reicht, holen diese jetzt einen Eimer Mehl und stäuben auch noch ihren Körper ein, während Jan Decorte, Regisseur und Urheber des Ganzen, mit schwarzem BH am Bühnenrand sitzt und sich ein Stäubchen von den Schuhen wischt. Von Helmut Jasny


So., 11.11.2018

40 Jahre Internationales Jazzfestival im Theater Münster Drei Tage für Entdeckungen

Die Mikrofon-Höhe könnte passen; doch der Basset wird die Tuba und das Saxofon Sérgio Carolino (r.) und Mário Marques aus Portugal überlassen.

Münster - Was für ein Segen, dass Fritz Schmücker ein Freak mit langen Haaren war. Ein Freak mit grauen Haaren ist. Von Gerhard H. Kock


Fr., 09.11.2018

Fotoausstellung „Lichtwerk“ der Akademie für Gestaltung Designer mit Entdeckungshunger

Wachhunde: Enzo Sundermanns biometrisch-schablonenhafte Hunde-Porträts begrüßen die Besucher in der Akademie für Gestaltung.

Münster - Die Chancen auf ein Entkommen stehen schlecht für das fliehende Männchen mit dem Glühbirnenkopf. Von rechts nähert sich eine Hand, bereit zuzugreifen. Wie ein Lasso wickelt sich ein Stromkabel um seinen Holzkörper. Valentin Lis Tischleuchte, Modell „Trouble“, wird auf dem Produktfoto gleich in doppeltem Wortsinn sehr pfiffig eingefangen. Von Wolfgang A. Müller


Do., 08.11.2018

Westfälisches Landesmuseum Ausstellung zu 100 Jahren Bauhauskunst

Robert Irwin (*1928) schafft 1968/69 mit Licht dieses fantastische Kunstwerk. Seine Formensprache lebt vom Bauhaus.

Münster - Funktionales Design, quadratische Häuser mit Flachdach, schicke Möbel aus Stahlrohr? Die schnellen Expertisen über das Bauhaus, seine Denker, Architekten und Künstler stimmen. Aber das Landesmuseum in Münster zeigt nun in einer spektakulären Ausstellung, dass das Bauhaus noch viel mehr ist. Von Johannes Loy


Mi., 07.11.2018

Jahresausstellung der Ateliergemeinschaft Schulstraße Von explosiv bis zerbrechlich

Luzia-Maria Derks beklebte ihren Polo mit Schokoladen-Stanniolpapier. Nach 30 Jahren wurde der VW jetzt aus dem Verkehr gezogen und hängt in Einzelteilen als Kunstwerk an der Wand.

Münster - Ein dank Schokolade veredeltes Autowrack, ein durch einen Frosch explosives Gemeinschaftsgemälde, katastrophale Kinderkleidung – bei 17 Künstlern der Ateliers und 21 Gästen ist es kein Wunder, dass die Jahresausstellung der Schulstraße 43 voller wundersamer Dinge ist. Von Gerhard H. Kock


Mi., 07.11.2018

Tanzperformance begleitet Ausstellung „Bauhaus und Amerika“ im Landemuseum Bewegtes Ausstellungsstück

Tanzperformance „MESH“ begleitet neue Ausstellung „Bauhaus und Amerika“ im Landesmuseum für Kunst und Kultur.

Münster - Anlässlich der Ausstellung „Bauhaus und Amerika. Experimente in Licht und Bewegung“ (9. November bis 10. Februar) im Landesmuseum für Kunst und Kultur wurden die Choreographen Isaac Spencer und Matthias Markstein eingeladen, eine Performance zu entwickeln.


Mi., 07.11.2018

„Tun-Arbeitskreis Kunst 83“ lädt zur Jahresausstellung ins Krameramtshaus Schwarz-weiß ist mehr als unbunt

Monika Sebastian ist neu beim „Tun-Arbeitskreis Kunst 83“ und zeigt unter anderem die „Waage“ mit Pfauenfeder.

Münster - Das „Tun“ steht beim gleichnamigen „Arbeitskreis Kunst 83“ seit 35 Jahren im Zentrum der Aktivitäten. Für die Ausstellungen geben sich die ambitionierten Künstler, meist Autodidakten, stets ein Thema – diesmal: „Schwarzweiß trifft . . .“ Und dabei geht es alles andere als schwarz-weiß zu. Von Gerhard H. Kock


Di., 06.11.2018

Jan Decorte zeigt im Pumpenhaus deutsche Erstaufführung von „Hamlet 0.2“ Sein oder Nichtsein – eine ständige Frage

Die nächste Generation des flämischen Theater-Wunders deutet Shakespeares Hamlet neu.

Münster - Der flämische Regisseur Jan Decorte setzt die Beschäftigung mit Shakespeares zerrissenem Dänen-Prinzen fort, die ihn seit vier Jahrzehnten umtreibt. „Hamlet 0.2“ (9. und 10. November) ist eine Verdichtung all der radikalen Interpretationen, die Decorte mit dieser ikonischen Figur gewagt hat. Eine moderne Hamlet-Maschine entsteht.


Mo., 05.11.2018

Gabriele Brüning spielt seit zehn Jahren „Fräulein Else“ Immer noch aktuelle Seelennöte

Gabriele Brüning spielt zum Zehnjährigen ihrer „Fräulein Else“ von Arthur Schnitzler das Stück im Pumpenhaus.

Münster - Ein Jubiläum für einen Klassiker. Seit zehn Jahren spielt Gabriele Brüning „Fräulein Else“ von Arthur Schnitzler. Von Helmut Jasny


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