So., 08.10.2017

Die Opernpremiere „Don Carlo. Ein Requiem“ bot ein weitgehend stimmiges Experiment Abgesang auf einen Mächtigen

Don Carlo (Garrie Davislim, l.) zückt das Schwert gegen den eigenen Vater König Philipp (Stephan Klemm). Das geht nicht gut aus.

Münster - Buhrufe fürs Regieteam? Die sind eher selten in Münsters Opernpremieren. Umso bemerkenswerter, dass sie ausgerechnet dem Intendanten Dr. Ulrich Peters und seinen Ausstattern nach Verdis „Don Carlo“ entgegenschallten. Was hatten sie getan? Von Harald Suerland

So., 08.10.2017

Ein performatives Trinkspiel von „7Wiesen“ im Kleinen Bühnenboden Frühschoppen mal etwas anders

Jan Siebenbrock serviert dem Publikum Getränke.

Münster - Jubel und Kreischen nehmen zu. Man hört die sonore Stimme von Thomas Gottschalk aus dem Off: Michael Jackson ist da! In diesen zugespielten, etwas angestaubten historischen Jubel hinein springen Johanna Wiesen und Jan Siebenbrock auf die Bühne. Von Heike Eickhoff


So., 08.10.2017

Autorin Anja Röhl las im Pumpenhaus Auf den Spuren der Stiefmutter

Anja Röhl berichtet in ihrem aktuellen Buch „Die Frau meines Vaters“ über ihre Stiefmutter Ulrike Meinhof.

Münster - „Wenn Sie etwas über die RAF wissen wollen, sind Sie hier falsch“, sagt Anja Röhl gleich zu Beginn ihrer Lesung im Pumpenhaus. In ihrem 2013 erschienen Buch „Die Frau meines Vaters“ geht es um Ulrike Meinhof. Von Helmut Jasny


So., 08.10.2017

Bernd Stelter in Münster „Liebe vergeht – Hunger bleibt!“

Bernd Stelter hat kürzlich Silberhochzeit gefeiert. Das bietet Stoff für vergnügliche Geschichten aus dem Eheleben.

Münster - Auf den Comedy-Bühnen finden sich viele Spaßvögel, die ihre Spätpubertät zelebrieren. Oder sie bis fast bis ins Rentenalter ausdehnen. Das aber geht nicht mehr, wenn man wie Bernd Stelter reflektiert, wie es ist, 25 Jahre verheiratet zu sein. Zum Glück! Denn dieses Thema zwang den beliebten Spaßmacher zu vielen verschiedenen Tonlagen und Stimmungen. Von Arndt Zinkant


Do., 05.10.2017

Thomas Nufers Produktion „Heim.weh“ im Pumpenhaus Fiktiv, aber fundiert

Nun will das Heimkind (Janine Quandt) handeln, mit Selbstverbrennung. Ulrike Meinhof (Corinna Bilke, l.) ist entsetzt.

Münster - Diese Journalistin nimmt sich einer guten, wichtigen Sache an; sympathisch ist sie nicht. Mit einem geflohenen „Heimkind“ führt Ulrike Meinhof 1970 Interviews in einem Berliner Café, so will es der Rahmen von „Heim.weh“ am Mittwochabend im Foyer des Pumpenhauses. Von Andreas Hasenkamp


Do., 05.10.2017

Filmfestival Münster: Die Jury lässt sich gern überraschen Lieber Innovation als Perfektion

Die Jury des Filmfestivals Münster genießt eine kleine Pause zwischen den Filmblöcken.

Münster - „Ein Film muss mich spontan ansprechen!“ Und: „Nicht Mainstream ist spannend, sondern das Innovative, vielleicht auch das Verstörende.“ So lauten einige Statements aus einem Gespräch mit der sechsköpfigen Jury des 17. Filmfestivals Münster. Von Johannes Loy


Do., 05.10.2017

Verdis „Don Carlo“ hat am Samstag Premiere im Theater Münster Spaniens König in Konflikten

Der König und sein Sohn: Filippo II. (Stefan Klemm) erkennt, dass Don Carlo (Garrie Davislim) in einen Freiheitskampf gehen kann, der ihm selbst durch seinen Schwur auf den Glauben und die Kirche versagt ist.

Münster - Im Zentrum steht Philipp II.“, sagt Ulrich Peters mit Nachdruck. Also nicht der Tenor-Titelheld Don Carlo (wie Schillers Don Karlos in Verdis italienischer Oper heißt), sondern der mit Bassstimme tönende König Filippo. Ein Grund für diese Entscheidung des Regisseurs ist, dass Verdi und seine Librettisten dem König einen großen, bewegenden Monolog gegeben haben. Von Harald Suerland


Do., 05.10.2017

Filmfestival Münster: Die internationalen Langfilme im Wettbewerb Sorgsam kuratierte Auswahl

Florence Pugh (l.) als genial-brutale „Lady Macbeth“.

Münster - Klar, das Herzstück des Filmfestivals Münster sind seit seligen „Filmzwerge“-Tagen die Kurzfilme. Aber auch der Europäische Spielfilmwettbewerb lohnt sich wieder: eine sorgsam kuratierte Auswahl von acht Langfilmen aus sieben Ländern, die durch formalen und erzählerischen Eigensinn bestechen. Hingehen lohnt sich schon allein deshalb, weil oft die Regisseure höchstpersönlich ihre Filme vorstellen. Von Gian-Philip Andreas


Do., 05.10.2017

„Manni“ macht Musik Heinrich Schafmeister spielt als Überraschungsgast im Jovel

Gemeinsames Rocken auf der Jovel-Bühne: Gastgeber Sebel (links) begrüßte am Mittwochabend unter anderem den Schauspieler und früheren „Wilsberg“-Star Heinrich Schafmeister.

Münster - Der alte rote Volvo-Kombi, den er einst immer TV-Detektiv Wilsberg leihen musste, stand am Mittwoch nicht vor dem Jovel – die Schlüssel hat Schauspieler Heinrich Schafmeister alias „Manni“ vor 13 Jahren endgültig abgegeben. Doch der Draht zu Münster ist auch nach seinem Ausstieg aus der kultigen Krimi-Reihe geblieben. Am Mittwochabend war Schafmeister Überraschungsgast im Jovel. Von Gunnar A. Pier


Mi., 04.10.2017

17. Filmfestival Münster im Schlosstheater eröffnet Ein Lobgesang aufs Kino

Eine Szene aus dem Eröffnungsfilm „Sommerhäuser“: Während Mavie Hörbiger (l.) und Laura Tonke nur auf der Leinwand erschienen, war Hauptdarsteller Thomas Loibl

Münster - Die Freude darüber, nun wieder ins Schlosstheater als Festivalstätte zurückgekehrt zu sein – sie war überall spürbar bei der Eröffnung des 17. Filmfestivals Münster am gestrigen Abend. Vor gut gefüllten Saalreihen stellten sich Carsten Happe und Risna Old-huis als Künstlerische Leiter des Filmfestes im lockeren Gespräch den Fragen von Moderator Gian-Philip An-dreas. Von Petra Noppeney


Di., 03.10.2017

Oratorienchor und Kourionorchester Mitreißende Kirchenmusik aus Großbritannien

Der Oratorienchor in der Mutterhauskirche.

Münster - Die anglikanische Kirchenmusik dürfte eines der erfolgreichsten kulturellen Exportgüter Großbritanniens sein. Dieser Musik hatte der Oratorienchor der Universität am Sonntag ein Konzert gewidmet, mit dem auch der neue Chorleiter Mathias Staut sein Debüt gab. Und das war durchaus gelungen. Von Regina Werbick


So., 01.10.2017

Bundessieger beim Preisträger-Konzert Jugendlicher Blick auf die Klassik

Vereinte Preisträger: (v.l.) Ana Mazaeva, Clara Isabella Siegle, Philipp Hubert, Marvin Pecher, Felicitas Frücht, Estelle Demetria Weber, Samuel A. Weilacher, Leo Esselson, Prof. Ulrich Rademacher, Dr. Michael Breugst (WDR)

Münster - 29 Musikerinnen und Musiker, alle Bundespreisträger „Jugend musiziert“, hatten sich um den „WDR 3 Klassikpreis der Stadt Münster“ beworben, die Sieger, vier Pianisten und die vier Mitglieder eines Streichquartetts, gaben als Preisträgerkonzert eine Matinee im Konzertsaal der Musikhochschule. „Wir feiern heute den Blick der Jugend auf unsere Klassiker“, so die Losung von Prof. Ulrich Rademacher. Von Günter Moseler


So., 01.10.2017

Lesung mit August Zirner und Kai Struwe im Kleinen Haus Sternen-Kind auf Erden

August Zirner las in Münster aus Antoine de Saint-Exupérys „Der Kleine Prinz“.

Münster - Er gähnt, fährt sich mit der Hand über den Kopf und dehnt den Oberkörper nach hinten, bevor er als eitle Rose den staunenden kleinen Prinzen begrüßt: „Ich glaube, es ist Zeit für das Frühstück, hätten Sie die Güte, an mich zu denken?“ Von unsererMitarbeiterinIsabell Steinböck


So., 01.10.2017

Uraufführung von Stefan Hertmans „Antigone in Molenbeek“ Völlig verhärtete Fronten

Carolin M. Wirth und Carsten Bender haben Hertmans „Antigone in Molenbeek“  als szenische Lesung eingerichtet.

Münster - Das Drama beginnt auf dem Polizeirevier von Molenbeek, jenem Brüsseler Stadtteil, der in den letzten Jahren als Hochburg des Islamismus in die Schlagzeilen geriet. Nuria will ihren toten Bruder begraben. Aber der Polizist gibt die Leiche nicht heraus, denn der Bruder war ein Terrorist. Also macht sie sich selbst auf die Suche und verstößt damit gegen das Gesetz. Am Ende ist sie die Angeklagte. Von Helmut Jasny


So., 01.10.2017

Abschlussdebatte der Skulptur-Projekte: Wenig Provokation, viele Besucher „Es guckt keiner mehr so richtig hin“

Abschlussrunde im Foyer des Landesmuseums: Publikumsträchtig, aber wenig kontrovers waren die Skulptur-Projekte 2017. Das kam noch einmal deutlich zur Sprache.

Münster - „Woran liegt es, dass man kaum öffentliche Auseinandersetzung mit den Kunstwerken mitbekommen hat?”, fragte der Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), Matthias Löb, zur Begrüßung beim öffentlichen Abschluss der diesjährigen, 116 Tage währenden Skulptur-Projekte, der zahlreiche Kunstinteressierte ins Foyer des Landesmuseums zog. Von Isabell Steinböckund Johannes Loy


So., 01.10.2017

Ingo Zamperoni stellte in Münster seine Amerika-Erfahrungen vor Berichte aus einem so anderen Land

Ingo Zamperoni stellte sein Amerika-Buch vor.

Münster - Ingo Zamperoni weiß, dass sein Werk wenig überrascht. „Ein Amerika-Korrespondent schreibt ’n Buch über Amerika – ein Klassiker“, lächelt der Tagesthemen-Mann zu Anfang. Und bestellt Grüße von den Kolleginnen Judith Rakers und Pinar Atalay, die ihre ersten Berufserfahrungen in Münster sammelten. Von unseremMitarbeiterArndt Zinkant


Fr., 29.09.2017

Skulptur-Projekte 2017 Was passiert nach dem Ende der Kunstausstellung?

Alexandra Pirici und ihr Team präsentieren ihre Performance „Leaking Territories“ auch an diesem Abschluss-Wochenende im Historischen Friedenssaal.

Münster - Was macht Imke Itzen, die Projektleiterin, wenn am Abend des 1. Oktober die letzte Klappe für die Skulptur-Projekte 2017 fällt? Sie wird nicht die Füße hochlegen, nicht spornstreichs in den Urlaub starten. Für sie geht die Arbeit jetzt noch weiter. Von Petra Noppeney


Do., 28.09.2017

Placebotheater präsentiert fantasiereiche Europashow Man trinkt Tee in York

Auch um die Annäherungen zwischen den Partnerstädten Münster, York und Kristiansand drehte sich die Europashow des Plabebotheaters.

Münster - Ein Auftakt zum Städtepartnerschafts-Jubiläum Münsters mit York und Kristiansand war am Mittwochabend die „Europashow“ mit dem Placebotheater im LWL-Landesmuseum für Kunst und Kultur. Von Andreas Hasenkamp


Do., 28.09.2017

Szusza Bánk liest beim Literaturverein Gelesenes wird Gelebtes

Szusza Bánk las aus ihrem Briefroman, in dem Annette von Droste-Hülshoff ungeahnte Präsenz genießt.

Münster - Hoher Ton, Emotionalität und Innenschau – „im Briefroman ist alles möglich“, sagt Szusza Bánk. Deshalb habe sie sich für diese Form entschieden. „Schlafen werden wir später“ umfasst rund 200 Briefe auf 700 Seiten, die einen Zeitraum von drei Jahren abdecken. Von Helmut Jasny


Do., 28.09.2017

Skulptur-Projekte 2017: „Not Quite Under Ground“ von Michael Smith Der Zapfenstreich ist nicht das Letzte

Der Mensch ist nie zu alt, um sich tätowieren zu lassen – findet offenbar auch dieser Kunde hier. Das Skulptur-Projekt von Michael Smith hat viele Senioren animiert, sich eines der vorgegebenen Motive (kl. Bild) stechen zu lassen.

Münster - Das englische Wort „Tattoo“ bedeutet „Zapfenstreich“, also ein letzter Akt des Abgangs, der finale Paukenschlag, Das endgültige „Tröööt“. Für Michael Smith ein Fanfarenstoß. Denn mit 66 Jahren fängt für den Künstler (Jahrgang 1951) aus den USA das Leben erst an. Sein Skulptur-Projekt für Menschen ab 65 Jahren heißt „Not Quite Under Ground“. Von Gerhard H. Kock


Mi., 27.09.2017

Frau Möllenbaums „Talkschau“ im Boulevard Münster Wenn der Käse in der Familie liegt

Manni Kehr kam bei der Talkschau von Elfriede Möllenbaum (2.v.r.) natürlich nicht ohne Ständchen davon. Ann-Paulin Söbbeke und Richard Nawezi lauschen derweil der Musik.

Münster - Das braune Pelzmützchen keck auf die graue Lockenpracht gedrückt, sitzt Frau Möllenbaum, Grande Dame der münsterischen Talkschau, auf der Bühne des Boulevard Münster inmitten ihrer Gäste. Ann-Paulin Söbbeke, Manni Kehr und Richard Nawezi sind eingeladen. Von Heike Eickhoff


Di., 26.09.2017

Das Junge Theater Cactus schmiedet an einem neuen „Soap-Ding“ Im Güldenhof geht’s bergab

Das ist die bunte Truppe, die sich demnächst bei „Das Soap-Ding“ im Güldenhof tummeln wird.

Münster - Unlängst hatten die Mitarbeiter im Cactus-Büro am Hoppengarten eine nervöse Frau am Telefon. Sie war bestürzt darüber, dass sie zu diesem Zeitpunkt noch keine Karte für die Produktion reservieren konnte, von der sie vehement sagte: „Ich muss da rein.“ Und auf die Frage, warum, lautete die Antwort: „Weil ich seit acht Jahren darauf warte, dass es weitergeht“. Von Petra Noppeney


Mo., 25.09.2017

Herta Müller liest in Münster Die Angst, die Zeit und der Tod

Herta Müller mit dem Übersetzer Ernest Wichner auf der großen Bühne im Theater Münster.

Münster - Die Nobelpreisträgerin für Literatur greift gern zur Schere – um ganze Tage lang Wörter aus Zeitschriften auszuschneiden und in Schubladen zu legen, die später zu literarischen Collagen werden. Als Herta Müller am Ende schmunzelnd sagte, ihre Schubladen seien „wie Bahnhöfe für Wörter“, ging endlich ein leises Lachen durchs Große Haus. Von unseremMitarbeiterArndt Zinkant


Mo., 25.09.2017

Forum im Franz-Hitze-Haus zum Thema „Heimat ist nicht nur ein Ort“ „Heimat muss man auch teilen“

„Heimat ist nicht nur ein Ort“: Mit dem Wandel von Heimat befasste sich ein Forum im Franz-Hitze-Haus. Johannes Loy, Leiter der Feuilleton-Redaktion unserer Zeitung, gab dazu aus dem gleichnamigen Buch aus dem Aschendorff-Verlag, an dem sich viele Leser beteiligt hatten, die passenden Impulse.

Münster - In Zeiten von Flucht und Migration ist das Thema „Heimat“ wieder in aller Munde. Grund genug für die Akademie Franz-Hitze-Haus, den Heimatbegriff zu beleuchten und ihn von der Patina der Heimattümelei zu entrosten. Fazit nach einem Forum mit Experten aus Geschichtsforschung, Medien, Sport und Stadtheimatbund: Heimat darf in Zeiten der Globalisierung nichts Ausgrenzendes mehr sein. Von Johannes Loy


Mo., 25.09.2017

Vierte Staffel der Erzählshow „MenschMünsterMensch“ Erlebtes aus dem Korbstuhl

Die Akteure des packenden Abends: (v. l.)  Ulrike Knobloch (Gesang), Cornelia Kupferschmid (Moderation), Dirk, Stefanie, Bettina und Uli (Erzähler) sowie Konrad Haller (Moderation)

Münster - Es knisterte im – trotz der Bundestagswahl – ausverkauften Kleinen Bühnenboden, so packend waren die wahren Geschichten. Auf leise, unaufgeregte Art erfuhren die gespannt lauschenden Zuhörer, wie Dirk Abschied von der Mutter genommen hatte. Fünf Tage und vier Nächte saß er am Sterbebett, ließ die gemeinsamen, nicht immer konfliktfreien Jahre des Zusammenlebens noch einmal an sich vorüberziehen. Von Heike Eickhoff


1951 - 1975 von 2320 Beiträgen