Mo., 19.11.2018

Das Mensch-Musik-Festival „peace pieces“ in der Musikhochschule Versöhnungstöne vor Mondenschein

Laura Albert (Sopran) und Danijel Tropcic (Tenor) stürzten sich duettierend in eine Expedition durch die Schmerzens- und Seligkeitsgeschichten der Liebe.

Münster - In der „Ouvertüre solennelle 1812“ lässt Peter Tschaikowsky die „Marseillaise“ gegen die Zarenhymne antreten, beide stehen an der Spitze eines musikalischen Schlachttableaus, das mit obligatem Kanonendonner den historischen Sieg Russlands über Napoleon feiert. Tschaikowsky allerdings haderte mit ihrer patriotischen Cholerik: „Sie besitzt keinen künstlerischen Wert“, so sein Fazit. Von Günter Moseler

Mo., 19.11.2018

„Ur-Ruhr“ vom Theaitetos-Trio Schicht im Schacht

Das Theaitetos-Trio malocht musizierend in Quartett-Stärke.

Münster - Eine Kabeltrommel quietscht ein Duett mit einem Gebläsepropeller. Diese Welt scheint verlassen, menschenleer, nur noch erfüllt von Geräuschen einer sich selbst überantworteten Maschinerie. Ist es ein Lied vom Tod, das hier gespielt wird? Oder eine Auftakt? Von Wolfgang A. Müller


Mo., 19.11.2018

Ausstellung „Blickpunkte“ Mit der Note des Besonderen

Rege Geschäftigkeit herrscht inmitten von Goldschmiedearbeiten, Keramiken, Textilien, Glas und Druckkreationen.

Münster - „Ist das eigentlich spülmaschinenfest?“ fragt ein Besucher, der bei Maria Pohlkemper gerade zwei Keramiken erworben hat. Das sind die leicht transparenten, vasenähnlichen Objekte aus Knochenporzellan allemal, auch wenn sie überaus fragil wirken. Die Aussteller der „Blickpunkte“ auf Haus Kump verstehen sich nicht nur auf ihre Kunst, sondern auch auf ihr Handwerk. Von Wolfgang A. Müller


So., 18.11.2018

Sie spielen um ihr Leben Komödie „Sein oder Nichtsein“ feiert umjubelte Premiere im Großen Haus

Die polnische Schauspieltruppe (v.l.: Christian Bo Salle, Sandra Schreiber, Ilja Harjes, Isa Weiß, Christoph Rinke) tritt kostümiert bei einer Gestapo-Gala auf, um diesen Anlass zur Flucht zu nutzen. SS-Gruppenführer Erhard (Gerhard Mohr) fällt auf die Camouflage herein.

Münster - Es sind nicht die knalligen Momente des Stücks, die beim Publikum den nachhaltigsten Eindruck hinterlassen. Eher die stillen, nachdenklichen Sätze wie die Shakespeare-Zitate des jungen Juden Grünberg (Niklas Marx), der gegen Ende sein Menschsein und seine Menschenrechte auf einer grotesken Gala der Gestapo ins Gedächtnis ruft. Von Johannes Loy


So., 18.11.2018

Tänzeln über Gräbern Uraufführung „Tot sind wir nicht“ von Svenja Viola Bungarten

Eigentlich wollten die beiden älteren Damen (v. l. Carola von Seckendorff und Regine Andratschke) nach Okinawa ...

Münster - „Der Tod ist wie ein kalifornischer Schweinswal“, sagt der dynamische junge Bestatter, „man hatte ihn sich irgendwie größer vorgestellt.“ Jason Nico Nagel will, im Gegensatz zu seinem Onkel Piotr, den Job modern gestalten, will auf den Friedhofszwang verzichten. Deshalb kommt ihm die Witwe Ute K. Von Harald Suerland


So., 18.11.2018

Natalia Wörner: Routine Es hätte etwas mehr sein dürfen

Natalia Wörner las auf Einladung von Weverinck.

Münster - Am Ende überwog die Enttäuschung: über eine Natalia Wörner, die dem erwartungsfrohen Publikum im ausverkauften Kleinen Haus nichts weiter bot als, nun ja, Dienst nach Vorschrift. Von Hans Lüttmann


So., 18.11.2018

Kultur Abba-Sound und glitzernde Anzüge bringen frühere Jahrzehnte zurück

Venera Jakupov (Anni-Frid) und Julie Hall (Agnetha) lieferten Abba-Gesang vom Feinsten.

Münster - Discokugel, Glitzerfummel, Plateauschuhe und reichlich gute Musik: Für fast drei Stunden tauchte das Publikum im Congress-Saal der Halle Münsterland mit der Musik der schwedischen Kultband ABBA am Freitagabend tief in die 80er Jahre ein. Von unserem MitarbeiterMarkus Möhl


Sa., 17.11.2018

Hornist ohne Arme „Ich fand diesen Klang so schön“

Felix Klieser bedient die Hornventile mit den Zehen. Das Horn ist an einem Gestell befestigt.

Münster - Felix Klieser ist ohne Arme geboren. Das hat ihn nicht daran gehindert, einer der gefragtesten Horn-Solisten zu werden. Im Interview spricht der Musiker über seine Passion, das Kiekser-Risiko und seine neue Aufgabe in Münster. Von Harald Suerland


Mo., 19.11.2018

Premiere „FräuleinElse.com“ Seelenpein zwischen Chats und Likes

Münster - Sie hat 8954 Follower und mehr als 10 000 Likes. Keine Frage, Fräulein Else ist beliebt. Und sie ist jung und unbeschwert. Bis dann dieser verhängnisvolle Brief der Mutter kommt, der hier als Videobotschaft über den Bildschirm eines riesigen Smartphones flackert, während Else oben auf dem Gerät lümmelt und die Tränen der Mutter „peinlich“ findet. Von Helmut Jasny


Mo., 19.11.2018

Klang-Comic im Rüschhaus Wendys Pferd ist tot

Matija Schellander, Natascha Gangl und Maja Osojnik an ihrem improvisierten Tonstudio im Haus Rüschhaus.

Münster - Wenn man Wendy heißt, 15 Jahre alt und blond ist und auf einem Reiterhof im Norden wohnt, hat man vermutlich noch nicht viel gesehen von der Welt – und kommt wohl kaum auf die Idee, das Glück in Mexiko zu suchen. Die österreichische Dramatikerin Natascha Gangl und das internationale Musik-Duo „Rdeča Raketa“ schicken Comic-Heldin Wendy direkt ins Chaos mexikanischer Megastädte. Von Jana Probst


Do., 15.11.2018

Uraufführung im Kleinen Haus Sehnsucht nach Okinawa

Beate (Regine Andratschke, l.) und Ute K. (Carola von Seckendorff) geraten in dem Stück „Tot sind wir nicht“ in absurd komische Situationen.

Münster - Auf der zu Japan gehörenden Insel Okinawa werden die Menschen alt, sehr alt sogar. Die „Insel der Hundertjährigen“ wird sie darum gern genannt. Doch ist sie deshalb gleich ein Sehnsuchtsort? Von Petra Noppeney


Do., 15.11.2018

Katie Melua und ihr Chor in der Halle Münsterland Lieder, die der Seele schmeicheln

Eine bezaubernde Sängerin mit unverkennbarer Stimme und ihrem stimmgewaltigen Chor: Katie Melua in der Halle Münsterland.

Münster - Mit einem stimmungsvollen Wintersong-Programm hat Katie Melua (34) am Mittwochabend ihr Publikum in der Halle Münsterland in Stimmung gebracht. Von Werner Zempelin


Mi., 14.11.2018

„Sein oder Nichtsein“ im Großen Haus Lachen gegen das Böse

Eine Probenszene aus der Inszenierung „Sein oder Nichtsein“

Münster - Als Christian von Treskow Ende August dieses Jahres die Bilder aus Chemnitz sah, wusste er bereits, dass er „Sein oder Nichtsein“ am Theater Münster inszenieren würde. Dennoch: „Man denkt angesichts solcher Bilder unweigerlich an dieses Stück“, sagt Treskow und geißelt die „Wichtigtuerei und nazistische Entblößung“, die in Chemnitz an jenen Augusttagen an der Tagesordnung war. Von Petra Noppeney


Mi., 14.11.2018

Clueso im Skaters Palace Heim- und Fernweh im „Handgepäck“

Clueso im Skaters Palace: Heim- und Fernweh im „Handgepäck“

Münster - All das, was in 20 Jahren Musikbusiness irgendwie auf der Strecke geblieben ist, brachte Clueso am Dienstagabend in Münster mit auf die Bühne. Im „Handgepäck“ hatte der erfolgreiche Sänger aber auch einen Gastauftritt, für den die Musik im Skaters Palace eine Weile stumm blieb. Von Franziska Eickholt


Di., 13.11.2018

„Heimsuchung“ von Theater en face in der Studiobühne Überleben durch Erinnerung

Näherten sich Erpenbecks Roman „Heimsuchung“ (v.l.): Daniel Masuch und Marion Bertling.

Münster - Die Bestuhlung in der Studiobühne erinnert an das britische Unterhaus. Oder einen Tennisplatz. Das Publikum sitzt sich gegenüber, getrennt durch eine leere Fläche. Ein Spielfeld, das niemand betreten wird, aber von dessen Enden her wechselnd serviert wird. Von Wolfgang A. Müller


Di., 13.11.2018

Leonie Hafen und Veronika Simmering im Wewerka-Pavillon Schönes Zaudern und Zögern

Leonie Hafen und Veronika Simmering (v.l.) haben elf Personen interviewt. Aber die beiden Künstlerinnen verwendeten nicht deren Antworten, sondern deren Zögern, Warten, Nachdenken für ihr Video-Projekt „Stille Interviews“, das im Wewerka-Pavillon zu sehen ist.

Münster - Alle warten auf die Antworten, auf die Fragen. Auf die Schönheit des Dazwischen achtet niemand. Leonie Hafen und Veronika Simmering schon. Von Gerhard H. Kock


Di., 13.11.2018

Ungewöhnliches Konzert von Stefan Madrzak an der Collon-Orgel Eigenheiten zum Klingen gebracht

Stefan Madrzak präsentierte an der herausfordernden Collon-Orgel ein ungewöhnliches Programm.

Münster - Musik von Gabriel Fauré, Camille Saint-Saens und Jehan Alain erwartet man nun wirklich nicht bei einem Konzert auf der Collon-Orgel der Erlöserkirche – eher schon „Alte Meister“. Für Bach, Frescobaldi oder de Grigny ist die Klangästhetik des Instruments ideal, aber nicht ausschließlich. Stefan Madrzak (Organist am Patrokli-Dom in Soest) bewies dies am Sonntag höchst eindrucksvoll. Von Chr. Schulte im Walde


Mo., 19.11.2018

Crossover-Konzert von „Quadro Nevo“ und Sinfonieorchester Klänge einer Abenteuerreise

Die Musiker des „Quadro Nuevo“ vor dem Sinfonieorchester mit Dirigent Golo Berg (hinten).

Münster - Illuminiert von dezentem goldenen Lichterglanz präsentierte sich am Montag Abend das Foyer des Westfälischen Landesmuseums. Aber was war dieses sichtbare Gold im Vergleich zum Funkeln der Töne, die den riesigen Raum erfüllten? Töne voller Kraft und Lebendigkeit, mit glühendem Rhythmus, mitunter auch charmantem Witz oder In­trovertiertheit. Von unseremMitarbeiterChristoph Schulte im Walde


Di., 13.11.2018

Kebekus und Kolleginnen in der Halle Münsterland „Sisters of Comedy“ spielen für Gleichberechtigung

Kebekus und Kolleginnen in der Halle Münsterland: „Sisters of Comedy“ spielen für Gleichberechtigung

„Unser nächster Gast ist eine Frau, aber trotzdem lustig“. Die münsterische Comedienne Lisa Feller ist es leid, so anmoderiert zu werden und fragt sich, ob man Witze „denn mit dem Penis erzählt“. Um auf Sexismus und fehlende Gleichberechtigung aufmerksam zu machen, spielten am Montagabend im gesamten deutschsprachigen Raum 163 Künstlerinnen parallel auf 30 Bühnen. Von Lena Sünderbruch


Mo., 12.11.2018

Kammeroperette Musiktruhe zeigt im Theater „Flieder aus Wien“ Alle Paare finden sich

Die münsterische Kammeroperette „Musiktruhe“ zeigt im Theater Münster bis März in weiteren acht Vorstellungen ihre Inszenierung von „Flieder aus Wien“.

Münster - Wem im 19. Jahrhundert die Oper schwer im Magen lag, der ging in die Operette. Gleiche Probleme, gleiche Personen – aber mit „Happy End“! Statt „Sein oder Nichtsein“ obsiegt hier das „Wir-sind-alle-kleine-Sünderlein“-Prinzip, Intrige, Eifersucht und Schlimmeres schmolz eine Verkleinerungs-Dramaturgie auf „Petit-Four“-Format. Von Günter Moseler


Mo., 12.11.2018

26. Tanzfestival im Großen Haus des Theaters Stehende Ovationen für Münsters Tänzer

Zum ersten Mal waren die Tänzer der Schlossgeister (o.) dabei. Zum Abschluss (u.) feierte das Publikum alle Beteiligten.

Münster - Zum großen Finale zeigten sie alle im fliegenden Wechsel noch einmal ein paar glitzernde Szenen aus ihren Nummern. Elgars „Pomp and Circumstance“ lief dazu, und das Publikum feierte die Tänzer mit stehenden Ovationen. Das Tanzfestival im ausverkauften Großen Haus war von der ersten Sekunde an ein fesselndes Erlebnis bunter, gut gearbeiteter Choreographien. Von Heike Eickhoff


Mo., 12.11.2018

Erstes Kinderkonzert des Sinfonieorchesters Mucksmäuschenstill gelauscht

Das Märchen „Aschenputtel“ steht im Mittelpunkt des ersten Kinderkonzertes der Spielzeit.

Münster - Die Mädchen im Publikum wollen unbedingt den glitzernden Schuh ausprobieren, den Aschenputtel im Schloss des Prinzen beim Ball verloren hat. Sogar einige Jungen trauen sich. Ein paar Kindern passt das Schuhwerk – ob sie wohl auch einen Märchenprinzen (oder eine Märchenprinzessin) finden werden? Von Heike Eickhoff


Mo., 12.11.2018

Sarah Lesch sang in der Friedenskapelle Die Welt von außen betrachtet

Sarah Lesch mit Lukas Meister und Benni Benson (r.)

Münster - So eine zarte Person, so eine kräftige Stimme und so starke Texte … Am Freitag stellte Sarah Lesch vor ausverkauftem Haus ihr Programm „Da draußen“ in der Friedenskapelle vor. Musikalisch unterstützten sie Lukas Meister (Gitarre, Melodica, Mundharmonika, Gesang) und Benni Benson (Schlagzeug, Percussion, Gitarre, Gesang). Das Publikum vom Kind bis zum Rentner zeigte sich begeistert. Von Maria Conlan


Mo., 12.11.2018

Tanzperformance zur „Bauhaus“-Ausstellung im Landesmuseum Der Stofflichkeit des Stoffes auf der Spur

Matthias Markstein präsentierte im Foyer des Landesmuseums mit seiner weißen Stoffbahn pantomimische Positionen. Foto: Moseler

Münster - Die meterlange, schneeweiße Stoffbahn spannte sich über den Tänzer wie ein endloser Hochzeitsschleier – nur kurz zuvor hatte der damit gehadert wie mit einem übermächtigen Gegner. Plötzlich vertiefte sich Isaac Spencer in den Stoff wie in eine flüssige Skulptur, als würden beide im blinden Einverständnis miteinander verschmelzen. Anlässlich der Ausstellung „Bauhaus und Amerika. Von Günter Moseler


Mo., 12.11.2018

Amateurbühne Münster-Ost zeigt gefeierte „Aschenputtel“-Premiere Verzauberter Patchwork-Haushalt

Münster - Dem Prinzen (Matthias Nowak) wird sichtlich mau, als er mit seiner Entourage zur Schuhanprobe anrückt und der hysterischen Schwestern Ludmilla (Judith Hillebrand) und Evelina (Jule Fellerhoff) gewahr wird. Immerhin weiß jeder, der das Märchen „Aschenputtel“ kennt, dass die Devise „Was nicht passt, wird passend gemacht“ keineswegs Erfolg garantiert. Von Wolfgang A. Müller


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