Bis zum nächsten Mal
Mark Formaneks zukunftsweisendes Schild am Michaelisplatz

Münster -

Heinrich Seidel hat ein Gedicht geschrieben, darin wundert sich ein Karpfen, warum ein Huhn derart gackert, nur weil es ein einziges Ei gelegt hat: „Wenn ich um jedes Ei / so kakelte, / mirakelte, / spektakelte / was gäb‘s für ein Geschrei.“ Gestern wurde ein Schild ausgewechselt. Aber das hatte eben nicht irgendein Straßenwärter „gelegt“. Und so wurde gestern Nachmittag tatsächlich bei einem Schilderwechsel geschrien, gejubelt und applaudiert.

Donnerstag, 29.03.2012, 08:03 Uhr

Bis zum nächsten Mal : Mark Formaneks zukunftsweisendes Schild am Michaelisplatz
Unter den Augen eines großen Publikums, darunter auch Prof. Dr. Hans R. Schöler vom Max-Planck-Instituts, präsentierte Kulturmitarbeiter Sebastian Bertuleit das neue Schild. Foto: Gerhard H. Kock

Weiter mehr als 200 Menschen waren gekommen, um einer weiteren Aktion im Rahmen des „Zukunft- und Vergangenheitshandels“ von Mark Formanek beizuwohnen – einige Geburtstagskinder darunter: Maurice Klingel , Melanie Timm und Stefanie Urner zum Beispiel ließen sich natürlich mit dem berühmten Schild fotografieren auf dem geschrieben steht: „28. März 2012 16.45“. Das alte Schild wurde von Kulturmitarbeiter Sebastian Bertuleit abgeschraubt. Dabei gab es Gejohle. Und das neue mit dem Datum schraubte er an. Dabei gab es Applaus. Und es wurde mit Bier und Sekt angestoßen. Cappuccino, Chips und Brote hatten ebenfalls einige Besucher dabei. Eine solche Performance hat der Künstler nicht beabsichtigt. Aber das geheimnisvolle Datum ist halt längst zum Kulttermin geworden. Dabei ist der Künstler selbst (offiziell) nie anwesend. Angefangen hat das Projekt mit einer Idee, die 1991 auf einem Faltblatt veröffentlicht wurde: „Zukunft- und Vergangenheitshandel“ hieß sie damals. Das erste Schild habe er 1992 noch an der Hawer­kamphalle aufgehängt, erinnert sich Formanek im WN-Gespräch. Das vermerkte Datum: „14. März 1996 17.30 Uhr“. Vermutlich 1993 sei dieses erste Schild am Michaelisplatz angebracht worden. Der erste Austausch fand demnach dort 1996 statt – damals noch vom Künstler organisiert. Der „3. April 2016 17.15 Uhr“ ist das sechste Schild. Seit die Stadt Anfang 2000 die Arbeit erworben hat, war ist sie für die Auswechslung verantwortlich – gestern zum dritten Mal. Die Formanek-Arbeit besteht aus insgesamt zehn Platten, die allesamt wieder oder noch im Kulturamt lagern. Der letzte Termin soll der 14. März 2040 sein. Wie viele Leute dann wohl kommen? Ob das Haus dann noch steht?

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