Ein Schild wird ausgewechselt
Rätselhaftes Kunstwerk am Michaelisplatz soll am Mittwoch aktualisiert werden

Münster -

Es gibt so viele Schilder auf der Welt und in Münster. Aber nur das eine am Michaelisplatz: „28. März 2012 16.45 Uhr“ steht drauf, und das sorgt bei Touristen sowie vielen Münsteranern regelmäßig für Irritationen. Was soll das? Was passiert dann? Letzteres Geheimnis wird nächste Woche gelüftet. Denn dann ist wieder High Noon am Hinweisschild.

Sonntag, 25.03.2012, 15:16 Uhr aktualisiert: 25.03.2012, 15:24 Uhr
Ein Schild wird ausgewechselt : Rätselhaftes Kunstwerk am Michaelisplatz soll am Mittwoch aktualisiert werden
Der Schilderwechsel im März 2008 sorgte für einen großen Auflauf auf dem Michaelisplatz. In der nächsten Woche ist es wieder soweit. Foto: Gerhard Heinrich Kock

Das kuriose Schild vom Michaelisplatz ist eines von zehn im Rahmen der Kunstaktion „Zukunft- und Vergangenheitshandel“ von Mark Formanek . Alle vier Jahre soll hier eine neue Blechtafel mit einem Termin aufgehängt werden. Die Stadt hat das Kunstwerk von dem in Münster und Berlin lebenden Künstler erworben – und seitdem die Pflicht, das Schild zu diesem Datum auszuwechseln. Unvergessen ist der Wechsel vor vier Jahren. Am 24. März 2008 um 17 Uhr waren mehr als 200 Zuschauer gekommen, um dem Ereignis beizuwohnen. Doch nichts passierte. Indes: Das war nicht Teil der Kunst. Das war der Mensch. Zwischen Krankmeldungen und Urlaubskalender hatte das Kulturamt, das nach dem Wechsel von Klaus Ehling zum Schulamt seinerzeit zudem ohne Leiter war, das Datum verschwitzt. Eine Leiter angestellt wurde dann am 26. März 2008. Und der Austausch mit reichlich Medienpräsenz vorgenommen. Der Austausch als Ereignis gehöre aber sowieso nicht zum Kunstwerk, schließlich werde mit dem Datum auch nichts angekündigt oder versprochen, betont der Künstler Mark Formanek gegenüber den WN betonte. Die Formanek-Arbeit besteht aus den zehn Platten, die allesamt wieder oder noch im Kulturamt lagern. Damit daraus kein Jahrestag wird, ist die Frequenz unterschiedlich. Das Kulturamt kennt selbstverständlich sämtliche Termine. Die verrät es aber nicht. Immerhin: Die Stadt hat 40 Jahre erworben. Damit liegt das letzte Datum im Jahr 2040.

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