Stimmen aus himmlischen Sphären
Kammerchor an der Herz-Jesu-Kirche führt mit Michael Schmutte das Cherubini-Requiem auf

Münster -

Die Stimmen kommen wie von himmlischen Sphären herab. „Requiem aeternam dona eis, Domine.“ Die, die es singen, sind dem Publikum unsichtbar – denn Michael Schmutte und sein Kammerchor an der Herz-Jesu-Kirche sind hinauf zur Orgelempore geklettert, wo das sensible Spiel von Christiane Alt-Epping sie begleitet.

Sonntag, 18.03.2012, 16:03 Uhr

Stimmen aus himmlischen Sphären : Kammerchor an der Herz-Jesu-Kirche führt mit Michael Schmutte das Cherubini-Requiem auf
Der Kammerchor an der Herz-Jesu-Kirche steht für höchste Qualität und hätte bei seinem jüngsten Konzert mehr Zuhörer verdient gehabt. Foto: zin

Ein Trauerflor in c-Moll umwölkt das (erste) Requiem von Luigi Cherubini . Das Programmheft weist eigens auf die düstere Stimmung von Introitus und Kyrie hin. Doch Schmuttes Lesart hellt sie auf. Beseelt und voller Zuversicht klingt der Chor vom ersten Takt an, singt die sphärischen Bögen innig aus und spürt auch dem lateinischen Text der Totenmesse sensibel nach. Hier trauern die Engel nicht … Traurig waren an dieser „Geistlichen Abendmusik“ allenfalls die überraschend wenigen Zuhörer. Wird die hohe Qualität von Schmuttes Konzerten mittlerweile für zu selbstverständlich genommen? Ansonsten regierte Besinnlichkeit den Abend. Der Impetus, den das Werk durchaus hat, war ohne Orchester jedenfalls vom Winde verweht. Die Orgel stützte den Chorklang mit milden Akkorden und ließ es nur hier und da bassig dräuen. Beim „Dies irae“ (das sich natürlich mit Mozarts Furioso nicht messen kann) hallte plötzlich als letztes orchestrales Überbleibsel der Tamtam-Schlag durch die Kirche. Nach all dem ruhigen Stimmen-Fluss fast surreal! Schmutte lag das innige Modellieren des Chorsatzes meist mehr als Dramatik, und die Rechnung ging auch hier auf. Der Klang ruhte auf solidem Bass-Fundament. Wunderschön, wie der Chor etwa im Lacrimosa schier jede Silbe flehentlich betonte. Da das Stück auf Soli verzichtet, konnten die Sängerinnen und Sänger umso mehr glänzen. César Francks Motette „Panis angelicus“ und zwei ruhige Orgelstücke (von Max Reger und Johann G. Walther) rundeten das Konzert ab. Da die Platzierung des Chores den Kirchenhall noch verstärkte, waren winzige Sopran-Schärfen verzeihlich. Die Verwendung von Frauenstimmen wurde 1834 übrigens kritisiert. Cherubini legte daher ein weiteres Requiem für Männerchor nach, das auch bei seiner eigenen Trauerfeier erklang.

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