Kurioses abseits vom Eins zu null
Jens Kirschneck und Philipp Köster präsentieren eine gelungene „Elf Freunde“-Lesung

Münster -

Im Gegensatz zur Lautsprecheranlage in der Aula am Aasee, die phasenweise ebenso wenig zustande brachte wie die Profis von Arminia Bielefeld, trafen Jens Kirschneck und Philipp Köster bei ihrer „Elf Freunde Lesereise“ am Samstag durchweg den richtigen Ton. Der Vergleich mit der Arminia sei gestattet, zumal der Verein aus Ostwestfalen den beiden Sportjournalisten zufolge „eine gewisse Bedeutung für unser Magazin hat“.

Sonntag, 29.04.2012, 17:04 Uhr

Kurioses abseits vom Eins zu null : Jens Kirschneck und Philipp Köster präsentieren eine gelungene „Elf Freunde“-Lesung
Eine eher statische Begegnung: Jens Kirschneck (links) und Philipp Köster würzten ihre Auslassungen zum Thema Fußball mit Videoprojektionen. Foto: ceg

Um die „Elf Freunde“ mit Leben zu füllen, berichten Kirschneck und Köster von kuriosen Erlebnissen abseits der reinen 1:0-Berichterstattung. Den Extrakt dieser Begegnungen servieren sie den Zuhörern in einem guten Dutzend vorgelesener Episoden, garniert mit (viel zu leisen) Videosequenzen. Ein besonders einschneidendes Erlebnis scheinen für Philipp Köster die zahlreichen Besuche beim „Trinkerstammtisch DSF-Doppelpass“ zu sein. „Dort muss man nicht mal Ahnung vom Fußball haben. In einer Sendung, in der Udo Lattek ohne Augenzwinkern als Experte geführt wird, reicht es, wenn man Subjekt, Prädikat und Objekt korrekt hintereinanderreiht“, sagt Köster. Derweil trauert Kollege Kirsch­neck noch immer über sein frühes Karriere-Aus und nennt „elf Personen, die meine Wahl zum Weltfußballer ‘96 verhindert haben“. Neben seinem D-Jugend-Trainer Ude Perl, der „4-4-2 für die Kombination eines Fahrradschlosses“ gehalten habe, habe er sich aber vor allem selbst im Weg gestanden, so Kirschneck. Immerhin hatte er auf diese Weise genügend Zeit, ausführlich den Videotext zu lesen. „Es gibt wenig Spannenderes, als das Schicksal eines Vereins am Videotext zu verfolgen. Vor allem wenn man Fan von Bielefeld , Koblenz oder dem HSV ist. Dann ist es besser, dass man das Spiel nicht live und in Farbe sieht“, befindet Kirschneck. Es blieben einem so wenigstens die zahlreichen Zumutungen erspart, die der moderne Fußball bereithalte – so zum Beispiel der Torjubel von Kickern, „die beim Burgschauspiel in der Grundschule nicht mal den Esel spielen durften“. Einer, für den ein Torjubel zur Rarität geriet, war Uwe Fuchs. Der Bielefelder Stürmer, der „beim Versuch, die 100 Meter unter 30 Sekunden zu laufen, mit Elektrostößen wiederbelebt werden musste“. Sei’s drum: Köster und Kirsch­neck halten der Arminia die Treue. „Das ist unser Club, das sind wir“, verkünden sie am Ende ihrer gelungenen Lesung.

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