Die größte Kunstschau der Stadt
„1. Münsteraner Hängung“

Münster -

Die Künstler vom Hawerkamp können es selbst noch nicht fassen, was sie da auf die Beine gestellt haben: Klaus Geigle und Thomas Prautsch hatten die Idee, ob es nicht mal eine gemeinsame Ausstellung der Ateliergemeinschaften geben könne. Gut 100 Künstler wurden gefragt, über 80 Prozent haben zugesagt. Und so sind bei der „1. Münsteraner Hängung“ 83 Künstler mit 133 Werken in der Ausstellungshalle Hawerkamp zu sehen. So viele münsterische Künstler an einem Ort gab´s noch nie.

Mittwoch, 13.06.2012, 18:06 Uhr

Die größte Kunstschau der Stadt : „1. Münsteraner Hängung“
133 Werke von 83 in Münster arbeitenden Künstlern sind in der Ausstellungshalle Hawerkamp zu sehen. Da ist für (fast) jeden was dabei. Foto: Gerhard H. Kock

„Münsteraner“ ist zwar grammatikalisch falsch, aber kunsthistorisch bedeutsam. Schließlich bezieht sich der Titel auf die „Petersburger Hängung “. In der Eremitage hängen die Bilder bekanntlich flächendeckend. Was so beim Zar funktionierte, wäre heute unpassend. „Schließlich hatten die damals keine Lakritzschnecken oder eine Matratze an den Wänden“, weist Gerwin Lohmeyer auf die Werke, die aus Münsters Ateliers ihren Weg zum Hawerkamp gefunden haben. Jedes Werk musste drei Bedingungen erfüllen: Nicht mehr als drei Quadratmeter, nicht höher als vier Meter, und man musste es hängen können. Und: „Die Künstler durften keine Ambitionen haben, selbst ihre Werke zu hängen.“ Damit verbindet Christiane Schöpper einen Seufzer. Denn die vielen höchst unterschiedlichen Werke einigermaßen passend auf die 255 Quadratmeter Wände zu platzieren, war eine Puzzle-Arbeit. Die vier Flächen wurden durchschnittlich viermal komplett neubehängt. Doch der Aufwand hat sich gelohnt. Jedes Werk – vom illustrierten E-Bass bis zum bedruckten Schlummerkissen, von perfekt fotorealistischen Gemälden bis zu informeller Kraftmalerei – findet ausreichend Platz, um zu wirken. Und trotzdem ergeben sich natürlich unweigerlich Bezüge. Dass sich hier nichts beißt, vor allem die Farben nicht, war den Künstlern hier als ehrenamtliche Ausstellungsmacher wichtig: „Es ist ein Bild aus Bildern geworden“, charakterisiert Schöpper die Gesamtwirkung. Absichtlich wurde auch nicht nach Ateliergemeinschaften sortiert. Jeder Künstler, jedes Werk ist gleichberechtigt. Beteiligt haben sich an der Schau des Vereins „Erhaltet den Hawerkamp“ die Fresnostraße, Schulstraße, der Speicher II und Hawerkamp. Sollte diese „1. Münsteraner Hängung“ ein Erfolg werden, könnte es eine Wiederholung geben, wenngleich sich der Hawerkamp wünscht, dass die Organisation dann unter den beteiligten Ateliergemeinschaften wechselt. Die Hawer­kamp- Halle schreit geradezu nach einer solchen Ausstellung. Die Ausstellung wird am Samstag (16. Juni) um 18 Uhr in der Ausstellungshalle Hawerkamp, Am Hawerkamp 31, eröffnet. Sie ist bis zum 15. Juli am Freitag, Samstag und Sonntag von jeweils 15 bis 19 Uhr zu sehen. Mehr Bilder zum Thema in den Fotogalerien auf www.wn.de

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